Der Markgrafenweg - 5. Von Kersbach nach Ebermannstadt

 
         
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Das Stück Weg von Baiersdorf lassen wir aus und starten wieder am Bahn-Haltepunkt Kersbach. Auf dem Radweg geht es der Straße entlang, kurz vor dem Ort rechts über die Wiese und im Ort dann zur Kirche.
Die Fränkische Schweiz ist ein Land voller Kirchen (und Burgen) und so wird unsere heutige Wanderung leicht zur 'Wallfahrt'. Sie müssen nicht alle Kirchen heute besichtigen, aber vielleicht kommen Sie an einem anderen Tag zu der einen oder anderen zurück. Als Führer eignet sich vorzüglich das Buch von Poscharsky.
Die Kersbacher Kirche wurde 1744 von J. M. Küchel erbaut und ist der Hl. Ottilie geweiht, deren Reliquien Kaiser Karl V. aus dem Elsaß für seine große Sammlung nach Prag bringen ließ, und als sie hier Station machten, fiel von den Heiligtümern auch etwas für die Kersbacher ab.
Gegenüber der Obstgenossenschaft links, dann rechts in die 'Herrnstraße', gleich wieder links in die 'Wilhelmshöhe' und durch ein Wohngebiet leicht bergan bis zum Wald. Dort an der Gabel links und weiter gemächlich bergan auf einem schönen Waldweg, gelegentlich mit den Markierungen und .
Auf der Höhe den Feldweg nach links eben entlang bis nach Pinzberg.
Die Pfarrkirche St. Nikolaus in Pinzberg wurde um 1731 durchgreifend umgebaut, die überwältigende, figurenreiche Rokokoausstattung aus dem Jahre 1779/83 stammt von Berthold Kamm.
Auf der Straße durch den Ort, am Ortsende rechts mit dem Radweg FO5 auf einem Feldweg durch den Wald bergab, auf der Straße rechts und sofort noch vor der Feldscheune links in einen Feldweg. Nun geht es ohne Markierung ein Bächlein und eine Hecke entlang, erst bergab und dann eben durch den Wiesengrund, wir queren mit dem Brücklein nach Gosberg.
Im Ort steht mitten in der Straße die kleine Filialkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit von 1717 mit einer Ausstattung aus der Erbauungszeit, leider ist sie meist geschlossen. Aus der Gosberger Flur stammen die rätselhaften 'Zeichensteine', Sandsteine, die mit parallelen Linien, Gitter- und Tannenzweigmustern verziert sind und nur im Erlanger Raum als Einfassung von Gräbern der Urnenfelderzeit gefunden wurden. Heute werden sie im Pfalzmuseum Forchheim gezeigt.
Wir gehen auf der Hauptstraße rechts, gleich links bis zum Ortsende, queren dort eine Straße und folgen einem Schotterweg, der uns zu einer Straße bringt, die uns links nach Wiesenthau führt. Zunächst geht es kurvenreich steil ins Tal hinunter und dann wieder hinauf zum Schloß.
Der im Kern noch spätmittelalterliche Bau wurde nach Zerstörungen im Bauernkrieg zu einem dreiflügeligen Schloß ausgebaut, das in seiner guten Erhaltung eine der eindrucksvollsten Anlagen der Renaissance in Deutschland ist. Das Geschlecht der Herren von Wiesenthau ist bereits Anfang des 12. Jhs. belegt. Die im 19. Jh. umgebaute Pfarrkirche St. Matthäus enthält noch Teile ihrer Innenausstattung des 17. und 18. Jhs.
Gegenüber der Kirche rechts in die 'Ehrenbürgstraße', von nun an führen uns und . Beim Abstieg ins Tal uns gegenüber ein herrlicher Blick auf den 'Berg der Franken', das Walberla, an dessen Fuß sich der Weg nun nach links durch die Kirschbäume hindurchzieht nach Kirchehrenbach.
Mächtig erhebt sich über der Ortsmitte die Fassade der Kirche St. Bartholomäus von 1766, daran das Wappen des Bamberger Fürstbischofs - auch wenn dieser zu den enormen Baukosten von über 13.000 Gulden nichts beigetragen hat. Die reiche Ausstattung der Altäre stammt aus der Werkstatt von Martin Mutschelle und seines großen Schülers, des Ebermannstädters Friedrich Theiler.
Auf der Straße in Richtung Leutenbach, davon nach links ab mit bergan zu den Sportplätzen und im Wald immer weiter bergan, bis eine Forststraße quert, darauf mit und eben nach links. Achtung, bei einer Linkskurve der Forststraße geht unser Weg mit beiden Markierungen auf einem Fußpfad geradeaus, ein Waldweg quert und damit nach links zum Waldrand. Nicht zum ersten Mal auf diesem Weg haben wir einen herrlichen Blick über das Wiesenttal, vor uns die Vexierkapelle und Burg Feuerstein. Nun nach rechts nach Kolmreuth und von da an auf der Teerstraße, immer mit , durch ein Neubaugebiet hinunter nach Pretzfeld.
Das Patrozinium der Pretzfelder Kirche - St. Kilian - weist darauf hin, daß Pretzfeld ursprünglich von Würzburg aus gegründet wurde und die Urpfarrei für das untere Wiesenttal war, vielleicht auch eine der von Karl dem Großen angeordneten 14 Slawenkirchen. Als der gotische Vorgängerbau erhöht werden sollte, stürzte der Turm ein, ein Neubau wurde 1742 von Joh. Michael Küchel errichtet. Im Inneren der Hochaltar mit den Würzburger Bistumsheiligen, eine geplante Stuckdekoration wurde nicht mehr ausgeführt. Hinter einer massigen Wehrmauer verbirgt sich das malerische, nach Zerstörung im Bauernkrieg wiederaufgebaute Schloß.
Am Schloß vorbei zu den Gleisen der Lokalbahn Forchheim - Ebermannstadt und diesen folgen wir nun mit bis zum Bahnhof.
Ebermannstadt wird zum ersten Mal 981 genannt, begünstigt durch die Schlüsselberger erhielt es 1323 unter Ludwig dem Baiern das Stadtrecht. Wer noch Zeit und Lust hat, kann den Abend in einer der Gaststätten oder Biergärten der Stadt ausklingen lassen. Er sollte dann jedoch auch nicht versäumen, in der Marienkapelle die Madonna im Strahlenkranz, eines der bedeutendsten Werke Friedrich Theilers, des großen Sohnes von Ebermannstadt, zu bewundern.
 
