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Am
Friedhof beginnt der gut markierte Aufstieg zum Staffelberg, zunächst
leicht ansteigend durch offenes Gelände, dann im Wald steiler
ansteigend. Vor uns ragen die Felsen des Gipfels auf, und rückwärts
bietet sich ein wunderbarer Blick über das Maintal hinüber
nach Kloster Banz. Zum Schluß noch ein kurzer, steiler Anstieg,
und nach etwa einer Stunde stehen wir auf dem Gipfel des Staffelbergs.
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Kurz
hinter dem Kriegerdenkmal sehen wir rechts im Gebüsch tiefe
Gruben, Reste der Steinbrüche, aus denen das Baumaterial für
Staffelstein kam. Im weiteren Verlauf des Anstiegs steht rechts
des Wegs die Adelgundis-Grotte, dahinter kurz ein Abstecher nach
rechts zum Viktor-von-Scheffel-Denkmal, einem Riffkalkblock, der
vom Gipfelfelsen herabgestürzt ist.
Der Blick vom Gipfel läßt Scheffels
Begeisterung nachempfinden, die ihn zu dem Frankenlied 'Wohlauf,
die Luft geht frisch und rein...' inspirierte: Der Blick geht über
das weite Maintal hinüber nach Banz, unserem heutigen Ziel,
dahinter die Veste Coburg und die Gipfel der Gleichberge, das Tal
hinunter über die Veitskapelle auf dem benachbarten Ansberg
mit der Altenburg bei Bamberg dahinter und im Süden über
die Höhen des Jura.
Daß dieser Punkt die Menschen seit langem
anzog, ist verständlich: Seit der Bandkeramik (ca. 5.500 -
5.000 v. Chr.) war der Berg immer wieder besiedelt, mindestens seit
dem Ende der Hallstattzeit (550 - 480 v. Chr.) auch befestigt. In
der Spätlatènezeit stand hier auf 49 ha eine keltische
Stadt, ein Oppidum, das von einer weiten Ringmauer umgeben war,
deren Spuren man noch als Wall unten auf der Hochfläche erkennen
kann (beim Abstieg werden wir diesen Wall durch einen Einschnitt
kreuzen, Infotafel!). Ein Stück der Mauer um das Gipfelplateau
wurde am Originalfundplatz wieder aufgebaut. Dieses Oppidum wird
mit dem von dem griechischen Geographen Ptolemaios genannten 'Menosgada'
gleichgesetzt; es wurde um die Mitte des 1. Jhs. v. Chr. aufgegeben.
Noch einmal spielte der Staffelberg dann im 4. und 5. Jh. n. Chr.
eine Rolle als germanische Gauburg.
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| Nach
dem Rundgang um den Gipfel besuchen wir die Adelgundiskapelle, die
uns in der Karzeit bis Ostern ein seltenes Schauspiel bietet: das
Ostergrab auf dem Staffelberg. |
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1751
schuf der Eremit Jakob Heß das heute noch erhaltene Heilige
Grab auf dem Staffelberg, ein beliebtes Motiv der Volksfrömmigkeit
des Barock. Noch im 18. Jh. zogen in der Nacht zum Karfreitag ca.
6000 Menschen auf den Staffelberg. Das Besondere an diesem Heiligen
Grab ist der Aufbau, der auf drei Stufen in mechanisch bewegten
Figuren die Leidensgeschichte vor Augen führt.
