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Wir
beginnen unsere Wanderung an der Bushaltestelle „Abzweigung
Sengenthal“ und folgen zunächst der Bundesstraße
299 auf dem Radweg noch ein kurzes Stück in gleicher Richtung, überqueren
sie (Vorsicht!) und folgen mit dem Wegweiser einem Teersträßchen
in Richtung Ölkuchenmühle. |
| Die
Mühle ist heute nicht mehr in Betrieb und beherbergt einen
Campingplatz. Der Name stammt aus der Zeit als man hier noch Flachs
anbaute und verwertete. Der Preßrückstand der Ölgewinnung
wurde als „Ölkuchen“ bezeichnet und als Viehfutter
verwendet. |
| An
einem Trafohäuschen biegen wir links ab und steuern auf den
Damm des Ludwigs-Donau-Main-Kanals zu, auf dem wir nach links ein
kurzes Stück entlanggehen. |
| Wir
befinden uns hier im Bereich der Scheitelhaltung, der höchsten
Stelle des Kanals, die von Burgthann her 25 km lang durch
keine Schleuse unterbrochen wird. |
| Dann
queren wir den Kanal auf einer Straßenbrücke und folgen
der Pappelallee. Bei einem kleinen Wegweiser Fischereiverein Neumarkt
(Achtung: schlecht sichtbar!) biegen wir links in den Wald ein
und folgen einem sandigen Forstweg immer mehr oder weniger geradeaus;
er führt uns an der Rückseite der großen Sandgrube
Schlierferheide zur linken Hand und dem anschließenden Betonwerk
Greißelbach vorbei. |
| Im
Eiszeitalter hat die Ursulz, die damals noch ein weit größeres
Einzugsgebiet hatte, das heutige Flußtal angelegt, dabei
den Albrand und die vorgelagerten Zeugenberge (Buchberg, Sulzbürg)
freipräpariert und mächtige Terrassensande abgelagert.
Da das Gebiet damals eine vegetationsarme Kältesteppe war,
konnten die Winde aus den Sulzauen und dem Nürnberger Keupersandstein-Gebiet
Flugsande ausblasen und nach Osten transportieren. Südlich
Neumarkt werden solche Flugsande und die unterlagernden Terrassensande
als wertvoller Rohstoff in großem Umfang abgebaut. |
| Am
Ende queren wir einen Waldweg und folgen gleich dahinter an einer
Gabel dem rechten überwachsenen Waldweg, der uns hinter einem
Fischweiher nach einer scharfen Rechtsbiegung zum Waldrand führt.
Rechts sehen wir die Kastenmühle liegen, vor uns der erste
Blick auf die Sulzbürg. |
| Die
Gollermühle, an der wir vorher vorbeigekommen sind, und die
Kastenmühle sind nicht mehr in Betrieb; ebenso unser nächstes
Ziel, die Schlierfermühle, nach einem ihrer früheren
Besitzer (Schlierf) genannt. Bis 1955 wurde hier noch gemahlen,
heute liefert noch eine Turbine Strom. |
| Wir überqueren
die Brücke, gehen nach links, queren eine kleine Straße
und gehen durch den Hof der Schlierfermühle vorbei an einer
Pferdekoppel und prächtigen Eichen zum gegenüberliegenden
Waldrand. Bei dem kleinen Kapellenneubau geradeaus in einen überwachsenen
Waldweg, eine Straße queren und weiter geradeaus auf dem
Forstweg. Links im Wald sehen wir nun von der Bodenvegetation überwachsen
die Reste von eiszeitlichen Dünenzügen. |
| Hier
sind diese Reste des Eiszeitalters noch nicht dem Sandabbau zum
Opfer gefallen. Der größte Teil der noch erhaltenen
Dünenstandorte wird heute von Sandkiefernwäldern eingenommen,
die für spezialisierte Tierarten heute letzte Rückzugsgebiete
darstellen. |
| Als
Nächstes kommt die Birkenmühle, die wir rechts am Waldrand
entlang umgehen, dahinter ein paar Schritte nach rechts auf der
Zufahrtsstraße und gleich hinter der Brücke wieder links
den Waldweg weiter. An der Gabel beim Weiher geradeaus, nach etwa
