Sandlebensräume an der Pegnitz

 
         
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Ausstellung
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Lebensraum für Spezialisten
 
Lebendiger Sand an der Schwäbischen Rezat
Sandlebensräume an der Pegnitz
Lebensräume zwischen Sand und Wasser
Eiszeitliche Dünen zwischen Neumarkt und Sulzbürg
 
 
Lernen Sie mit uns Natur und Kultur kennen, einen erstaunlich naturnahen Lebensraum zwischen Wasser und Sand mitten im Einzugsgebiet der Stadt...
Unser Weg beginnt am Mögeldorfer Plärrer, von dort aus die Ostendstraße stadtauswärts. Bei einer Gabel (gegenüber dem ProMarkt) links zum Ensemble von Kirche und Schloß.
Die alte Pfarrkirche St. Nikolaus und Ulrich erhebt sich auf dem Kirchenberg weithin sichtbar über dem Pegnitztal, umgeben von einem befestigten Friedhof und den angrenzenden Gebäuden des Hallerschlosses. Zusammen mit weiteren benachbarten Herrensitzen bildet die Anlage eines der schönsten historischen Ensembles im Nürnberger Osten. Kurz nach der Erhebung zur Pfarrei im Jahre 1400 wurde die heutige Kirche zwischen 1414 und 1416 neu errichtet.
 
 
 
 

Zwar wurde das Langhaus 1901 einschneidend verändert, doch bietet sie mit ihrer vorzüglichen Ausstattung ein schönes Bild einer ländlichen Nürnberger Patrizierkirche.

Den ‚Kirchenberg‘ hinunter kommen wir zu einer Fußgängerbrücke über die Pegnitz (rechts ein Wasserrad) und folgen dann dem geteerten ‚Leo-Bayer-Weg‘ zwischen dem kleineren Pegnitzarm rechts und dem Sandfang des Wöhrdersees links flußaufwärts. Am Ende des Sandfangs gehen wir über die Brücke rechts auf dem ‚Leo-Bayer-Weg‘ weiter.
Hier beginnt der NaturErlebnisPfad des Umweltreferats der Stadt Nürnberg (in Kooperation mit Wasserwirtschaftsamt und EWAG), der auf 27 Schautafeln die Besonderheiten der Talaue zeigt.

Rechts im Erlenwäldchen liegt ein kleiner grundwassergespeister Weiher, darüber grüßt der Mögeldorfer Kirchturm. Vor uns der Ausblick in die Pegnitztalaue mit ihren einzeln stehenden Weiden. Hier dürfen sie alt werden, vermorschen und neu austreiben. Früher zogen regelmäßig Wanderschäfer auf ihrem Weg von Altdorf in den Rangau durch diese Aue. Heute ist sie eine der letzten verbliebenen Schafweiden in Nürnberg. Wöhrd war einst ein Zentrum der Wollindustrie.

Wir erreichen wieder den Ort, mit der ‚Ziegenstraße‘ rechts und an der Gabel links, gegenüber den Sportanlagen des Post SV links in der ‚Hovenstraße‘ hinunter zum Langseebad und dort rechts in einen Teerweg. der gabelt sich gleich, geradeaus auf Sandweg zum ‚Konzertsaal‘ und einem sehr selten gewordenen Sandmagerrasen.

Sie befinden sich auf der Talterasse, die uns noch den ganzen Weg begleiten wird. Sie besteht aus Sand, den Wind und Wasser in der Eiszeit angehäuft haben. Hinter einem kleinen Gehölz (Traubenkirschen und Eichen) sehen Sie rechts einen landesweit sehr seltenen und dennoch für unser Fränkisches Rednitztalgebiet typischen Lebensraum: Auf der trockenen und kargen Sandfläche breitet sich ein Sandmagerrasen aus. Ein extremer und optisch wie akustisch reizvoller Lebensraum. Im Frühsommer überfluten rosa Teppiche von Sandgrasnelkenblüten die Fläche. Nehmen Sie im ‚Konzertsaal für Naturgeräusche‘ des NaturErlebnisPfads Platz und lauschen Sie dem vielstimmigen Heuschreckenkonzert. Sandmagerrasen müssen zu ihrem Erhalt ab und zu gemäht werden, sonst verbuschen sie. Zuviel Trittbelastung und Nährstoffzufuhr (Hundekot!) können sie jedoch gefährden.

Auf dem Teerweg, der kreuzt, hinunter zum Pegnitztalweg und darauf weiter. Von nun an begleitet uns die Markierung bis nach Lauf. Auf unserem weiteren Weg nochmals rechts ein Sandmagerrasen mit Informationstafel. verläßt uns nach rechts, unter Bäumen rechts die Schloßruine Oberbürg.

