Zwar wurde das Langhaus 1901 einschneidend
verändert, doch bietet sie mit ihrer vorzüglichen Ausstattung
ein schönes Bild einer ländlichen Nürnberger Patrizierkirche.
Den ‚Kirchenberg‘ hinunter kommen
wir zu einer Fußgängerbrücke über die Pegnitz (rechts ein Wasserrad)
und
folgen dann dem geteerten ‚Leo-Bayer-Weg‘ zwischen dem kleineren Pegnitzarm
rechts und dem Sandfang des Wöhrdersees links flußaufwärts. Am Ende des
Sandfangs gehen wir über die Brücke rechts auf dem ‚Leo-Bayer-Weg‘ weiter.
Hier beginnt der NaturErlebnisPfad
des Umweltreferats der Stadt Nürnberg (in Kooperation mit Wasserwirtschaftsamt
und EWAG), der auf 27 Schautafeln die Besonderheiten der Talaue zeigt.
Rechts im Erlenwäldchen liegt ein
kleiner grundwassergespeister Weiher, darüber grüßt der Mögeldorfer Kirchturm.
Vor uns der Ausblick in die Pegnitztalaue mit ihren einzeln stehenden
Weiden. Hier dürfen sie alt werden, vermorschen und neu austreiben. Früher
zogen regelmäßig Wanderschäfer auf ihrem Weg von Altdorf in den Rangau
durch diese Aue. Heute ist sie eine der letzten verbliebenen Schafweiden
in Nürnberg. Wöhrd war einst ein Zentrum der Wollindustrie.
Wir erreichen wieder den Ort, mit
der ‚Ziegenstraße‘ rechts und an der Gabel links, gegenüber den Sportanlagen
des Post SV links in der ‚Hovenstraße‘ hinunter zum Langseebad und dort
rechts in einen Teerweg. der gabelt sich gleich, geradeaus auf Sandweg
zum ‚Konzertsaal‘ und einem sehr selten gewordenen Sandmagerrasen.
Sie befinden sich auf der Talterasse,
die uns noch den ganzen Weg begleiten wird. Sie besteht aus Sand, den
Wind und Wasser in der Eiszeit angehäuft haben. Hinter einem kleinen
Gehölz (Traubenkirschen und Eichen) sehen Sie rechts einen landesweit
sehr seltenen und dennoch für unser Fränkisches Rednitztalgebiet typischen
Lebensraum: Auf der trockenen und kargen Sandfläche breitet sich ein
Sandmagerrasen aus. Ein extremer und optisch wie akustisch reizvoller
Lebensraum. Im Frühsommer überfluten rosa Teppiche von Sandgrasnelkenblüten
die Fläche. Nehmen Sie im ‚Konzertsaal für Naturgeräusche‘ des
NaturErlebnisPfads Platz und lauschen Sie dem vielstimmigen Heuschreckenkonzert. Sandmagerrasen
müssen zu ihrem Erhalt ab und zu gemäht werden, sonst verbuschen sie.
Zuviel Trittbelastung und Nährstoffzufuhr (Hundekot!)
können sie jedoch gefährden.
Auf dem Teerweg, der kreuzt, hinunter
zum Pegnitztalweg und darauf weiter. Von nun an begleitet uns die Markierung bis
nach Lauf. Auf unserem weiteren Weg nochmals rechts ein Sandmagerrasen
mit Informationstafel. verläßt
uns nach rechts, unter Bäumen rechts die Schloßruine Oberbürg.
Im 13. Jh. als Wasserschloß gebaut,
war Oberbürg einer der zahlreichen Patrizier-Landsitze, die für Nürnberg
typisch sind. Im Krieg brannte Oberbürg bei einem Luftangriff aus. Von
der Seite nach Laufamholz zu sieht es wie eine kleine Burg aus; die Bauherrn
hatten es mit Mauer und Wassergraben und zwei kleinen flankierenden Türmen
am Eingang versehen. Sehen Sie in der Abenddämmerung am Himmel nach den
Silhouetten jagender Fledermäuse.
Weiter der Pegnitz entlang, nach dem hinteren Tor rechts des Weges eine
selten gemähte blütenreiche Wiese. Besuchen Sie sie an Spätsommer-Vormittagen,
wenn sie purpursilbrig ist von Storchschnabel, Flockenblume, Schafgarbe
und Tau.
Wir folgen weiter mit dem
Weg der Pegnitz entlang.
An die Terassenkante schmiegt sich
eine außergewöhnlich lange Hecke mit Schlehen und alten Eichen. Sehen
und lauschen Sie hier nach Singvögeln und anderen Bewohnern.
Rechts im Talgrund erstreckt sich
eine feuchte Wiese. Sie wird, wie alle Wiesen im Pegnitztal Ost, nicht
gedüngt und nur selten gemäht und ist gerade deshalb so blütenreich.
Hier konnte sich erstaunlich
viel Natur im Stadtgebiet erhalten. Links schlängelt sich die Pegnitz
naturnah durch breite Uferholzbestände. Die Kraft des Wassers formt
Gleit- und Prallhänge mit vielfältigen Strukturen, die Kleinstlebewesen
und Fische beherbergen. Uferbäume, vor alem Schwarzerlen, befestigen
mit ihrem bizarren Wurzelgeflecht das Ufer.
Beim E-Werk, das Ökostrom ins Netz
einspeist, nach rechts auf die Talterasse und in die Fabriksiedlung Hammer.
Die mittelalterliche Fabriksiedlung
entstand um ein wasserkraftbetriebenes Hammerwerk, das seit dem späten
15. Jh. Eisen und Messing bearbeitete. In seiner heutigen Gestalt ist
sie ein wunderbar erhaltenes Zeugnis einer in sich geschlossenen, autarken
Industriesiedlung der frühen Industrialisierung, mit den Wohnhäusern
der Arbeiter um den Christophsplatz, Schule, Verwaltung und Wirtschaft.
Da das Areal im Äußeren Wasserschutzgebiet des Pumpwerks Erlenstegen
liegt, wurde es nach Zerstörungen im Weltkrieg nicht wieder besiedelt.
Wenn wir diese Wanderung in zwei
Etappen machen wollen, können wir von hier aus mit dem Bus wieder
nach Nürnberg
zurückkehren.
Sonst folgen wir von Hammer aus im Tal weiter und
dem Radweg Pegnitztal Ost. |