|
|
|
| Im
Eiszeitalter hat die Ursulz, die damals noch ein weit größeres
Einzugsgebiet hatte, das heutige Flußtal angelegt, dabei
den Albrand und die vorgelagerten Zeugenberge (Buchberg, Sulzbürg)
freipräpariert und mächtige Terrassensande abgelagert.
Da das Gebiet damals eine vegetationsarme Kältesteppe war,
konnten die Winde aus den Sulzauen und dem Nürnberger Keupersandstein-Gebiet
Flugsande ausblasen und nach Osten transportieren. Südlich
Neumarkt werden solche Flugsande und die unterlagernden Terrassensande
als wertvoller Rohstoff in großem Umfang abgebaut. |
| Am
Ende queren wir einen Waldweg und folgen gleich dahinter an einer
Gabel dem rechten überwachsenen Waldweg, der uns hinter
einem Fischweiher nach einer scharfen Rechtsbiegung zum Waldrand
führt. Rechts sehen wir die Kastenmühle liegen, vor
uns der erste Blick auf die Sulzbürg. |
| Die
Gollermühle, an der wir vorher vorbeigekommen sind, und die
Kastenmühle sind nicht mehr in Betrieb; ebenso unser nächstes
Ziel, die Schlierfermühle, nach einem ihrer früheren
Besitzer (Schlierf) genannt. Bis 1955 wurde hier noch gemahlen,
heute liefert noch eine Turbine Strom. |
| Wir überqueren
die Brücke, gehen nach links, queren eine kleine Straße
und gehen durch den Hof der Schlierfermühle vorbei an einer
Pferdekoppel und prächtigen Eichen zum gegenüberliegenden
Waldrand. Bei dem kleinen Kapellenneubau geradeaus in einen überwachsenen
Waldweg, eine Straße queren und weiter geradeaus auf dem
Forstweg. Links im Wald sehen wir nun von der Bodenvegetation überwachsen
die Reste von eiszeitlichen Dünenzügen. |
| Hier
sind diese Reste des Eiszeitalters noch nicht dem Sandabbau zum
Opfer gefallen. Der größte Teil der noch erhaltenen
Dünenstandorte wird heute von Sandkiefernwäldern eingenommen,
die für spezialisierte Tierarten heute letzte Rückzugsgebiete
darstellen. |
| Als
Nächstes kommt die Birkenmühle, die wir rechts am
Waldrand entlang umgehen, dahinter ein paar Schritte nach rechts
auf der Zufahrtsstraße und gleich hinter der Brücke wieder
links den Waldweg weiter. An der Gabel beim Weiher geradeaus, nach
etwa 600 m an der Waldecke zunächst geradeaus den Waldrand entlang,
dann nach links an einigen Weihern auf der rechten Seite vorbei und
wieder rechts an einer Scheune vorbei zur Braunmühle. |
| Die
Birken- und die Braunmühle sind beide noch in Betrieb,
aber nicht mehr als Mahlmühlen; beide liefern Strom ins Netz. |
| Von
der Braunmühle folgen wir der Teerstraße, die in
einen Schotterweg übergeht und uns nach einer weiten Rechts-
und einer scharfen Linkskurve zu einer Brücke über die
Sulz und zur Kreisstraße 12 führt, die wir überqueren
und in den Ort Hofen gehen. An der Kirche vorbei steigen wir auf
der Straße aufwärts, sie geht in einen Schotterweg über,
an einer Rechtsbiegung links der Weg zum Schlüpfelberg, dem
wir jedoch nicht folgen, sondern geradeaus durch ein Waldstück
bis zum Ort Sulzbürg. |
Über die Geschichte dieses Ortes wäre viel zu erzählen
und wir werden das bei einer späteren Wanderung auch tun. Hier
nur soviel: Der Berg war bereits in prähistorischer Zeit besiedelt,
in Mittelalter und Neuzeit residierten hier die Grafen von Sulzbürg,
die es verstanden, das ‚Landl‘ als protestantische Enklave
in der ringsum katholischen Oberpfalz zu erhalten. Dies blieb auch
nach ihrem Aussterben 1740 so, als das Land an die Wittelsbacher
fiel, aber immerhin wurde noch eine katholische Kirche erbaut. Seither
grüßen von der Spitze des Berges weithin sichtbar zwei
Kirchen ins Land. Neben Spuren eines prähistorischen Ringwalls
finden wir noch Reste des barocken Schlosses und eines mittelalterlichen
Burgstalls. |
| Am
großen Bau des Landlmuseums vorbei gehen wir zum Marktplatz
mit einer großen Linde und folgen einer schmalen Pflasterstraße
hinauf auf das Plateau des Schloßbergs, rechts sind im Eisensandstein
Nischen herausgearbeitet, die früher als Ziegenställe dienten. |
| Die
Sulzbürg ist ein Zeugenberg, der früher zur Albtafel
gehörte und durch das Tal der Sulz von ihr abgeschnitten wurde.
Ihre Kuppe ist bereits bis auf den Braunjura, den Dogger, abgetragen.
