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Von
der Bushaltestelle Streitberg B407 gehen wir in den Ort, auf der Straße
über den Dorfplatz und dann links mit
nach links zum Bach, dem wir bergan folgen. Unterwegs kommen wir an
einem schönen Wasserfall vorbei, bis wir wieder die Straße
erreichen, der wir kurz nach rechts bergab folgen, dann an der Gabel
links wieder bergan mit
zur Ruine Streitberg. |
| Die
Burg Streitberg lag im Mittelalter an einem strategisch überaus
wichtigen Punkt: hier querte die Straße nach Bayreuth die Wiesent
und stieg auf die Hochfläche empor. Die Anlage wurde bereits
vor 1120 errichtet, um 1280 erwarben die Schlüsselberger Anteile.
1347 starb Konrad von Schlüsselberg in der bekannten Auseinandersetzung
mit dem Burggrafen von Nürnberg und dem Bamberger Bischof, danach
gelang es den Markgrafen bis 1507, sich auf verschiedenen Umwegen
den Besitz dauerhaft zu sichern. Im 18. Jh. verlor die Burg ihre militärische
Bedeutung und verfiel, bis sie wie so viele andere 1813 auf Abbruch
verkauft wurde. Wenige Reste sind noch erhalten, von denen man einen
herrlichen Blick ins Wiesenttal und auf die gegenüberliegende
Ruine Neideck hat. |
Wir
verlassen die Burg mit
und
und steigen auf einem Waldweg erst steil, nach einer Gabel nach links
dann sanft bergan, bis wir die Höhe und den Waldrand erreichen.
Hier ohne Markierung rechts den Waldrand entlang und dann vom Waldrand
weg nach Oberfellendorf. |
| Bis
zur Gabel und dann geradeaus hinauf nach Oberfellendorf führt
der Brunnweg, auf dem die Einwohner des Orts bis zur Einrichtung der
Wasserleitung 1912 das Wasser von der Muschelquelle in Streitberg
hochtrugen. Bis zur Mitte des 19. Jh. befand sich hier - wie in vielen
Orten auf der Hochfläche - eine große Schäferei mit
bis zu 1000 Schafen. Zu dieser Zeit, als die Romantiker die Fränkische
Schweiz entdeckten, war sie ein extrem waldarmes Gebiet. Erst mit
dem Aufkommen der australischen Wollimporte und dem Einzug der Baumwolle
verlor die Schafzucht ihre Bedeutung, Änderungen in der Landwirtschaft
taten ein Übriges, und die ertragsschwachen Äcker wurden
mit dem heute verbreiteten Kiefernwald aufgeforstet. |
| Der
Hauptstraße nach links und am Ortsende nach rechts in Richtung
Leidingshof folgen, bis die Straße nach links biegt und wir
weiter ohne Markierung geradeaus über freies Feld und dann durch
einen Wald gehen. Am Waldrand dahinter ganz kurz rechts und gleich
wieder links in den Wald. |
| Von
Oberfellendorf bis hierher sind wir der Altstraße nach Bayreuth
gefolgt. Bis 1810 bog sie hier nach Osten ab und führte über
Gößmannsberg einen berüchtigten Steilabstieg am Speckberg
vorbei hinunter ins Tal der Aufseß. Der Flurname Scharrweg erinnert
noch an die hier begrabenen Pferde, die den Auf- oder Abstieg nicht
überlebten. Erst zwischen 1810 und 1829 wurde dem Talübergang
bei Wüstenstein der Vorzug gegeben. |
Hinter
dem Wald quert ,
der uns von nun an, zuerst nach rechts, begleiten wird. Wir erreichen
eine Straße, die wir queren, kurz über ein Stoppelfeld
und dann einem Feldweg in gleicher Richtung folgen, an einer Wegkreuzung
wendet sich
nach rechts und am Ortsrand von Wüstenstein erreichen wir wieder
die Straße. In der Ortsmitte vor der Gaststätte biegen
wir rechts in ein schmales Sträßchen ein, hoch über
uns die Kirche, und erreichen das Schloß. |
| Die
einst imposante Burg Wüstenstein um die heutige Kirche herum
kontrollierte den Übergang der Geleitstraße über die
Aufseß und war steter Streitpunkt zwischen dem Bischof von Bamberg
und den Nürnberger Burggrafen, die sich 1378 den Besitz endgültig
sichern konnten. Nach Zerstörung im 30jährigen Krieg wurde
die Burg an die Freiherrn von Brandenstein verkauft, die bis 1764
