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Die
breite Forststraße zieht sich kurvenreich bergan und läßt
zumindest im Winter immer wieder schöne Blicke frei hinunter
auf die Orte im Pegnitztal. Achtung: Kurz bevor es auf der Höhe
eben wird, rechts mit
auf einem schmalen, leicht zu übersehenden Pfad in den Jungwald.
Von nun an geht es auf einem schmalen Waldweg mit
weiter leicht bergan, nach einiger Zeit kommt
von rechts dazu, und nach einem letzten Anstieg stehen wir nach etwas
über einer Stunde auf den Gipfelfelsen des Großen Hansgörgel.
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| Der
Gipfel des 601 m hohen Berges ist heute völlig zugewachsen;
früher muß man von hier eine gute Aussicht gehabt haben,
da der Verschönerungsverein Hersbruck 1877 auf dem Gipfel einen
Aussichtspavillion errichtete. |
Nun
geht es mit ,
und einigen anderen Zeichen wieder bergab, nach 10 min erreichen wir
eine Forststraße, der wir nach rechts zum Waldrand folgen. Hier
verlassen uns die anderen Zeichen, wir gehen geradeaus mit
über die Hochfläche. An einer Kurve geht es ein paar Schritte
bergan, und kurz danach stößt die Markierung
zu uns. |
| Das
Zeichen ist die Signatur des Nürnberger Patriziers Paul Pfinzing
(1554-1599), der als Kartograph aus Leidenschaft zahlreiche Vermessungen
für die Reichsstadt durchführte, u.a. erstellte er eine
Karte des Pflegamts Hersbruck. Anläßlich des 400jährigen
'Jubiläums' der Karte 1996 wurde dieser
Weg auf der seinerzeit vermessenen Grenze vom Fränkischen
Albverein markiert. |
Wir
folgen beiden Markierungen und etwa 500 m nach einer Feldscheune
stoßen wir auf den Waldrand. Hier verlassen wir kurz
und gehen mit
nach links durch den Wald, um eine Waldecke und kurz vor der Teerstraße
stoßen wir rechts im Gebüsch auf einen Grenzstein. Links
jenseits des Tals sehen wir auf dem Berg die Feste Rothenberg. |
Eine
Burg wurde auf dem Rothenberg Anfang des 14. Jhs. erbaut, nachdem
ihr Vorgänger auf dem Alten Rothenberg nordöstlich davon
zerstört worden war. Erbaut wurde sie von den Wildensteinern,
einem bedeutenden Adelsgeschlecht, die wichtige Ämter vor allem
im Dienst der baierischen Herzöge innehatten. 1360 wurde auch
der Rothenberg an Karl IV. verkauft, der ihn mit einer Burgmannschaft
und böhmischen Adligen als Burggrafen besetzte. Es muß
sich um eine umfangreiche Anlage gehandelt haben, sogar ein Städtchen
ist auf dem Plateau vor der Burg belegt. Im Gegensatz zu anderen Orten
ging der Rothenberg 1373 nicht an die Wittelsbacher über; erst
1478 erwarben ihn 44 fränkische Ritter und richteten eine Ganerbenschaft
(eine Art Genossenschaft mit vertraglich festgelegten Rechten und
Pflichten) ein. Auch 1504 blieb er im Besitz der Ganerben und sein
Gebiet war ein Fremdkörper im Nürnberger Landgebiet, das
Gegnern der Stadt wie dem Raubritter Kunz Schott Zuflucht bot. Ab
1623 beanspruchte Baiern wieder die Landeshoheit und setzte die Ganerben
durch Einquartierung von Soldaten unter Druck, bis diese schließlich
nach zähen Verhandlungen 1661 verkauften.
An dem Gebiet des Rothenbergs werden exemplarisch die komplizierten
Rechtsverhältnisse deutlich, denn bis in die frühe Neuzeit
konnten die Verpflichtungen eines Menschen durchaus auf mehrere Herren
verteilt sein: der eine erhielt die Abgaben, ein anderer hatte die
niedere Gerichtsbarkeit und ein dritter die hohe Gerichtsbarkeit für
Kapitalverbrechen, dazu kamen noch andere Rechte wie z.B. die Jagdgerichtsbarkeit.
Nun hatte der Westfälische Friede 1648 den Grundsatz festgelegt,
daß der Landesherr die Religionszugehörigkeit bestimmte,
aber wer war nun der Landesherr? Nürnberger Patrizier, v.a. die
Tucher, hatten Güter im Rothenberger Gebiet gekauft, die Ganerben
hatten Besitz und der Herzog von Baiern beanspruchte die Oberhoheit.