Gut erkennen wir dessen Schichtung am Aufstieg zur Kirche, auch
die eingelagerten roten. stark eisenhaltigen Schichten. In diesem
weichen
Gestein haben Erdbienen ihre Nester gebaut. |
| Auf
dem Plateau die evangelische Schloß- und die katholische
Pfarrkirche. Wir umrunden das Plateau auf dem Randwall, genießen
den herrlichen Blick ins Land, zur Burgruine Wolfstein und der Mariahilfkirche,
rechts das Zementwerk Sengenthal und der weitere Albrand, dann steigen
wir an der Nordostecke in den tiefen Graben des Burgstalls Niedersulzbürg
hinunter. Wenn wir dem Graben nach links folgen, kommen wir am Pandurenloch
vorbei, von wo uns ein schmaler Fußsteig auf einem steilen
Abstieg wieder hinunter in den Ort und zur Felsenwohnung bringt. |
Das
Pandurenloch ist eine der seltenen, natürlichen
Höhlen im Eisensandstein, vermutlich später künstlich
erweitert; darüber läßt sich nichts Sicheres sagen,
da sich Bearbeitungsspuren in dem weichen Stein nur schlecht erhalten.
Die „Felsenwohnung“, die aus einer Steilwand
des Eisensandsteins herausgearbeitet ist, wurde bis in unsere Zeit
vom Menschen genutzt. Sie besteht aus mehreren Räumen (Keller,
Wohnraum, Küche, Stall) nebeneinander, die jeweils von außen
zugänglich sind. Der Wohnraum ist etwa 6 m lang und 3,5 bis
5 m breit, von ihm führt ein Durchgang zur Küche. Im
hinteren Teil ist eine Nische für das Bett herausgearbeitet.
Früher leiteten Ofenrohre den Rauch nach außen. Der
Boden war ehemals gedielt, die Wände sind teilweise heute
noch verputzt und in vielen Schichten getüncht. Bis 1930 war
sie von einer Familie mit ihren 14 (!) Kindern bewohnt. Daß sie
schon lange als Kuriosum betrachtet wurde, zeigt sich darin, daß sie
in den frühen Zeiten des Ausflugsverkehrs bereits ein beliebtes
Postkartenmotiv darstellte. Leider wurde sie in jüngster Zeit
beim Bau des danebenliegenden Wohnhauses stark beschädigt
und ‚renoviert‘. |
Zurück am Marktplatz folgen wir der Ortsstraße nach
links in Richtung Rocksdorf bis zum Ortsausgang, gehen mit der Straße
bergab und biegen bei einer Bank in den nächsten Feldweg rechts
ein. Von hier aus sehen wir schon einen Gewerbebetrieb im Tal liegen,
auf den wir bergab auf einem überwachsenen Feldweg zugehen.
Rechts um die Fabrik herum, folgen wir ein kurzes Stück der
Straße und biegen hinter der Brücke links in einen Teerweg
ein, der uns wieder nach rechts zum Waldrand führt. Dort sehen
wir zum ersten Mal die Markierung ,
die sich nun gelegentlich sehen läßt und uns von hier
wieder in Richtung Neumarkt bringt. Wir folgen einem sandigen Forstweg,
queren die Verbindungsstraße Dietlhof-Braunshof und eine Hochspannungsleitung
und treffen auf eine breite Forststraße, die von rechts kommt
und der wir geradeaus folgen. Der Weg quert eine Straße und
trifft nach einer weiten Rechtsbiegung auf eine Lichtung. Achtung:
hier folgen wir dem Waldrand kurz nach links, überqueren die
Wiese und den Bach auf einem schmalen Betonsteg. Kurz danach trifft
der Weg auf eine Straße, der wir nach rechts an dem Reitstall
Schmidmühle vorbei bis zum Ludwigskanal folgen; ab hier wieder
wie auf dem Herweg bis zur Bushaltestelle. |
| Anfahrt: Die
Haltestelle Abzweigung Sengenthal erreichen Sie von Nürnberg zunächst mit der VGN-Linie R5
(KBS 880) nach Neumarkt und von dort mit den Buslinien VGN
514 und 515, vom 1. Mai bis 15. Sept. auch mit der Freizeitlinie
F6 (Fahrplan beachten);
ebenso kommen Sie auch wieder zurück. |
| Weglänge: Ca.
19 km, Gehzeit ca. 5 Std. ohne Besichtigungen, Möglichkeit zur Einkehr in Sulzbürg. |
| Karte: Da
der Weg großenteils nicht
oder nur schlecht markiert ist, empfiehlt es sich, eine gute Karte
mitzunehmen,
z.B. die topographischen Karten 1:50 000 L 6734 Neumarkt und L6934
Beilngries, auf denen allerdings keine Wegmarkierungen eingetragen
sind. |
| Info: Der
Ort Sengenthal wird beherrscht vom Zementwerk der Heidelberger
Zement AG und dem dazugehörigen
Steinbruch darüber am Winnberg. In diesem ist einzigartig das
Profil der Frankenalb vom Braunjura (Dogger) bis zum Weißjura
(Malm Beta) aufgeschlossen. Informationen dazu und zur Geologie der
Sulzbürg in dem Buch von Hermann Schmidt-Kaler: Sulzkirchen
und Sengenthal - Zwei berühmte Fossilfundstellen am Rande der
Frankenalb, Verlag Dr. Pfeil, München 1992. Fotos von Fossilien
vom Winnberg finden Sie auf der privaten Homepage
von Horst Gradl. Der Ort Sulzbürg ist vertreten unter www.sulzbuerg.de,
hier finden Sie neben vielen Bildern ausführliche Angaben zur
Geschichte, zum Landlmuseum und sonst noch viel Wissenswertes. Sulzbürg
ist heute ein Ortsteil von Mühlhausen, das sich unter www.muehlhausen-sulz.de vorstellt.
Lesen Sie zur Tier- und Pflanzenwelt auch den Bericht Vielfalt auf
Flugsand auf diesen Seiten >> |
|
|