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Wir
starten am Bahnhof Ebermannstadt, queren die Gleise und steigen mit
der Straße 'Zum Schlüsselstein' bergan. Oben nach links
zur Erlachkapelle, auf dem Höhenweg ein schöner Blick ins
Tal und auf die Talseite gegenüber.
Am
Talhang gegenüber sehen wir den Steinbruch im Weißjura
über Ebermannstadt und am Hang darunter die Spuren von Bergrutschen.
An
der Kapelle geht es mit vielen Markierungen, darunter
und ,
steil bergan, bis eine Forststraße kreuzt.
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Hier
zwei Möglichkeiten: Bei feuchtem Wetter mit der Forststraße
nach links mit ,
wenn
abzweigt, auf der Forststraße bleiben bis zu einem Parkplatz.
Hier auf verwachsenem Weg parallel zur Straße bergan, bis
wir wieder auf den 'Schönwetterweg' treffen.
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Dieser
führt an der Kreuzung mit der Forststraße mit dem Kreuzweg
sehr steil bergan zur Kapelle und dann links zur Wallerwarte, von
deren Turm wir den Blick ins Tal genießen. Von hier folgen wir
ohne Markierung einem Waldweg nach links um die Lichtung herum, dann
dem Gebüsch entlang bis zu einem Feldweg, hier nach links. Auf
dem Asphaltsträßchen treffen wir
wieder, folgen ihm in Richtung Wohlmuthshüll und biegen kurz
nach der Waldecke mit
links ab. Beim Kinderspielplatz rechts zum Wald, am Rand gleich links
und in weitem Bogen immer mit
bis zur Straße. Hier treffen beide Varianten zusammen. |
Wir queren die Straße und steigen dort scheinbar weglos hoch,
treffen unsere Markierung wieder und bei einer Gabel (aufpassen!)
nach links mit ,
der uns nun bis zur Aussicht vom Zuckerhut und von dort nach Birkenreuth
führt. |
| Bis
in das erste Viertel des 20. Jh. war die Wasserversorgung auf der
Alb mühsam: Brauchwasser wurde in Hülen (mit Lehm ausgekleideten,
von Oberflächenwasser gespeisten Dorfweihern) gesammelt, Trinkwasser
aus dem Tal herangeschafft; für Birkenreuth war der Brunnen im
Tal bei Rothenbühl. Ihrer Zeit voraus, legten die Birkenreuther
bereits 1796 einen 64 m tiefen Brunnen an, den noch heute das
denkmalgeschützte Brunnenhaus von 1836 ziert. |
Hier
kurz auf der Straße weiter mit
und ,
die bald nach rechts abzweigen und erst am Waldrand entlang, dann
über eine Wiese (Achtung: Gabel nach links!) und wieder durch
den Wald ziehen. Am Waldende führt dann ein schmaler Steig, jetzt
wieder mit ,
rechts bergab zum Druidenhain. |
| Der
Name 'Druidenhain' taucht erstmals in einem Wanderführer von
1912 auf. Seit der Mitte des 20. Jh. glaubten der frühere Bürgermeister
von Wohlmannsgesees, Georg Richter, und andere, in den bizarren Felsformationen
eine vorgeschichtliche Kult- und Sonnenbeobachtungsstätte gefunden
zu haben. Noch heute gibt es einen gedruckten Führer zu dieser
vermuteten Kultanlage. Tatsächlich handelt es sich aber um natürliche
Verwitterungserscheinungen, die den vorherrschenden Bruchlinien
in der Fränkischen Schweiz folgen, so wie auch die Höhlen
und besonders auffällig die Flußläufe. Auch Erscheinungen
wie Schüsselchen oder Löcher lassen sich durch natürliche
Verwitterungsvorgänge im Dolomit erklären. An keiner Stelle
wurden durch den Menschen verursachte Eingriffe gefunden. Bewundern
wir also lieber das Wirken der Natur und die zauberhafte Stimmung
des 'Druidenhains'. |
Von
hier sind es nur ein paar Schritte nach Wohlmannsgesees zum Mittagessen.
Von dort kehren wir mit
zu der Gabel zurück, wo
wieder zu uns gestoßen ist und folgen nun in Gegenrichtung dieser
Markierung. die uns schließlich zu einer Straße führt.
