Lebendiger Sand an der
Schwäbischen Rezat

 
         
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Wunderwelt Sand
Ausstellung
SandAchse Franken
Lebensraum für Spezialisten
 
Lebendiger Sand an der Schwäbischen Rezat
Sandlebensräume an der Pegnitz
Lebensräume zwischen Sand und Wasser
Eiszeitliche Dünen zwischen Neumarkt und Sulzbürg
 
 
Lernen Sie zwischen Pleinfeld und Mühlstetten Lebensräume auf Sand kennen, die mit ihren Reizen scheinbar geizen und erst auf den zweiten Blick preisgeben, welche Schätze sich in ihnen verbergen…
Vom Bahnhof aus gehen Sie zunächst nach links bis zur Bahnunterführung. Wenn Sie noch Zeit und Lust haben, lohnt sich ein Besuch des Ortes.
Pleinfeld ist seit 1136 bezeugt, 1435 kam es an das Hochstift Eichstätt, das den Besitz ausbaute. 1403 erhielt es Marktrecht, 1486 das Recht zur Befestigung. Davon ist noch das Spalter Tor erhalten, durch das wir den Ort betreten.
Wir gehen zurück zur Unterführung, darunter durch, vorbei am Abzweig nach Gunzenhausen und am Ortsende rechts auf einem Fußweg hinter den Häusern zum Höhbachweiher.
Dieser Weiher ist heute ein wichtiges Feuchtbiotop, Lebensraum für Amphibien wie z.B. die Erdkröte, und Libellen wie die Plattbauchlibelle.
Wir queren die Kreisstraße am Biotop und folgen dem Wanderweg hinauf zur Höhe und durch den Wald wieder hinab zum Abbaugebiet „Heiligenwaldsee“.
Hier sehen Sie ein Sandabbaugebiet in vollem Betrieb. Sandabbau, Bebauung und Aufgabe der traditionellen Landwirtschaft schränken die früher in unserer Gegend verbreiteten Vorkommen von Sandlebensräumen immer mehr ein. Meist werden diese unterschätzt, da sich ihr Reiz erst auf den zweiten Blick offenbart.
 
 
 
 

Aber sie beherbergen viele seltene Pflanzen und Tiere, die sich mit ausgefeilten Strategien an ein Überleben unter den extremen Bedingungen von Hitze, Trockenheit und Nährstoffarmut angepaßt haben.
Am Rande der Sandgrube können Sie die Schichtung der mächtigen Sandlagen beobachten, die durch Flüsse angeschwemmt und während der letzten Eiszeit vor 10 000 Jahren durch Winde zu Dünen aufgehäuft wurden.

Jenseits des Sees in der Abbaugrube sehen wir auf dem Berg Schloß Sandsee. Wir folgen dem Weg nach links, ein Stück am Waldrand entlang, queren die Straße und bei der nächsten Abzweigung (Sperrschranke) rechts hinunter zur Mandlesmühle.

Der geschützte Landschaftsbestandteil „Mandlesmühle“ unterhalb der Staumauer des Brombachsees hat eine große Bedeutung für den Schutz der Sandlebensräume. Durch den Bau der neuen Seen wurde der Großteil der Sandflächen im Weißenburger Raum durch Flutung zerstört, die meisten Vorkommen seltener Sandarten sind leider erloschen. Nur noch kleine Refugien wie die „Mandlesmühle“ sind übrig geblieben. Der geschützte Landschaftsbestandteil setzt sich aus offenen und vegetationsarmen Sandflächen, feuchten Standorten und Sandmagerrasen zusammen. Er bietet z.B. der seltenen Blauflügeligen Sandschrecke oder dem Bauernsenf Lebensraum. Im offenen Sand können Sie die im Durchmesser einige Zentimeter großen Trichter des Ameisenlöwen entdecken. Die Larve der Ameisenjungfer lebt von Ameisen, die in ihren Trichter fallen. Gerade im Frühjahr beeindruckt die „Mandlesmühle“ durch eine Vielzahl bunter Blüten, die Sie vor allem dann entdecken, wenn Sie sich ein bißchen Zeit nehmen und vom Weg aus genauer hinschauen.

Hinter der Mühle mit über die Holzbrücke, leicht bergan und oben an der Lichtung mit nach rechts. Kurz vor einer weiteren Lichtung geht nach rechts, Sie kommen am Nordrand des Weihers heraus und folgen der Markierung unter der Hochspannungsleitung durch zur Straße.

Behalten Sie den Pflanzenwuchs unter dieser Leitung im Gedächtnis im Vergleich zu der, die wir später noch sehen werden!

Sie queren die Straße nach links und beim Sperrschild rechts ab auf einem Waldweg mit den Waldrand entlang.

Rechts sehen wir eine Sandbrache, auf der sich die natürliche Vegetation wieder regeneriert. Früher wurden diese Flächen in dem Boden angepaßter Form als Sandäcker landwirtschaftlich genutzt.

Am Waldende auf einem Linksbogen zum Jägerstand am gegenüberliegenden Wald, diesem links entlang und dann über freies Feld nach Hohenweiler. Werfen Sie dabei einen Blick nach rechts zum Schloßberg bei Heideck und zurück nach Sandsee!

