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Unser Wandervorschlag führt
uns - rechtzeitig zu Ostern - zu den 'Perlen am Obermain': Kloster
Banz und Vierzehnheiligen.
Vom Bahnhof in die Stadt, dort am Rathaus links, kurz die Hauptstraße
entlang und dann rechts mit
und ,
die uns ab hier begleiten. |
| Der heutige Ort Staffelstein
taucht erstmals in karolingischer Zeit als Reichsgut auf, die Besiedlung
der Umgebung reicht aber bis in die Steinzeit zurück. Im 1. Drittel
des 12. Jh. kommt der Ort an das Bamberger Domkapitel, erhält
1130 das Marktrecht und 1422 das Recht der Stadtbefestigung. In den
Kriegen der Jahrhunderte wurde die Stadt immer wieder schwer beschädigt,
1684 zerstörte ein großer Brand die Stadt. Dem Wiederaufbau
verdankt die Stadt zahlreiche Barockbauten, so das Rathaus. Davor
steht das Denkmal des wohl bekanntesten Sohnes der Stadt, des Rechenmeisters
Adam Riese (* 1492). |
| Am Friedhof
beginnt der gut markierte Aufstieg zum Staffelberg, zunächst
leicht ansteigend durch offenes Gelände, dann im Wald steiler
ansteigend. Vor uns ragen die Felsen des Gipfels auf, und rückwärts
bietet sich ein wunderbarer Blick über das Maintal hinüber
nach Kloster Banz. Zum Schluß noch ein kurzer, steiler Anstieg,
und nach etwa einer Stunde stehen wir auf dem Gipfel des Staffelbergs. |
Kurz hinter
dem Kriegerdenkmal sehen wir rechts im Gebüsch tiefe Gruben,
Reste der Steinbrüche, aus denen das Baumaterial für Staffelstein
kam. Im weiteren Verlauf des Anstiegs steht rechts des Wegs die Adelgundis-Grotte,
dahinter kurz ein Abstecher nach rechts zum Viktor-von-Scheffel-Denkmal,
einem Riffkalkblock, der vom Gipfelfelsen herabgestürzt ist.
Der Blick vom Gipfel läßt Scheffels Begeisterung
nachempfinden, die ihn zu dem Frankenlied 'Wohlauf, die Luft geht
frisch und rein...' inspirierte: Der Blick geht über das weite
Maintal hinüber nach Banz, unserem heutigen Ziel, dahinter die
Veste Coburg und die Gipfel der Gleichberge, das Tal hinunter über
die Veitskapelle auf dem benachbarten Ansberg mit der Altenburg bei
Bamberg dahinter und im Süden über die Höhen des Jura.
Daß dieser Punkt die Menschen seit langem
anzog, ist verständlich: Seit der Bandkeramik (ca. 5.500 - 5.000
v. Chr.) war der Berg immer wieder besiedelt, mindestens seit dem
Ende der Hallstattzeit (550 - 480 v. Chr.) auch befestigt. In der
Spätlatènezeit stand hier auf 49 ha eine keltische Stadt,
ein Oppidum, das von einer weiten Ringmauer umgeben war, deren Spuren
man noch als Wall unten auf der Hochfläche erkennen kann (beim
Abstieg werden wir diesen Wall durch einen Einschnitt kreuzen, Infotafel!).