Wir queren diese und wandern mit einem Flurbereinigungsweg in weitem
Rechtsbogen um ein Wäldchen herum nach Trainmeusel. Am Ortseingang
rechts mit
und auf einem Feldweg zum Trainmeuselbrunnen. |
| Hier
handelt es sich um einen der ganz wenigen Quellenaustritte auf der
Albhochfläche, der natürlich für die Bewohner Trainmeusels
von ganz besonderer Bedeutung war. Von hier soll auch die Burg Neideck
über eine Röhrenleitung aus Eichenstämmen mit Wasser
versorgt worden sein, eindeutige Befunde dazu gibt es nicht. Der 'Brunnen' auf Neideck stellte sich bei den Grabungen jedenfalls als Zisterne heraus. |
Die
Markierung
geht nun eben durch den Wald und nach einiger Zeit bergab zu einer
Gabel, wo wir rechts abzweigen zur Besichtigung der Burgruine Neideck. |
| Einen
ersten urkundlichen Hinweis auf Burg Neideck gibt es 1219 mit der
Nennung eines Heinrich von Neideck, 1312 befindet sie sich im alleinigen
Besitz der Herren von Schlüsselberg. Sie kamen ursprünglich
aus dem Aischgrund und bauten sich seit Beginn des 12. Jh. ein umfangreiches
Territorium auf. Letzter und zugleich bedeutendster Schlüsselberger
war Konrad II., Freund, Berater und Reiterführer Kaiser Ludwigs
des Baiern. Auch im Tod war er mit ihm verbunden: Nach der Wahl des
späteren Karl IV. zum Gegenkönig verbündeten sich die
Bischöfe von Bamberg und Würzburg und die Burggrafen von
Nürnberg, um sich mit dem Schein des Rechts in den Besitz des
Schlüsselberger Territoriums zu setzen. Bei der Belagerung von
Burg Neideck wurde Konrad II., etwa 70jährig, durch das Steingeschoß
einer Wurfmaschine tödlich verwundet. |
| Die
Ausgrabungen der letzten Jahre haben zu überraschenden Ergebnissen
geführt. So datiert die Burg viel weiter zurück als bisher
angenommen, u.a. lassen sich bereits karolingische Scherben und salische
Mauerquader nachweisen. Spektakulärster Fund sind jedoch die
Fundamente eines gewaltigen Rundturms aus salischer Zeit im Bereich
der heutigen Vorburg, die darauf schließen lassen, daß
sich hier bereits im 11. Jh. eine mächtige Burganlage befand.
Weiter läßt sich nun das Bild der Burg Konrads II. und
die Belagerung von 1347 genauer rekonstruieren. |
| Wir wollen auch nicht versäumen,einen Blick hinüber zum Müllersfelsen
zu werfen, an dem Gümbel 1891 erstmals den Aufbau der Fränkischen
Alb aus Schichtkalken und Schwammriffen demonstrierte. |
| Der
Weg von der Neideck bergab ist nun nicht mehr zu verfehlen, vorbei
am Schwimmbad kommen wir ins Tal und hinüber nach Streitberg
zur Bushaltestelle. Wir vergessen aber nicht, zum Schluß nochmals
einen Blick hinauf zur Neideck zu werfen. Seit sie im Schlüsselbergerjahr
1997 wieder freigelegt wurde, kann man auch die ganze Größe
und Macht der Burg und ihrer Besitzer wieder erahnen. |
Anfahrt:
Von Nürnberg mit der VGN-Linie R2 (stündlich mit dem Regionalexpress)
nach Forchheim, von dort haben Sie Anschluß mit der VGN-Linie
R22 nach Ebermannstadt. Ab Streitberg bringt Sie der VGN-Bus 232
(vorher Fahrplan
nachsehen!) zurück nach Ebermannstadt zum Anschluß an
die Bahn.
Weglänge:
Ca. 18 km, Einkehrmöglichkeit in Ebermannstadt, Wohlmannsgesees
(Gasthof Haid, Tel. 09196/306), Trainmeusel (Gasthof Seybert, tel.
Voranmeldung 09196/275), im Sommer am Schwimmbad in Streitberg und
in Streitberg selbst.
Karte:
Fritsch-Wanderkarte
Nr. 53 Naturpark Fränkische Schweiz Blatt Süd und Umgebungskarte
UK L29 Naturpark Fränkische Schweiz / Veldensteiner Forst des
Bayerischen
Landesvermessungsamts.
Info: Informationen über die Fränkische Schweiz im
Allgemeinen bei der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz (http://www.fraenkische-schweiz.com),
dort auch Informationen zu Sehenswürdigkeiten und zur Burg
Neideck.
Im Buchhandel gibt es einen geologischen Führer durch die Fränkische
Schweiz (Rolf Meyer und Herrmann Schmidt-Kaler, Wanderungen in die
Erdgeschichte V, München 1992), der die naturwissenschaftlichen
Ursachen des Druidenhains erläutert. Im Internet ist ein ausführlicher
Bericht des Erlanger Geologen Alfons
Baier zu finden, der den Druidenhain vermessen und untersucht
hat. Ein Plan findet sich unter http://www.wiesenttal.de
unter dem Stichwort Druidenhain. Der Führer zu der 'Kultstätte'
Druidenhain (Johannes Kaul, Kleiner Führer durch den Druidenhain
bei Wohlmannsgesees, Hersbruck 1993) ist im Buchhandel erhältlich.
Und daß es auch heute noch Leute gibt, die diese Spekulationen
ernst nehmen, finden Sie ebenfalls im
Internet.
Den Wissensstand zu Burg Neideck vor den Ausgrabungen finden Sie in
dem kleinen Führer von Toni Eckert zu den Burgen der Fränkischen
Schweiz (Die Burgen der Fränkischen Schweiz - ein Kulturführer,
Forchheim o.J.) oder in dem Standardwerk von Hellmut Kunstmann (Die
Burgen der westlichen und nördlichen Fränkischen Schweiz,
Teil I, Neustadt/Aisch 1990), die neuen Ausgrabungen sind noch nicht
publiziert. Einen ausführlichen Rundgang fiinden Sie unter
http://www.neideck.de.
Ausführlichere Informationen zur Wanderung demnächst unter http://www.wandern-und-geschichte.de. |
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