das barocke Schloß erbauten. Doch ihre wirtschaftlichen Unternehmungen
verliefen glücklos, und ihrem Konkurs 1814 erwarb die Kirchengemeinde
große Teile der bereits baufälligen Burg und errichtete
dort die heutige neugotische Kirche. Trotz Intervention der Bezirksregierung
und des Fränkische-Schweiz-Vereins wurden die noch vorhandenen
umfangreichen Reste 1923 einschließlich der Grundmauern abgetragen. |
| Hinter
dem Schloß führt uns ein Pfad durch den Wald steil hinab
ins Aufseßtal. Dort können wir ein paar Schritte nach links
gehen zur Oberen Mühle. |
| Ein
eindrucksvolles Mühlenwappen von 1748 zeigt über dem Königsrad
die Pille, ein Werkzeug zum Schleifen der Mühlsteine, und den
Stechzirkel. Bis 1938 wurde hier Korn gemahlen, seither Stromerzeugung. |
Unser
eigentlicher Weg führt uns auf der Brücke über die
Aufseß und dahinter links auf einem Weg mit ,
und
das Tal entlang. Nach knapp 10 min zweigt
nach rechts ab und wir steigen zur Hochfläche empor. |
| Bis
hinauf zur Höhe ist beidseits der Altstraße die Abmauerung
der Trasse zu erkennen. Einerseits erleichterte die Befestigung der
Trasse den Anstieg, andererseits sollte durch die Mauern verhindert
werden, daß bei schlechten Wegverhältnissen die Fuhrleute
zur Seite auswichen und sich so - wie häufig bei Altstraßen
- ganze Hohlwegbündel bildeten. Auf der Bergnase links über
uns errichteten die Markgrafen - bereits auf Bamberger Gebiet - Anfang
des 15. Jh. eine weitere Burg, von der wir nur durch den Protest des
Bischofs wissen. Erst 1940 fand Kunstmann die unscheinbaren Spuren
wieder. |
Oben
angekommen, führt uns ein Feldweg links am Waldrand und an Hecken
entlang, bis wir nach etwa 10 min eine Gabelung erreichen. Hier nicht
rechts mit dem Wegweiser Sigritzberg, sondern links mit
in ein Trockentälchen. Am Ende eine Kreuzung, wo uns
rechts nach Breitenlesau führt. |
| Erst
1934 wurde die Ortskirche in damals aktuellen Formen erbaut, der Turm
erst 1972, außen ein Christus an der Geißelsäule,
ein sog. 'Wieschristus'. |
| Wir
verlassen den Ort Richtung Plankenfels auf der Straße, auf der
wir zunächst bleiben bis zur Russenlinde. |
| Um
den mächtigen Baum am Ortsrand ranken sich viele Geschichten.
Eine davon erzählt aus den Befreiungskriegen gegen Napoleon.
Rund 8000 russische Soldaten sollen sich zwischen 1812 und 1815 in
der Gegend um Hollfeld aufgehalten haben, und einer von ihnen, ein
General, sei hier verstorben und unter der Linde begraben. |
Hier
zweigt
nach rechts ab und dieser Markierung folgen wir nun durch offenes
Gelände und kleine Waldstücke bis zum Abstieg hinunter nach
Nankendorf. |
| Der
Ort geht moglicherweise als karolingische Urpfarrei bis ins 8./9.
Jh. zurück, der heutige Bau wurde nach Plänen Joh. Michael
Küchels in den Jahren 1747/48 erbaut. Die Kirchhofbefestigung
des 15. Jh. wurde 1816 abgerissen. Im Inneren barocke Ausstattung,
in der Teile der spätgotischen Vorgängerausstattung von
1515 mit verwendet wurden, so Altarflügel mit den Hll. Heinrich
und Kunigunde. |
Von
der Kirche folgen wir der Straße hinunter ins Tal und biegen
vor der Brücke über die Aufseß links mit
in eine von Häusern gesäumte Straße ein. Die Häuser
hören auf, die Straße schlängelt sich der Aufseß
entlang bis zum E-Werk Aalkorb. Hier geht die Straße in einen
romantischen Feldweg eng zwischen Hang und Flußufer über
und erreicht schließlich bei der Eichenmühle wieder eine
Straße. Auf dieser gehen wir rechts über die Brücke
und steigen auf der Straße bergan zu unserem heutigen Ziel Plankenfels. |
| Burg
Plankenfels ist die Tochteranlage der älteren Burg Plankenstein,
deren Ruine wir auf der Fortsetzung der Wanderung besichtigen werden.