600 m an der Waldecke zunächst geradeaus den Waldrand entlang,
dann nach links an einigen Weihern auf der rechten Seite vorbei
und wieder rechts an einer Scheune vorbei zur Braunmühle. |
| Die
Birken- und die Braunmühle sind beide noch in Betrieb, aber
nicht mehr als Mahlmühlen; beide liefern Strom ins Netz. |
| Von
der Braunmühle folgen wir der Teerstraße, die in einen
Schotterweg übergeht und uns nach einer weiten Rechts- und
einer scharfen Linkskurve zu einer Brücke über die Sulz
und zur Kreisstraße 12 führt, die wir überqueren
und in den Ort Hofen gehen. An der Kirche vorbei steigen wir auf
der Straße aufwärts, sie geht in einen Schotterweg über,
an einer Rechtsbiegung links der Weg zum Schlüpfelberg, dem
wir jedoch nicht folgen, sondern geradeaus durch ein Waldstück
bis zum Ort Sulzbürg. |
| Über
die Geschichte dieses Ortes wäre viel zu erzählen und
wir werden das bei einer späteren Wanderung auch tun. Hier
nur soviel: Der Berg war bereits in prähistorischer Zeit
besiedelt, in Mittelalter und Neuzeit residierten hier die Grafen
von Sulzbürg, die es verstanden, das ‚Landl‘ als
protestantische Enklave in der ringsum katholischen Oberpfalz
zu erhalten. Dies blieb auch nach ihrem Aussterben 1740 so, als
das Land an die Wittelsbacher fiel, aber immerhin wurde noch
eine katholische Kirche erbaut. Seither grüßen von
der Spitze des Berges weithin sichtbar zwei Kirchen ins Land.
Neben Spuren eines prähistorischen Ringwalls finden wir
noch Reste des barocken Schlosses und eines mittelalterlichen
Burgstalls. |
| Am
großen Bau des Landlmuseums vorbei gehen wir zum Marktplatz
mit einer großen Linde und folgen einer schmalen Pflasterstraße
hinauf auf das Plateau des Schloßbergs, rechts sind im Eisensandstein
Nischen herausgearbeitet, die früher als Ziegenställe
dienten. |
| Die
Sulzbürg ist ein Zeugenberg, der früher zur Albtafel
gehörte und durch das Tal der Sulz von ihr abgeschnitten wurde.
Ihre Kuppe ist bereits bis auf den Braunjura, den Dogger, abgetragen.
Gut erkennen wir dessen Schichtung am Aufstieg zur Kirche, auch
die eingelagerten roten. stark eisenhaltigen Schichten. In diesem
weichen Gestein haben Erdbienen ihre Nester gebaut. |
| Auf
dem Plateau die evangelische Schloß- und die katholische
Pfarrkirche. Wir umrunden das Plateau auf dem Randwall, genießen
den herrlichen Blick ins Land, zur Burgruine Wolfstein und der
Mariahilfkirche, rechts das Zementwerk Sengenthal und der weitere
Albrand, dann steigen
wir
an der Nordostecke in den tiefen Graben des Burgstalls Niedersulzbürg
hinunter. Wenn wir dem Graben nach links folgen, kommen wir am
Pandurenloch vorbei, von wo uns ein schmaler Fußsteig auf
einem steilen Abstieg wieder hinunter in den Ort und zur Felsenwohnung
bringt. |
Das
Pandurenloch ist eine der seltenen, natürlichen Höhlen
im Eisensandstein, vermutlich später künstlich erweitert;
darüber läßt sich nichts Sicheres sagen, da sich
Bearbeitungsspuren in dem weichen Stein nur schlecht erhalten.
Die „Felsenwohnung“, die aus einer Steilwand des Eisensandsteins
herausgearbeitet ist, wurde bis in unsere Zeit vom Menschen genutzt. Sie
besteht aus mehreren Räumen (Keller, Wohnraum, Küche, Stall)
nebeneinander, die jeweils von außen zugänglich sind. Der Wohnraum
ist etwa 6 m lang und 3,5 bis 5 m breit, von ihm führt ein Durchgang
zur Küche. Im hinteren Teil ist eine Nische für das Bett herausgearbeitet.