 
 
 
Anfahrt:  Kersbach erreicht man von Nürnberg im Stundentakt mit der Bahn (Regionalbahn, VGN R2, Fahrplanauskunft), Rückfahrt ab Ebermannstadt im Stundentakt mit der Regionalbahn (VGN R22, Fahrplanauskunft), in Forchheim dann Anschluß an Regionalexpreß und Regionalbahn Richtung Nürnberg (VGN R2).
Weglänge:  Ca. 18 km, Gehzeit ca 4,5 Std. ohne Besichtigungen. Möglichkeiten zur Einkehr in Pinzberg, Gosberg, Wiesenthau, Kirchehrenbach, Pretzfeld und Ebermannstadt.
Karte:  Fritsch Wanderkarte Nr. 53, Naturpark Fränkische Schweiz, Blatt Süd und UK L29 Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst des Bayerischen Landesvermessungsamts.
Info:  Informationen und weiterführende Links zu den Gemeinden, zu Sehenswürdigkeiten und Freizeitaktivitäten finden Sie unter den Adressen www.fraenkische-schweiz.com und www.fraenkische-schweiz.de. Das Gebiet um das 'Walberla' erschließt die Site www.walberla.de. Zu den einzelnen Gemeinden und Sehenswürdigkeiten: Eine kurze Chronik von Kersbach befindet sich bei www.kersbach.com, eine sehr ausführliche Beschreibung von Gosberg unter www.dva-soergel.de/gosberg.htm. Pinzberg ist vertreten mit www.pinzberg.de. In Wiesenthau stellt sich die Schloßtanzgruppe im Internet vor. Eine Einführung in die Geschichte des Walberla bieten ebenfalls die Seiten von www.walberla.de. Ebermannstadt stellt sich auf den eigenen Seiten www.ebermannstadt.de vor, darunter auch ein sehr schöner und informativ gemachter Stadtrundgang. Das Heimatmuseum Ebermannstadt informiert sehr schön über seine Exponate unter www.heimatmuseum.ebermannstadt.de. Nicht vergessen sollte man auch den Verein Dampfbahn Fränkische Schweiz, der im Sommer die für den allgemeinen Bahnverkehr stillgelegte Strecke Ebermannstadt-Behringersmühle mit Dampf- und Dieselloks betreibt (Infomaterial z.B. am Bahnhof Ebermannstadt). Schließlich führt auch ein Stück der Deutschen Burgenstraße durchs Wiesenttal, Infos bei www.burgen.strasse-online.de.
 
         
    Wanderung: Jürgen Tribula
© Text: Karl Rümmelein und Dr. Wolfram P. Gluth
© Fotos: Dr. Wolfram P. Gluth