Mindestens seit 1255 saßen die Herren von Plankenfels auf der
Burg, zunächst wohl als freies Eigen, seit 1403 als Lehen der
Burggrafen von Nürnberg. Nach verschiedenen Besitzerwechseln
erlebt die Anlage ihre Blütezeit ab 1649 unter den Schlammersdorf,
die das heutige, aus zwei Teilen mit einem Zwischenbau bestehende
Barockschloß erbauten; ihr Wappen findet sich über dem
Eingangsportal. Ein breiter Halsgraben sichert den Bau zum leicht
höher gelegenen Ort hin. Von dem Barockgarten nordöstlich
des Schlosses ist nichts erhalten. |
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Anfahrt:
Von Nürnberg im Stundentakt mit der Bahn (Regionalbahn, VGN
R2, Fahrplanauskunft),
nach Forchheim, von da im Stundentakt mit der Regionalbahn (VGN
R22, Fahrplanauskunft)
nach Ebermannstadt und weiter (sonntags alle zwei Stunden) mit dem
Bus (VGN 232, Fahrplanauskunft)
nach Streitberg. Zurück fährt Sonntag nur ein Bus abends
nach Bayreuth (KBS 8433, Fahrplanauskunft),
von dort im Stundentakt mit dem Pendolino (KBS 860, Fahrplanauskunft)
zurück nach Nürnberg. Wir empfehlen deshalb, in
Plankenfels zu übernachten (Landgasthof Goldenes Lamm, Hauptstr.
9, Tel.: 09204/257).
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Weglänge:
Ca. 19 km, Gehzeit ca 5,5 Std. Möglichkeiten zur Einkehr in
Streitberg, Oberfellendorf, Wüstenstein, Breitenlesau, Nankendorf
und Plankenfels.
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| Karte:
Fritsch Wanderkarte
Nr. 53, Naturpark Fränkische Schweiz, Blatt Süd und UK L29
Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst des Bayerischen
Landesvermessungsamts. |
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Info:
Alles Wissenswerte über die Kirchen in der Fränkischen
Schweiz und zugleich eine einfühlsame Interpretation ihrer
Kunstwerke erhalten Sie in dem Buch von Peter Poscharsky: Die Kirchen
der Fränkischen Schweiz, Palm & Enke Verlag, herausgegeben
in der Schriftenreihe des Fränkischen-Schweiz-Vereins. Zum
ersten Stück unserer Wanderung informiert sehr ausführlich
das in der gleichen Schriftenreihe erschienene Buch Rund um die
Neideck. Zu den Burgen empfehlenswert ist (neben dem mehrbändigen
Standardwerk von Hellmut Kunstmann: Burgen der Fränkischen
Schweiz) das Buch von Toni Eckert: Die Burgen der Fränkischen
Schweiz, Forchheim o.J. [1997].
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| Zum
Ort Muggendorf/Streitberg auf den Seten von www.fraenkische-schweiz.com,
ebenso über die Ruine Streitberg
und die gegenüberliegende Ruine Neideck.
Eine ausführliche Geschichte der Herren von Streitberg finden
Sie auf den Seiten von Dieter Zöberlein.
Den Ort Breitenlesau finden Sie unter www.breitenlesau.de,
Plankenfels unter www.plankenfels.de
und bei www.fraenkische-schweiz.com. |
| Nicht
vergessen sollte man auch den Verein Dampfbahn Fränkische Schweiz,
der im Sommer die für den allgemeinen Bahnverkehr stillgelegte
Strecke Ebermannstadt-Behringersmühle mit Dampf- und Dieselloks
betreibt (Infomaterial z.B. am Bahnhof Ebermannstadt). Schließlich
führt auch ein Stück der Deutschen Burgenstraße durchs
Wiesenttal, Infos über Streitberg und Neideck bei www.burgen.strasse-online.de. |
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