Im 13. Jh. als Wasserschloß gebaut, war Oberbürg einer der zahlreichen Patrizier-Landsitze, die für Nürnberg typisch sind. Im Krieg brannte Oberbürg bei einem Luftangriff aus. Von der Seite nach Laufamholz zu sieht es wie eine kleine Burg aus; die Bauherrn hatten es mit Mauer und Wassergraben und zwei kleinen flankierenden Türmen am Eingang versehen. Sehen Sie in der Abenddämmerung am Himmel nach den Silhouetten jagender Fledermäuse. Weiter der Pegnitz entlang, nach dem hinteren Tor rechts des Weges eine selten gemähte blütenreiche Wiese. Besuchen Sie sie an Spätsommer-Vormittagen, wenn sie purpursilbrig ist von Storchschnabel, Flockenblume, Schafgarbe und Tau.

Wir folgen weiter mit dem Weg der Pegnitz entlang.

An die Terassenkante schmiegt sich eine außergewöhnlich lange Hecke mit Schlehen und alten Eichen. Sehen und lauschen Sie hier nach Singvögeln und anderen Bewohnern.
Rechts im Talgrund erstreckt sich eine feuchte Wiese. Sie wird, wie alle Wiesen im Pegnitztal Ost, nicht gedüngt und nur selten gemäht und ist gerade deshalb so blütenreich.
Hier konnte sich erstaunlich viel Natur im Stadtgebiet erhalten. Links schlängelt sich die Pegnitz naturnah durch breite Uferholzbestände. Die Kraft des Wassers formt Gleit- und Prallhänge mit vielfältigen Strukturen, die Kleinstlebewesen und Fische beherbergen. Uferbäume, vor alem Schwarzerlen, befestigen mit ihrem bizarren Wurzelgeflecht das Ufer.

Beim E-Werk, das Ökostrom ins Netz einspeist, nach rechts auf die Talterasse und in die Fabriksiedlung Hammer.
Die mittelalterliche Fabriksiedlung entstand um ein wasserkraftbetriebenes Hammerwerk, das seit dem späten 15. Jh. Eisen und Messing bearbeitete. In seiner heutigen Gestalt ist sie ein wunderbar erhaltenes Zeugnis einer in sich geschlossenen, autarken Industriesiedlung der frühen Industrialisierung, mit den Wohnhäusern der Arbeiter um den Christophsplatz, Schule, Verwaltung und Wirtschaft. Da das Areal im Äußeren Wasserschutzgebiet des Pumpwerks Erlenstegen liegt, wurde es nach Zerstörungen im Weltkrieg nicht wieder besiedelt.
Wenn wir diese Wanderung in zwei Etappen machen wollen, können wir von hier aus mit dem Bus wieder nach Nürnberg zurückkehren. Sonst folgen wir von Hammer aus im Tal weiter und dem Radweg Pegnitztal Ost.
    Anfahrt: Vom Nürnberger Hauptbahnhof bringt uns entweder die S-Bahn S1 oder die Straßenbahnlinie 5 nach Mögeldorf (Plärrer), wenn wir die Strecke nicht weitergehen wollen, bringt uns die VGN Buslinie 40 von Hammer zurück (Fahrplan).
   Weglänge: 5 km, ca. 1,5 Std., Einkehrmöglichkeiten in Mögeldorf und Laufamholz.
   Karte: Fritsch-Wanderkarte Nr. 80 „Landkreis Nürnberger Land“ oder Nr. 75 „Nürnberg - Fränkisches Seenland“.
   Info: Mögeldorf ist im Internet vertreten unter www.moegeldorf.de, dort auch eine Seite zur Geschichte. Laufamholz stellt sich vor unter www.laufamholz.com, der örtliche 'Vorstadtverein Nürnberg-Laufamholz' unter http://vnl.laufamholz.de. Einen interessanten Artikel zu den früheren Burgen in Laufamholz können Sie nachlesen unter http://dc3mf.tripod.com/Laufamholz.htm.
Ein Radweg, der in etwa die gleiche Strecke führt, ist im Internet beschrieben unter http://nuernberger-land.de/radwege/fluesseradweg.html, Informationen zu den Orten am Weg dazu unter http://nuernberger-land.de/radwege/Linkseite.html. Weitere Informationen zum Landkreis Nürnberger Land gleich unter drei Adressen: http://www.lau-net.de, http://www.nuernberger-land.de und http://www.nbg-land.com. Die offizielle Homepage von Schwaig finden Sie unter www.schwaig.de/main.php, eine 'inoffizielle', die auch Interessantes zur Geschichte enthält, unter www.lau-net.de/K.Friedlein/schwaig.htm.
Informationen über den NaturErlebnisPfad Pegnitztal Ost erhalten Sie auf den Seiten des Wasserwirtschaftsamts Nürnberg unter www.bayern.de/wwa-n/broschueren.htm, hier können Sie auch die Informationstafeln als pdf-Dateien herunterladen (Vorsicht: beim Ausdruck gigantische Dateigrößen). Zu der Wanderung gibt es ein Faltblatt des VGN, das in den Informationsstellen oder direkt beim VGN erhältlich ist. Schließlich, vergessen Sie nicht, sich über Sand im Allgemeinen und das Projekt Sandachse im Besonderen zu informieren unter www.sandachse.de.
 
         
    © Wanderung und Text: Projektbüro Sandachse Franken
© Textbearbeitung und Fotos: Dr. Wolfram P. Gluth