Die Nürnberger Patrizier waren lutherisch, die Ganerben calvinistisch
und der Herzog von Baiern katholisch. Erst nach langen Auseinandersetzungen
und Verhandlungen wurde der Zustand vertraglich geregelt: das Land
wurde rekatholisiert, die Bauern mußten katholisch werden oder
verkaufen, die Tucher zum evangelischen Gottesdienst auf Nürnberger
Territorium nach St. Helena.
Im Spanischen Erbfolgekrieg wurde die Burg 1703 von den Truppen des
Fränkischen Kreises eingenommen und zerstört; nach dem Frieden
erbaute Baiern die heute stehende moderne Festung nach französischem
Vorbild, die allerdings nie vollständig fertiggestellt wurde.
Das Königreich Bayern ließ 1838 die Festung auf; heute
bemühen sich die Bayerische Schlösserverwaltung und ein
der Heimatverein Schnaittach dankenswerterweise unter großem
Aufwand, dem Verfall Einhalt zu gebieten. |
Wir
folgen der Teerstraße bis zu einer Kreuzung, hier geht es ganz
links wieder mit
weiter, und wo sich das Sträßchen senkt, geht esrechts
ab in einen Waldweg. Von nun an folgen wir immer der Markierung ,
aber Achtung, an einigen Stellen macht der Weg scharfe Knicke, ist
aber durchgehend gut markiert. Wir queren die Straße von Osternohe
ins Sittenbachtal, drüben geht es auf schmalem Pfad durch eine
Buschreihe, und von da an wieder weiter auf breiten Forststraßen.
Achtung, etwa 20 min nach der Straße geht es auf einer Lichtung
nochmals hart rechts zum gegenüberliegenden Wald. Eine gute Stunde
nach dem Grenzstein haben wir den Ortsrand von Schloßberg erreicht,
am gegenüberliegenden Talrand die Autobahnbrücken am Hienberg
und vor oder nach dem Mittagessen können wir die Reste der Burg
Osternohe besichtigen. |
| Von
der Burg sind nur der Stumpf des Bergfrieds und Mauerreste am Talhang
übriggeblieben, die sich allesamt auf Privatgrund befinden. Die
Burg wurde wohl im 12. Jh. von den Edelfreien von Osternohe erbaut,
deren bedeutendstes Mitglied Boppo 1253 Hochmeister des Deutschen
Ordens wurde und als Erbauer der Marienburg gilt. Die nachfolgenden
Besitzer, die Hohenlohe, verkauften 1326 den Besitz an den Burggrafen
von Nürnberg, und 4 1/2 Jahrhunderte lang gehörte Osternohe
zur Markgrafschaft Bayreuth. Die exponierte Lage der Enklave führte
zu beständigen Streitigkeiten mit Nürnberg oder Baiern,
je nach derzeitiger Bündnislage. So zerstörten im 1. Markgrafenkrieg
1450 die Nürnberger die Vorburg, im 2. eroberten und zerstörten
sie 1553 die ganze Burg. Im Spanischen Erbfolgekrieg 1703 wiederum
besetzte Baiern vom Rothenberg aus die Burg und plünderte sie.
Seit dem 15. Jh. ist für Osternohe eine eigene Halsgerichtsbarkeit
belegt, doch die Grenze war stets strittig und konnte erst im 18.
