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Vom Bahnhof gehen wir zunächst der Bahn entlang, rechts darunter
durch und dann immer geradeaus ins Stadtzentrum von Neustadt/Aisch.
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| Der
Ursprung Neustadts liegt in dem Königshof Riedfeld, der 741 zur
Ausstattung des Bistums Würzburg gehörte. In der Folgezeit
entwickelte sich südlich der Aisch eine Ansiedlung, die 1274
Marktrecht besaß. Von den Grafen von Raabs kam der Ort an die
Zollern. In den 70er und 80er Jahren des 13. Jh. gelang es diesen,
alle Rechte in ihre Hand zu bekommen und der Ort wurde zum Ausgangspunkt
ihrer Herrschaftsbildung an der mittleren Aisch. Er wurde, besonders
unter Albrecht Achilles, stark befestigt und in den Erbteilungen des
15. Jhs. zum Vorort der kulmbachischen Ämter im 'Unterland'.
Albrecht Alcibiades machte Neustadt zur dauernden Residenz, und so
kam es, daß die Stadt am 9. Juni 1553 von seinen Gegnern vollständig
eingeäschert wurde. Auch im 30jährigen Krieg hatte Neustadt
schwer zu leiden; zweimal (1632 und 1634) brannten die Kaiserlichen
die Stadt nieder. Der Wiederaufbau zog sich lange hin, doch im 18.
Jh. war Neustadt wieder bayreuthischer Verwaltungsmittelpunkt des
'Unterlandes' bis zum Übergang an Bayern. |
| Vom
Marktplatz zur Pfarrkirche. |
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1274 wird eine 'von Grund auf neu erbaute' Kirche genannt, vielleicht
der Vorgänger des heutigen Baus vom 14. / 15. Jh. 1553 wurde
dieser ein Raub der Flammen. Nach dem Wiederaufbau brachten das 17.
und 19. Jh. eher Bausünden, erst 1978/80 stellte eine Restaurierung
wieder ein stimmiges, wenn auch nicht das verlorene historische Raumbild
wieder her. |
| Wertvollstes
Kunstwerk ist der Hochaltar, vermutlich südniederländisch
vom Ende des 15. Jhs. Bemerkenswert sind die teils vollplastischen
Darstellungen auf Altarbild und -flügeln. |
| Nordöstlich
der Kirche das Alte Schloß. |
| Grabungen
in den Jahren erbrachten die Grundmauern eines Festen Hauses als Vorgänger
des heutigen Schlosses, das auf 1430/40 zurückgeht, allerdings
mehrfach umgebaut wurde. Teilweise erhalten ist der 'Maschikuliturm',
ein spätmittelalterlicher Rundturm, beachtenswert als Beispiel
für eine Befestigung des frühen Artilleriezeitalters. Im
malerischen Innenhof steht eine Statue der Anna von Sachsen, Gemahlin
von Albrecht Achilles, die hier von 1486 bis 1512 ihren Witwensitz
hatte. |
| Vom
Alten Schloß durch einen Durchschlupf in der Stadtmauer und
über den Parkplatz und den Steg über die Aisch zum Festplatz
und zum Schützenhaus. |
| Vom
Steg haben wir noch einmal einen schönen Blick zurück auf
den wehrhaften Hauptbau des Alten Schlosses und die wieder aufgebaute
Stadtmauer. Vorne links sehen wir die Friedhofskirche, der letzte
Rest des Franziskanerklosters, das am Ort des Königshofs Riedfeld
errichtet und im Bauernkrieg 1525 zerstört wurde. |
| Hinter
dem Schützenhaus geht es nun die F.-L.-Jahn-Straße, dann
einen tief eingeschnittenen Fußweg hinauf auf die Höhe
und oben gleich mit einem Feldweg links. |
| An
der scharfen Rechtsbiegung treten wir hinaus auf die Wiese, wo sich
uns ein schöner Blick in den Aischgrund bietet, leider durch