Ein Stück der Mauer um das Gipfelplateau wurde am Originalfundplatz
wieder aufgebaut. Dieses Oppidum wird mit dem von dem griechischen
Geographen Ptolemaios genannten 'Menosgada' gleichgesetzt; es wurde
um die Mitte des 1. Jhs. v. Chr. aufgegeben. Noch einmal spielte der
Staffelberg dann im 4. und 5. Jh. n. Chr. eine Rolle als germanische
Gauburg. |
| Nach dem Rundgang
um den Gipfel besuchen wir die Adelgundiskapelle, die uns in der Karzeit
bis Ostern ein seltenes Schauspiel bietet: das Ostergrab auf dem Staffelberg. |
| 1751 schuf
der Eremit Jakob Heß das heute noch erhaltene Heilige Grab auf
dem Staffelberg, ein beliebtes Motiv der Volksfrömmigkeit des
Barock. Noch im 18. Jh. zogen in der Nacht zum Karfreitag ca. 6000
Menschen auf den Staffelberg. Das Besondere an diesem Heiligen Grab
ist der Aufbau, der auf drei Stufen in mechanisch bewegten Figuren
die Leidensgeschichte vor Augen führt. |
Nun hinunter
vom Gipfel, über das Gebiet der keltischen Stadt, durch den Wallschnitt
und auf einem breiten Höhenweg mit ,
und
in
Richtung Vierzehnheiligen. Rechts von uns die markanten Gipfel erst
des Spitzbergs und dann des Alten Staffelbergs, der ebenfalls eine
latènezeitliche Befestigung trug. Achtung: Kurz hinter dem
Alten Staffelberg trennt sich
von
und führt uns nach links, zunächst an einem Aussichtspunkt
vorbei und dann auf einem steilen Fußpfad bergab nach Vierzehnheiligen. |
| 1445/46
erschienen hier einem Schäfer des Klosters Langheim Christus
und die Vierzehn Nothelfer. Die Wallfahrt zu dieser Stelle nahm im
17. Jh. gewaltig zu, so daß ab 1743 ein Neubau notwendig wurde.
Änderungen bei der Bauausführung machten eine Neuplanung
durch Balthasar Neumann notwendig, nach dessen Plänen der Bau
bis 1772 fertiggestellt wurde. In einem genialen Entwurf löste
Neumann die Struktur des Raumes durch ein System sich durchdringender
Ovale vollständig auf und stellte den Ort der Erscheinung, obwohl
im Langhaus gelegen, in den Mittelpunkt. Die überwältigende
Lichtfülle und die zurückhaltende Farbigkeit des überreichen
Rocailledekors lassen einen überirdischen Raumeindruck entstehen. |
Mit
bergab kürzen wir eine Schleife der Straße auf einem Fußpfad
ab, dann wieder auf der Straße nach Grundfeld, durch den Ort,
über B173 und Eisenbahn und nach Reunfeld. Am Ortseingang ohne
Markierung links in die 'Bachstraße', dann rechts, an einem
Fabrikgelände vorbei, einer Rechtsbiegung folgen und am Ortsrand
geradeaus auf einen etwas erhöhten Feldweg. Ein Graben quert,
wir verlassen den Feldweg und folgen dem Graben immer noch o.M. nach
links bis zum Seeufer, dem wir nach rechts entlang gehen, bis wir
wieder auf
treffen. Diese Markierung führt uns nach links an einer Staustufe
und E-Werk über den Main und dahinter auf der Straße nach
rechts. Beim Gasthaus mit
durch den Biergarten und dann führt uns die Markierung wieder
steil bergan, einige Forstwege kreuzen, bis wir wieder auf eine Teerstraße
treffen. Links von uns Kloster Banz, das dritte Ziel unseres heutigen
Tages. Hier nehmen wir uns die Zeit, die Klosteranlage und die prächtige
Kirche zu besichtigen und von der Terasse vor der Kirche nochmals
die großartige Aussicht ins Maintal und hinüber nach Vierzehnheiligen
und zum Staffelberg zu genießen. |
| In der
Burg der Schweinfurter Markgrafen wurde um 1070 ein Kloster gegründet,
um das ein langer Streit zwischen den Bistümern Bamberg und Würzburg
entstand. Der Niedergang durch Reformationszeit und Dreißigjährigen
Krieg wurde erst im 17. Jh. durch eine spirituelle und wirtschaftliche
Gesundung beendet, die zu einem vollständigen Neubau von Kirche
und Kloster führte. Ab 1698 wurde der Neubau zunächst des
Klosters, ab 1710 der Kirche durch Johann Dientzenhofer aufgeführt.