Jh. vertraglich festgelegt werden. Vor allem aus der Zeit des bairischen
Pflegers Velhorn in Schnaittach sind viele gewaltsame Auseinandersetzungen
überliefert, in die sogar die Regierung in München vermittelnd
eingreifen mußte. Was Wunder, daß es die zollerischen
Amtmänner im 18. Jh. vorzogen, in Pegnitz oder Schnabelwaid zu
residieren und seither die Burg Stück um Stück auf Abbruch
verkauft wurde. Noch nach dem 2. Weltkrieg gelang es nur dem Einsatz
des bekannten Burgenforschers Dr. Hellmut Kunstmann, den völligen
Abbruch der noch stehenden Reste zu verhindern. |
| Auf
der Straße geht es hinunter in den Ort Osternohe (kurz vor dem
Ortsrand führt eine markierte Abkürzung über die Wiese)
und von der Ortsmitte wieder hinauf zur Kirche. |
Die
1471 erbaute Holzkirche wurde schon nach wenigen Jahren in Stein erbaut
und seither kaum verändert. Sie war den Hl. 14 Nothelfern geweiht
und gehörte zur Rothenberger Pfarrei Bühl. Vom dortigen
Pfarrer wurde sie auch nach der Reformation versorgt, bis die Ganerben
1618 den Calvinismus einführten und der Markgraf einen eigenen
lutherischen Pfarrer einsetzte. Bedeutend und unbedingt zu besichtigen
ist der spätgotische Flügelaltar mit den 14 Nothelfern,
eine Nürnberger Arbeit um 1480, dessen Zuschreibung an die Wohlgemut-Werkstatt
allerdings umstritten ist. |
Unterhalb
der Kirche führt ein Weg mit der Markierung
und
durch den Hof und auf halber Höhe den Hang entlang, hier noch
ein schöner Blick zurück zur Burgruine, dann kurz am Waldrand
den Hang hinab und nun immer - nicht zu verfehlen - auf Feldwegen
den Bach entlang. Wir können entweder im Ort Hedersdorf mit
nach rechts über die Brücke zum Haltepunkt oder geradeaus
weiter durch den Ort mit
, die Bahnlinie queren und im Wiesengrund mit Blick nach links zum
Rothenberg nach Schnaittach gehen, dessen Kirche vor uns liegt. Entweder
statten wir ihr noch einen Besuch ab oder wir gehen direkt der Hauptverkehrsstraße
entlang zum Bahnhof. Ab der Kirche in Osternohe bis zum Bahnhof Schnaittach
ist es eine gute Stunde. |
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Anfahrt:
Reichenschwand erreicht man von Nürnberg mit der Regionalbahn
VGN R3 (KBS 891.3, Fahrplanauskunft),
von Schnaittach bzw. Hedersdorf zurück mit der Regionalbahn
VGN R31 (samstags und sonntags alle 2 Std., wochentags häufiger)
bis Neunkirchen
am Sand, dort wieder umsteigen in die R3 (Fahrplanauskunft).
Weglänge: Ca. 19 km, Gehzeit ca. 5 Std. ohne
Besichtigungen. Abkürzungen möglich, wenn man den Gipfel
des Großen Hansgörgel ausläßt (beim Abzweig
in den Jungwald geradeaus auf der Forststraße, am Waldrand
trifft man wieder auf Gelbkreuz) oder bereits in Hedersdorf in den
Zug einsteigt. Möglichkeiten zur Einkehr in Reichenschwand,
Schloßberg, Osternohe, Hedersdorf und Schnaittach, daneben
aber auch immer wieder Wegweiser zu Gasthäusern abseits des
Weges.
Karte: Fritsch
Wanderkarte Nr. 80 Landkreis Nürnberger Land oder Umgebungskarte
UK L29 Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst des
Bayerischen
Landesvermessungsamts.
Info: Informationen zu den Gemeinden im Nürnberger Land
finden Sie auf den Seiten von www.nbg-land.com
unter der jeweiligen Gemeinde.
Reichenschwand finden Sie unter www.nbg-land.com/reichenschwand
oder auf den offiziellen Seiten der Gemeinde www.reichenschwand.de,
hier auch Auszüge aus dem Buch von W. Schwemmer Alt-Reichenschwand.
Die Festung Rothenberg, die wir nur aus der Ferne gesehen haben,
ist unbedingt eine Besichtigung wert, Führungen auch durch
die Kasematten werden durch den Heimatverein Schnaittach durchgeführt
(geöffnet 31.03. - 31.10., 10-18 Uhr, letzte Führung 17
Uhr, Mo geschlossen), außerdem gibt es dort im Sommer immer
wieder Veranstaltungen. Infos unter www.festung-rothenberg.de.
Über die Geschichte des Rothenbergs können Sie auf den
Seiten von nbg-land
nachlesen oder auf den Seiten von Burgenwelt.
Osternohe ist vertreten unter www.osternohe.de,
auf den Seiten von nbg-land,
Angaben zur Burg bei Burgenwelt.
Auf einer Webcam können Sie sich auch über den Schneezustand
am Schlepplift informieren.
Schnaittach schließlich finden Sie auf nbg-land
und auf der offiziellen Homepage www.markt-schnaittach.de,
Informationen zu Ausstellungen des Jüdischen Museums in der
ehemaligen Synagoge unter www.juedisches-museum.org.
Für den Erhalt und Ausbau der Bahnlinie im Schnaittachtal tritt
die Interessengemeinschaft
Schnaittachtalbahn e.V. ein.
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