Auf dem Wildmeistersteig um Nürnberg
Von Pyrbaum nach Moosbach

 
         
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An einem sonnigen Frühwintertag geht es weiter, von Pyrbaum zum Ludwigs-Donau-Main-Kanal, diesen ein Stück entlang, dann zum Faberschloß und über den Dreibrüderberg nach Moosbach…

 

Wir starten wieder am 'Wolfsteiner Platz' in Pyrbaum. Ein Stückchen mit die Hauptstraße entlang und beim Gasthaus 'Riffelmacher' links in die 'Graf-Albrecht-Straße', die in den 'Mühlenweg' übergeht.

Das Haus Nr. 7 in der Graf-Albrechtstraße ist das Speckhoochschlößchen, benannt nach einem Leiter der Jagdschule der Grafen von Wolfstein in Pyrbaum.

An einer Gabel nach rechts in die 'Lindelburger Straße', vorbei an der Kläranlage, dann nimmt uns der Wald auf. Es geht immer auf einem breiten Weg dahin, und nach etwa 10 min im Wald erreichen wir zwei idyllische Weiher rechts und links. Gleich danach an der Kreuzung geradeaus, in der 'Wolfsloch' genannten Senke queren wir wieder einen Bach und nun geht es leicht bergan. An einer Gabel links halten (hier verläßt uns , das uns seit Pyrbaum begleitet hat), wieder quert ein Rinnsal und dann beginnt der Weg einen weiten Rechtsbogen. Achtung: Noch bevor der Weg wieder nach links schwenkt, zweigt bereits nach links ab und führt uns durch ein Waldstück zum Ortsrand von Oberlindelburg. Hier an der nächsten Kreuzung rechts halten und zur Hauptstraße.

Darauf kurz links und dann mit dem Wegweiser 'Pfeifferhütte' auf einer Straße nach rechts. Gleich hinter der Ortstafel geht es nach links in einen Feldweg, von dem aus wir einen schönen Blick über Lindelburg zurück auf unseren Herweg haben. Am Waldrand gegenüber mit nach rechts, dann senkt sich der Weg hinab zum Ludwigs-Donau-Main-Kanal.

 

Wir überqueren ihn an der Schleuse 43 und nehmen auf der anderen Seite den ehemaligen Treidelpfad, heute Rad- und Fußweg, nach links.

Bei seiner Fertigstellung im Juni 1843 war der Ludwigskanal eine technische Meisterleistung seiner Zeit: Auf 177 km Länge stieg er von Bamberg 186 m höher bis zu seiner Scheitelhaltung zwischen Burgthann und Sengenthal, um dann wieder 79 m hinabzusteigen bis Kehlheim; 100 Schleusen wurden zur Überwindung des Höhenunterschieds benötigt und eine Reihe aufwendiger Kunstbauwerke, denken wir an die Überquerung der Schwarzach bei Brückkanal, den Distellochdamm und den Dörlbacher Einschnitt. Schiffe von 120 t Fracht konnten auf ihm verkehren, beachtlich für die damalige Zeit. Doch ein wirtschaftlicher Erfolg war ihm nicht lange beschieden; schon 1850 war der Höchststand des Transportvolumens erreicht, dann machte ihm die Eisenbahn den Garaus. Schließlich wäre nach Kriegsende die Reparatur der Schäden zu aufwendig gewesen, und so ist er heute nur noch Industriedenkmal und ein idyllisches Ausflugsziel.

Wir folgen seinem Lauf und passieren die Schleuse 44.

Kurz dahinter eine Kilometersäule, die uns die Entfernungen angibt: '90 km von Kehlheim, 82 km nach Bamberg, 32 km nach Nürnberg'.

Soweit wollen wir aber heute nicht mehr; an der nächsten Schleuse 45 queren wir die Straße nach Ochenbruck und etwa 250 m danach biegen wir bei einer Steinbrüstung vom Kanal mit rechts ab in einen Fußpfad. Wir folgen der Markierung durch den typischen Kiefernwald des Reichswalds, den 'Steckeleswald', mehrere Wege queren, doch unsere Richtung führt immer nach Nordwesten. Im Wald tauchen vereinzelt Birken auf und etwa eine halbe Stunde, nachdem wir den Kanal verlassen haben, treffen wir auf eine Teerstraße. Mit dieser nach rechts erreichen wir nach etwa 5 min das Faberschloß.

Das Faberschloß wurde 1883-85 von dem Industriellen Lothar von Faber historisierend im Stil französischer Schlösser erbaut. Inzwischen befindet sich hier ein modern erweitertes Altersheim.