Es entstand ein Meisterwerk des Barock, dessen Bauidee dann in Vierzehnheiligen
wieder aufgegriffen und übersteigert wurde. Seit 1978 ist Banz
im Besitz der Hanns-Seidel-Stiftung, die die Räumlichkeiten als
Tagungsstätte nutzt. |
Vor der Kirche
den Weg bergab, nach dem Gittertor halblinks in den Wald und nun bergab,
teils auf breiten Waldwegen, teils auf Fußpfaden mit den Markierungen
und .
Wir erreichen den Waldrand, queren dort eine Straße und einen
Schotterweg und gehen in gleicher Richtung weiter über die Wiese
zur gegenüberliegenden Gebüschreihe, an der wir wieder mit
der Markierung eben nach rechts gehen. Kurz bergab, und bei einem
Trafohäuschen erreichen wir Unnersdorf, wo wir auf der Straßenbrücke
den Main queren. Kurz danach rechts ab in den Radweg, dessen Biegungen
wir in den Kurpark von Staffelstein folgen. |
| Die Solequelle
ist die stärkste und mit 36 Grad heißeste Bayerns, und
so liegt seit Jahren der Schwerpunkt der Stadtentwicklung auf Fremdenverkehr
und Kurbetrieb. Dazu gehört neben der Obermaintherme das 1998
in Betrieb genommene Gradierwerk. Die vorläufige Krönung
fand diese Entwicklung mit der Anerkennung als Bad Staffelstein. |
| Am Gradierwerk
vorbei zum Ausgang, links auf einem Brücklein über den Bach
und dann rechts durch die Unterführung zurück zum Bahnhof
Staffelstein. |
| Wir wünschen
Ihnen frohe Ostern und ein schöneres Osterwetter als an diesem
Tag im letzten Jahr, aber die Bilder zeigen, daß auch ein durchwachsenes
Wetter dramatisch schöne Ausblicke bereithält. Wanderwetter
ist immer! |
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| Anfahrt: Staffelstein erreicht man von
Nürnberg bzw. Erlangen mit dem Regionalexpreß (KBS 820,
Fahrplanauskunft)
auch am Wochenende im Stundentakt. Rückfahrt ab Staffelstein
auf der gleichen Strecke. |
| Weglänge: Ca. 18 km, Gehzeit
gut 5 Std. ohne Besichtigungen (die beiden Anstiege zum Staffelberg
und nach Banz berücksichtigen !). Möglichkeiten zur Einkehr
in Staffelstein, auf dem Staffelberg, in Vierzehnheiligen, Reundorf,
Hausen, Banz und Unnersdorf. |
| Karte:
UK L29 Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst des
Bayerischen
Landesvermessungsamts oder Fritsch
Wanderkarte Nr. 65 Naturpark Fränkische Schweiz Blatt Nord. |
Info: Informationen zu Bad Staffelstein,
seine Freizeitmöglichkeiten und die Geschichte unter www.staffelstein.de.
Zum Staffelberg ist ein ganz aktueller Bericht auf den Seiten des
Instituts
für Ur- und Frühgeschichte der Universität Erlangen
erschienen, wo sich auch die Sammlung Roßbach mit Funden vom
Staffelberg befindet. Weitere Funde, auch aus dem archäologisch
reichen Umkreis, im Museum
der Stadt Bad Staffelstein. Über die Bemühungen zur
Erhaltung der Kulturlandschaft rund um den Staffelberg erfahren Sie
hier Näheres.
Das Ostergrab ist nur während der Osterzeit aufgebaut, ein Faltblatt
liegt in der Kapelle aus.
Zu Vierzehnheiligen gibt es eine sehr umfangreiche Website,
die neben Informationen zur Kirche auch sehr viel Wissenswertes zur
Wallfahrt und den Vierzehn Nothelfern enthält. Hochinteressant
die Seiten des Gymnasiums
Lichtenfels mit den online gestellten Beilagen zum Jahresbericht,
darunter eine über den Barock
am Obermain, der neben Vierzehnheiligen auch Kloster Banz und
Bürgerhäuser behandelt.
Kloster Banz finden sie ebenfalls beim Gymnasium
Lichtenfels, die Hanns-Seidel-Stiftung unter www.hss.de. |
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