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Nun
hinunter vom Gipfel, über das Gebiet der keltischen Stadt, durch
den Wallschnitt und auf einem breiten Höhenweg mit ,
und
in
Richtung Vierzehnheiligen. Rechts von uns die markanten Gipfel erst
des Spitzbergs und dann des Alten Staffelbergs, der ebenfalls eine
latènezeitliche Befestigung trug. Achtung: Kurz hinter dem
Alten Staffelberg trennt sich
von
und führt uns nach links, zunächst an einem Aussichtspunkt
vorbei und dann auf einem steilen Fußpfad bergab nach Vierzehnheiligen. |
| 1445/46
erschienen hier einem Schäfer des Klosters Langheim Christus
und die Vierzehn Nothelfer. Die Wallfahrt zu dieser Stelle nahm im
17. Jh. gewaltig zu, so daß ab 1743 ein Neubau notwendig wurde.
Änderungen bei der Bauausführung machten eine Neuplanung
durch Balthasar Neumann notwendig, nach dessen Plänen der Bau
bis 1772 fertiggestellt wurde. In einem genialen Entwurf löste
Neumann die Struktur des Raumes durch ein System sich durchdringender
Ovale vollständig auf und stellte den Ort der Erscheinung, obwohl
im Langhaus gelegen, in den Mittelpunkt. Die überwältigende
Lichtfülle und die zurückhaltende Farbigkeit des überreichen
Rocailledekors lassen einen überirdischen Raumeindruck entstehen. |
Mit
bergab
kürzen wir eine Schleife der Straße auf einem Fußpfad
ab, dann wieder auf der Straße nach Grundfeld, durch den Ort,
über B173 und Eisenbahn und nach Reunfeld. Am Ortseingang ohne
Markierung links in die 'Bachstraße', dann rechts, an einem
Fabrikgelände vorbei, einer Rechtsbiegung folgen und am Ortsrand
geradeaus auf einen etwas erhöhten Feldweg. Ein Graben quert,
wir verlassen den Feldweg und folgen dem Graben immer noch o.M. nach
links bis zum Seeufer, dem wir nach rechts entlang gehen, bis wir
wieder auf
treffen. Diese Markierung führt uns nach links an einer Staustufe
und E-Werk über den Main und dahinter auf der Straße nach
rechts. Beim Gasthaus mit
durch den Biergarten und dann führt uns die Markierung wieder
steil bergan, einige Forstwege kreuzen, bis wir wieder auf eine Teerstraße
treffen. Links von uns Kloster Banz, das dritte Ziel unseres heutigen
Tages. Hier nehmen wir uns die Zeit, die Klosteranlage und die prächtige
Kirche zu besichtigen und von der Terasse vor der Kirche nochmals
die großartige Aussicht ins Maintal und hinüber nach Vierzehnheiligen
und zum Staffelberg zu genießen. |
| In
der Burg der Schweinfurter Markgrafen wurde um 1070 ein Kloster gegründet,
um das ein langer Streit zwischen den Bistümern Bamberg und Würzburg
entstand. Der Niedergang durch Reformationszeit und Dreißigjährigen
Krieg wurde erst im 17. Jh. durch eine spirituelle und wirtschaftliche
Gesundung beendet, die zu einem vollständigen Neubau von Kirche
und Kloster führte. Ab 1698 wurde der Neubau zunächst des
Klosters, ab 1710 der Kirche durch Johann Dientzenhofer aufgeführt.
Es entstand ein Meisterwerk des Barock, dessen Bauidee dann in Vierzehnheiligen
wieder aufgegriffen und übersteigert wurde. Seit 1978 ist Banz
im Besitz der Hanns-Seidel-Stiftung, die die Räumlichkeiten als
Tagungsstätte nutzt. |
Vor
der Kirche den Weg bergab, nach dem Gittertor halblinks in den Wald
und nun bergab, teils auf breiten Waldwegen, teils auf Fußpfaden
mit den Markierungen
und .
Wir erreichen den Waldrand, queren dort eine Straße und einen
Schotterweg und gehen in gleicher Richtung weiter über die Wiese
zur gegenüberliegenden Gebüschreihe, an der wir wieder mit
der Markierung eben nach rechts gehen. Kurz bergab, und bei einem
Trafohäuschen erreichen wir Unnersdorf, wo wir auf der Straßenbrücke
den Main queren. Kurz danach rechts ab in den Radweg, dessen Biegungen
wir in den Kurpark von Staffelstein folgen. |
| Die
Solequelle ist die stärkste und mit 36 Grad heißeste Bayerns,
und so liegt seit Jahren der Schwerpunkt der Stadtentwicklung auf
Fremdenverkehr und Kurbetrieb. Dazu gehört neben der Obermaintherme
das 1998 in Betrieb genommene Gradierwerk. Die vorläufige Krönung
fand diese Entwicklung mit der Anerkennung als Bad Staffelstein. |
| Am
Gradierwerk vorbei zum Ausgang, links auf einem Brücklein über
den Bach und dann rechts durch die Unterführung zurück zum
Bahnhof Staffelstein. |
| Wir
wünschen Ihnen frohe Ostern und ein schöneres Osterwetter
als an diesem Tag im letzten Jahr, aber die Bilder zeigen, daß
auch ein durchwachsenes Wetter dramatisch schöne Ausblicke bereithält.
Wanderwetter ist immer! |
Anfahrt:
Staffelstein erreicht man von Nürnberg bzw. Erlangen mit dem
Regionalexpreß (KBS 820, Fahrplanauskunft)
auch am Wochenende im Stundentakt. Rückfahrt ab Staffelstein
auf der gleichen Strecke.
Weglänge: Ca. 18 km, Gehzeit gut 5 Std. ohne
Besichtigungen (die beiden Anstiege zum Staffelberg und nach Banz
berücksichtigen !). Möglichkeiten zur Einkehr in Staffelstein,
auf dem Staffelberg, in Vierzehnheiligen, Reundorf, Hausen, Banz und
Unnersdorf.
Karte: UK L29 Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner
Forst des Bayerischen
Landesvermessungsamts oder Fritsch
Wanderkarte Nr. 65 Naturpark Fränkische Schweiz Blatt Nord.
Info: Informationen zu Bad Staffelstein, seine Freizeitmöglichkeiten
und die Geschichte unter www.staffelstein.de.
Zum Staffelberg ist ein ganz aktueller Bericht auf den Seiten des
Instituts
für Ur- und Frühgeschichte der Universität Erlangen
erschienen, wo sich auch die Sammlung Roßbach mit Funden vom
Staffelberg befindet. Weitere Funde, auch aus dem archäologisch
reichen Umkreis, im Museum
der Stadt Bad Staffelstein. Über die Bemühungen zur
Erhaltung der Kulturlandschaft rund um den Staffelberg erfahren Sie
hier Näheres.
Das Ostergrab ist nur während der Osterzeit aufgebaut, ein Faltblatt
liegt in der Kapelle aus.
Zu Vierzehnheiligen gibt es eine sehr umfangreiche Website,
die neben Informationen zur Kirche auch sehr viel Wissenswertes zur
Wallfahrt und den Vierzehn Nothelfern enthält. Hochinteressant
die Seiten des Gymnasiums
Lichtenfels mit den online gestellten Beilagen zum Jahresbericht,
darunter eine über den Barock
am Obermain, der neben Vierzehnheiligen auch Kloster Banz und
Bürgerhäuser behandelt.
Kloster Banz finden sie ebenfalls beim Gymnasium
Lichtenfels, die Hanns-Seidel-Stiftung unter www.hss.de. |
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