Früher leiteten Ofenrohre den Rauch nach außen. Der Boden war
ehemals gedielt, die Wände sind teilweise heute noch verputzt und
in vielen Schichten getüncht. Bis 1930 war sie von einer Familie mit
ihren 14 (!) Kindern bewohnt. Daß sie schon lange als Kuriosum betrachtet
wurde, zeigt sich darin, daß sie in den frühen Zeiten des Ausflugsverkehrs
bereits ein beliebtes Postkartenmotiv darstellte. Leider wurde sie in jüngster
Zeit beim Bau des danebenliegenden Wohnhauses stark beschädigt und ‚renoviert‘. |
Zurück
am Marktplatz folgen wir der Ortsstraße nach links in Richtung
Rocksdorf bis zum Ortsausgang, gehen mit der Straße bergab
und biegen bei einer Bank in den nächsten Feldweg rechts ein.
Von hier aus sehen wir schon einen Gewerbebetrieb im Tal liegen,
auf den wir bergab auf einem überwachsenen Feldweg zugehen.
Rechts um die Fabrik herum, folgen wir ein kurzes Stück der
Straße und biegen hinter der Brücke links in einen Teerweg
ein, der uns wieder nach rechts zum Waldrand führt. Dort sehen
wir zum ersten Mal die Markierung ,
die sich nun gelegentlich sehen läßt und uns von hier
wieder in Richtung Neumarkt bringt. Wir folgen einem sandigen Forstweg,
queren die Verbindungsstraße Dietlhof-Braunshof und eine
Hochspannungsleitung und treffen auf eine breite Forststraße,
die von rechts kommt und der wir geradeaus folgen. Der Weg quert
eine Straße und trifft nach einer weiten Rechtsbiegung auf
eine Lichtung. Achtung: hier folgen wir dem Waldrand kurz nach
links, überqueren die Wiese und den Bach auf einem schmalen
Betonsteg. Kurz danach trifft der Weg auf eine Straße, der
wir nach rechts an dem Reitstall Schmidmühle vorbei bis zum
Ludwigskanal folgen; ab hier wieder wie auf dem Herweg bis zur
Bushaltestelle. |
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Anfahrt: Die Haltestelle Abzweigung Sengenthal
erreichen Sie von Nürnberg zunächst mit der VGN-Linie R5
(KBS 880) nach Neumarkt und von dort mit den Buslinien VGN 514
und 515, vom 1. Mai bis 15. Sept. auch mit der Freizeitlinie F6 (Fahrplan beachten);
ebenso kommen Sie auch wieder zurück.
Weglänge: Ca. 19 km, Gehzeit ca. 5
Std. ohne Besichtigungen, Möglichkeit zur Einkehr in Sulzbürg.
Karte: Da der Weg großenteils nicht
oder nur schlecht markiert ist, empfiehlt es sich, eine gute Karte
mitzunehmen, z.B. die topographischen Karten 1:50 000 L 6734 Neumarkt
und L6934 Beilngries, auf denen allerdings keine Wegmarkierungen eingetragen
sind.
Info: Der Ort Sengenthal wird beherrscht
vom Zementwerk der Heidelberger Zement AG und dem dazugehörigen
Steinbruch darüber am Winnberg. In diesem ist einzigartig das
Profil der Frankenalb vom Braunjura (Dogger) bis zum Weißjura
(Malm Beta) aufgeschlossen. Informationen dazu und zur Geologie der
Sulzbürg in dem Buch von Hermann Schmidt-Kaler: Sulzkirchen und
Sengenthal - Zwei berühmte Fossilfundstellen am Rande der Frankenalb,
Verlag Dr. Pfeil, München 1992. Fotos von Fossilien vom Winnberg
finden Sie auf der privaten Homepage
von Horst Gradl (http://home.t-online.de/home/horst.gradl/). Der Ort
Sulzbürg ist vertreten unter www.sulzbuerg.de,
hier finden Sie neben vielen Bildern ausführliche Angaben zur
Geschichte, zum Landlmuseum und sonst noch viel Wissenswertes. Sulzbürg
ist heute ein Ortsteil von Mühlhausen, das sich unter www.muehlhausen-sulz.de vorstellt.
Lesen Sie zur Tier- und Pflanzenwelt auch den Bericht „Vielfalt auf
Flugsand“ auf diesen Seiten.
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