die üblichen Industrieansiedlungen verbaut. Rechts im Tal das
Zisterzienserinnenkloster Birkenfeld, vor uns hinter dem Bahnhof die
große Tongrube, an der wir die bunte Farbigkeit der Lehrbergtone
erkennen können. |
| Der
Feldweg führt zu einer Straße, der wir nach rechts bis
ganz auf die Höhe folgen. |
| Bei
einer Linde und Bank erhaschen wir rechts einen Blick auf die Kirchturmspitze
von Diespeck unten im Tal. Von hier zog die Hohe Straße, deren
Verlauf wir bald queren werden, herauf auf die Hochfläche; im
Mittelalter der wichtige Verbindungsweg von Nürnberg nach Frankfurt,
der hier das sumpfige Aischtal querte (daher der Name Diespeck, speck
= Knüppeldamm) und der auch den Grund für den Aufstieg Neustadts
legte. |
Die
Teerstraße geht in einen Schotterweg über, der später
in Wald eintritt; es geht immer geradeaus bis zu einem Ansitz, an
dem der Waldweg einen scharfen Linksknick macht und uns nach einigen
Minuten zum Waldrand bringt, dem wir rechts entlang bis zur Straße
folgen. Auf dieser treffen wir nun die Markierung ,
die uns auf der Straße kurvenreich bergab nach Stübach
bringt. |
| Eine
Kirche in Stübach gibt es mindestens seit 1384, aus diesem Jahr
stammt der Grabstein eines Herren von Abenberg, eines Ministerialengeschlechts,
das seinen Sitz auf dem gleichnamigen Berg nordöstlich Stübachs
hatte. Der heutige Kirchenbau stammt aus dem Jahre 1884. Im Ort neben
Fachwerkbauten auch solche aus Schilfsandstein, der hier neben dem
bekannten grünen auch in rot vorkommt und an denen wir gut dessen
Verwitterung studieren können. |
Hinter
dem Gasthaus Grüner Baum rechts ab in die Hirschgasse mit der
Markierung ,
die uns weiter bis Münchsteinach führen wird. Zunächst
geht es bergan, auf der Höhe quert eine Forststraße (hier
können wir einige Meter nach links und beim nächsten Abzweig
rechts einen Abstecher zu der nicht besonders eindrucksvollen Hannikelslinde
machen), die wir gerade überqueren und von da an durch schönen
Wald bei allen Abzweigungen
folgen. Etwa 1/2 Stunde hinter Stübach queren wir ein Teersträßchen,
dahinter geht es steil bergab und drüben wieder hoch zum Waldrand.
Diesem nach rechts folgen, an der Gabel bei einem Holzlagerplatz links
halten und bald sehen wir vor uns im Tal die Kirche und den Abtsbau
des Klosters Münchsteinach. |
| Das
Kloster Münchsteinach wurde 1140 als Benediktinerkloster der
Hirsauer Reform gegründet, der Bau war wohl 1180 beendet. Bereits
40 Jahre später (1220) wurde der Ostteil der Kirche niedergelegt
und in reicherer Form neu erbaut. Diese wirtschaftliche Kraft hielt
jedoch nicht lange an, doch ist es diesem Niedergang zu verdanken,
daß sich die originale Bausubstanz weitgehend erhalten hat.
Der letzte Abt Christoph von Hirschaid ließ noch ein ummauertes
festes Schloß als Abtssitz erbauen, doch konnte er den Niedergang
nicht aufhalten. Nach der Plünderung im Bauernkrieg hoben die
Markgrafen das Kloster auf und richteten ein markgräfliches Amt
ein. Der Ostteil diente als Pfarrkirche, der Westteil der Kirche wurde
als Scheune und Hopfenboden genutzt. Erst die gründliche Restaurierung
1963-70 stellte die ganze Schönheit des Kirchenbaus wieder her.