Vorbei am Eingang führt unser Weg hinunter zur Schwarzach, wir queren sie auf einer Brücke und steigen am gegenüberliegenden Talhang wieder hinauf nach Schwarzenbruck und gehen durch den Ort bis zur Hauptstraße.

Schwarzenbruck wird erstmals 1025 als Reichsgut genannt, kam dann an die Burggrafen und 1502 als kaiserliches Lehen an die Stadt Nürnberg; diese richtete im Schloß ein Pflegamt ein.

Hier verlassen wir zunächst einmal für einen Abstecher nach links bis zum 'Plärrer', dort wieder links in den 'Äußeren Schloßplatz' bis zum Petzenschloß.

Im 2. Markgrafenkrieg wurde das Schloß zerstört, die Stadt hatte zum Wiederaufbau kein Geld und vergab es als Lehen an Sigmund Pfinzing, der 22 000 Gulden für den Aufbau aufwandte. Es entstand ein ungewöhnlich stattlicher Herrensitz, eine malerische Dreiflügelanlage mit Türmchen und Dacherkern und einem großen vorgelagerten Wirtschaftshof. 1632 wohnte hier der schwedische König Gustav Adolf. Das Schloß wechselte in der Folge mehrfach die Besitzer, bis es 1876 die Herren Petz von Lichtenhof erwarben, von denen es seinen heutigen Namen Petzenschloß hat; über dem Eingangstor ihr Wappen mit dem Bärenkopf.

Auf dem gleichen Weg zurück, aber nun auf der Hauptstraße weiter geradeaus und nach den beiden Kirchen mit einem Wegweiser 'Bahnhof' und nach rechts in einen Fußsteig, unter der B8 durch und durch ein Neubaugebiet zum Bahnhof Ochenbruck. Vor dem Bahnhof nach links auf der Straße, dann auf einem Feldweg den Bahngleisen entlang, die wir schließlich nach rechts über eine Brücke überqueren zu einem Wegstern am Waldrand. Unsere Markierung führt uns von hier zunächst geradeaus, dann an einer Gabel halblinks in den Wald, der Weg steigt an und nach gut 10 min haben wir den Gipfel des Dreibrüderbergs erreicht.

Am Wasserbehälter halten wir uns halblinks, quert unseren Weg und gleich geht es wieder mit auf einer Forststraße bergab. An der Gabel unten halten wir uns rechts, es folgen noch mehrere Gabeln (Markierung beachten !) und schließlich geht es schnurgerade nach Nordosten auf Moosbach zu. Kurz vor dem Ort queren wir die Straße Altdorf-Feucht, gehen unter der Bahn durch und steigen gleich dahinter hinauf zu den Gleisen und zum Haltepunkt Moosbach. Von hier bringt uns die S-Bahn wieder zurück nach Nürnberg.

 
 
 
 

Anfahrt: Von Nürnberg mit der Regionalbahn VGN R5 bis nach Burgthann bzw. Postbauer-Heng, von hier mit den VGN-Bussen 503 bzw. 505 nach Pyrbaum (Fahrplanauskunft). Von Moosbach bringt uns die S-Bahn, VGN-Linie S2 von Altdorf, wieder zurück nach Nürnberg.

Weglänge: Ca. 17 km, Gehzeit ca. 4,5 Std. Einkehrmöglichkeiten unterwegs in Pyrbaum, Unterlindelburg und Schwarzenbruck.

Karte: Fritsch Wanderkarte Nr. 75 Nürnberg - Fränkisches Seenland oder Nr. 80 Landkreis Nürnberger Land

Info: Zu Pyrbaum finden Sie Informationen im Internet unter www.pyrbaum.de. Interessant die katholische Kirche, die evangelische ist leider meist geschlossen. Viel fotografiert das Neumarkter Tor am östlichen Ortsrand mit einem originellen Wegweiser. Ober- und Unterlindelburg finden Sie auf der privaten Homepage www.lindelburg.de, hier auch eine umfangreiche Geschichte des Ortes. Zum Ludwig-Donau-Main-Kanal gibt es Informationen auf den Seiten der Gemeinde Burgthann, wo sich in der Burg auch ein Kanalmuseum befindet, sowie auf einer sehr schönen privaten Homepage, deren Autor die gesamten noch vorhandenen Kanalschleusen 'sammelt', hier auch weiterführende Links. Schwarzenbruck hat eine eigene kommunale Homepage.