In Hohenweiler sehen Sie noch ein Haus aus Burgsandstein - dem Ausgangsmaterial für die Sande der Gegend - mit dem hohen und steilen Dach, das zur Hopfendarre genutzt wurde.

Kurz vor dem Ortsausgang nicht der Straßenbiegung folgen, sondern geradeaus mit in einen Flurbereinigungsweg, der Sie geradeaus am Waldrand entlang und über freies Feld führt. Beim zweiten Waldstück gehen Sie rechts und wieder am Waldrand entlang. Achtung: Wenn Sie die Anhöhe der leichten Steigung erreicht haben, nach links mit in einen Waldweg, der Sie durch den typischen ‚Steckalaswald‘ zu einer Bahnunterführung und zur Straße führt.
Über die Straße zur Heinzenmühle, über das Wehr, nach links (hier verläßt uns ), hinter der Mühle herum und in einem Rechtsbogen leicht bergan. Oben am Waldeck folgen Sie ohne Markierung dem rechten Weg am Waldrand entlang und dann in den Wald. Etwa 10 min nach der Heinzenmühle quert eine Hochspannungsleitung, der Sie nach links folgen.

Logo des Projekts SandachseNatürliche und naturnahe Sandlebensräume sind in den letzten 50 Jahren dramatisch zurückgegangen. Flächen wie diese Schneise können kein Ersatz für diese Biotope sein, doch bei entsprechender Gestaltung und Pflege helfen sie mit, das Überleben der Sandarten zu sichern. Die ebene, 80 m breite, insgesamt 3 km lange und somit ziemlich große Schneise wartet mit einem reichhaltigen Mosaik an Sandlebensräumen auf. Neben wertvollen Offenbodenstandorten, Heidekrautflächen und Sandmagerrasen finden sich viele weitere Entwicklungsstadien, die jeweils Heimat besonderer Tiere und Pflanzen sind. Schauen Sie doch einmal, ob Sie im Sommer auf den schütter bewachsenen Stellen die Blauflügelige Ödlandschrecke - das Logo der Sandachse - entdecken: eine Heuschrecke, die gut getarnt ist und erst beim Auffliegen ihre strahlend blauen Hinterflügel mit schwarzem Band zeigt.

An der Freifläche gehen Sie etwa 500 m entlang, dann biegt der Weg von der Freileitungstrasse ab. Durch schönen Kiefernwald erreichen Sie auf breitem Waldweg nicht zu verfehlen mit eine Ortsstraße in Mühlstetten. Dieser folgen Sie hinunter zu einer Hauptstraße, biegen nach links ab über die Rezat und gleich nach der Brücke wieder links in die ‚Mühlstraße‘. Dieser folgen Sie in weitem Bogen durch den Ort, queren am Ende die Hauptstraße und gehen hinauf zum Bahnhof Mühlstetten.
Anfahrt: Pleinfeld ist von Nürnberg mit dem Regionalexpreß (VGN R6, Fahrplanauskunft) zu erreichen, die gleiche Bahnlinie bringt Sie auch von Mühlstetten wieder zurück.
Weglänge: Ca. 11 km, reine Gehzeit ca. 3 Std., bringen Sie aber ruhig mehr Zeit für die Beobachtungen unterwegs mit (dafür ist ja die Wanderstrecke kurz!). Einkehrmöglichkeiten in Pleinfeld, Hohenweiler und Mühlstetten.
Karte: Fritsch Wanderkarte Nr. 75 Nürnberg - Fränkisches Seenland oder Umgebungskarte UK L15 Fränkisches Seenland - Naturpark Altmühltal (Westlicher Teil) des Bayerischen Landesvermessungsamts.
Info: Das Informationszentrum Mandlesmühle birgt einige Schätze und Informationen über die im Rahmen der Entstehung des Brombachseegebiets aufgegebenen Mühlen, die ehemals im Brombachtal lagen. Die Entstehung und Zweckbestimmung des Seengebiets wird anhand von Dia- und Filmvorführungen eindrucksvoll präsentiert, Vorführungen Mai bis September Di, Mi und Do nachmittags stündlich, Oktober bis April Mi 14 und 15 Uhr.
Der Markt Pleinfeld präsentiert sich mit seiner Geschichte und vielen touristischen Informationen unter www.pleinfeld.de, sehenswert u.a. das Heimatmuseum mit seiner Brauereisammlung (geöffnet Mi 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung, Tel. 09144/9200-70).
Informationen zum Fränkischen Seenland, auch touristische, erhalten Sie unter www.fraenkische-seen.de, www.seenland-online.de und auf den Seiten für Gunzenhausen und Umgebung www.guncity.de.
Zu der Wanderung gibt es ein Faltblatt des VGN, das in den Informationsstellen oder direkt beim VGN erhältlich ist. Schließlich, vergessen Sie nicht, sich über Sand im Allgemeinen und das Projekt Sandachse im Besonderen zu informieren unter www.sandachse.de.
 
         
    © Wanderung und Text: Projektbüro Sandachse Franken
Fotos: Dr. Wolfram P. Gluth