Dabei konnte auch die ursprüngliche romanische Bemalung in großen
Teilen wieder freigelegt werden und vermittelt einen Eindruck vom
Aussehen in der Erbauungszeit, die eben nicht Steinsichtigkeit erstrebte,
sondern die Wände wie mit einem kostbaren Textilbehang überzog.
Bedeutend auch die Bauplastik, z.B. die Adlerkapitelle in der Taufkapelle.
Aus den Vermauerungen des 16. Jh. ließen sich Fragmente des
Lettners bergen, der ursprünglich das Kirchenschiff vom Chor
abtrennte und der jetzt im rechten Seitenschiff rekonstruiert ist.
In dieser vorzüglichen Erhaltung und Restaurierung ist der Besuch
einfach ein Muß. |
| Wir
verlassen den Ort Richtung Gutenstetten, biegen aber noch vor dem
Ortsende mit dem Wegweiser Campingplatz links und gleich nach der
Brücke in einen Schotterweg rechts ein. Dieser als 'Steinach-Radweg'
markierte Weg führt uns nun das Steinachtal entlang nach Kleinsteinach,
beim Zurückblicken immer wieder schöne Blicke auf die markante
Kirche von Münchsteinach. In Kleinsteinach am Ortsende rechts
zur Hauptstraße, und darauf müssen wir ein kurzes Stück
zurück über die Brücke (Achtung: viel befahrene Straße!),
um dann links in einen Feldweg einzubiegen und in der bisherigen Richtung
dem 'Karpfen-Radweg' nach Gutenstetten zu folgen. |
| Vermutlich
war auch Gutenstetten karolingischer Königshof, der urkundliche
Nachweis 722 und die systematische Benennung der Orte Ober-, Mittel-,
Unter-, Kleinsteinach lassen eine Aufsiedlung in fränkischer
Zeit vermuten. Auch hat die Kapelle in der Ecke des Kirchhofs noch
ein Martinspatrozinium, bevor sie von der jetzigen Pfarrkirche abgelöst
wurde. Deren Bau wurde 1493 begonnen, durch Renovierunge, besonders
1717, erhielt das Langhaus seinen barocken Eindruck. 1903/05 erhielt
die Kirche ihren Westvorbau und im Inneren die heutige neugotische
Ausstattung. Im Chor ist ein sehr wertvoller nürnberger Flügelaltar
von 1511 zu bewundern, die Schnitzfiguren werden Veit Wirsperger zugeschrieben,
während die Tafelgemälde aus dem Umkreis der Donauschule
stammen, deren bedeutendster Vertreter Albrecht Altdorfer war. Wie
alle Orte des Aischgrunds war auch Gutenstetten nach dem 30jährigen
Krieg nahezu entvölkert und wurde durch österreichische
Exulanten wieder aufgesiedelt. |
| Wir
verlassen den Ort auf der Hauptstraße vorbei an Brauerei und
'Radlertreff', biegen aber kurz vor dem Ortsende rechts auf die Straße
nach Stübach (Wegweiser) ein. Nun geht es leider ca. 1/4 Stunde
auf der Straße entlang, bis wir links in einen Feldweg abbiegen
können, der gleich rechts umbiegt und parallel zur Straße
verläuft. Er stößt schließlich auf einen Schotterweg
(den 'Karpfen-Radweg'), dem wir links weiter in Richtung Neustadt
folgen. Zunächst queren wir auf einem Brücklein den Ehe-Bach,
dann kommen wir an der Bruckenmühle (hier auf der Straße
kurz nach rechts) und der Klobenmühle vorbei. Nach einem Stück
schmalem, von Gebüsch gesäumtem Fußpfad einen Graben
entlang geht der Radweg links ab, wir halten uns geradeaus vorbei
an Kleingärten und kleinen Gewerbebetrieben, machen unterwegs
einen kleinen Schwenk nach rechts und erreichen schließlich
wieder das Schützenhaus. |
| Von
hier aus geht es auf bekanntem Weg wieder zurück zum Bahnhof. |