Der Markgrafenweg - 3. Von Cadolzburg nach Erlangen

 
         
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Vom Bahnhof auf dem uns schon bekannten Weg Richtung Burg, an der Kreuzung mit der Nürnberger Straße dieser bergab und aus dem Ort folgen bis zur Schwadermühle.
Vor uns das Industriegebiet (1979 ausgewiesen), von der Brücke ein Blick auf die Mühle. In der Nähe wurde 1838 bei Steinbrucharbeiten ein karolingisches Gräberfeld zerstört.
Kurz vor der Brücke mit , das uns von nun an begleiten wird, rechts in einen Feldweg. Kläranlage links liegen lassen, ein Stück dem Waldrand entlang und schließlich nach links einem Verbundsteinweg folgen. Nach etwa 300 m spitz zurück nach links zu einem Weiher und in den Wald. Etwa 10 min nach dem Waldrand an einer Kreuzung nach rechts und bald haben wir am Waldrand einen Blick auf Seukendorf. Mit dem Feldweg über die B8 zum Ortsrand von Hiltmannsdorf.
Wenn wir nun Lust haben, können wir im Ort links mit dem 'Mühlenweg' einen Abstecher von ca. 2,5 km nach Seukendorf machen.
Mitten im Dorf steht noch im befestigten Friedhof die ev. Pfarrkirche, ehemals St. Katharina, das Langhaus im wesentlichen aus dem 14., Turm und Chor aus der 2. Hälfte des 15. Jh. Im Inneren birgt sie einen wertvollen spätgotischen Katharinenaltar von 1521/22.
In der Ortsmitte von Hiltmannsdorf rechts mit und aus dem Ort hinaus, leicht bergab, den Farrnbach queren und rechts auf einem Spazierweg das schöne Tälchen entlang. Bei dem Anblick kann man sich nur schwer vorstellen, daß wir mitten in einer dicht besiedelten Gegend sind - und hoffen, daß dieses Tal nicht den Verkehrsplanungen zum Opfer fällt. Wir erreichen den Ortsrand von Burgfarrnbach und folgen der Straße zur Ortsmitte.
Der an strategisch wichtiger Stelle gelegene Ort entstand im Zug des frühkarolingischen Landesausbaus (erstmals genannt 903) und kam mit dem Abenberger Erbe an die Zollern. Daneben bildete sich ein Ortsadel mit mehreren Sitzen, die zuletzt die Wolfsthal innehatten. In der der Südvorhalle der Kirche noch mehrere Grabsteine dieser Familie. Die Hochgerichtsbarkeit übten weiterhin die Zollern aus, während die kirchliche Hoheit bei Nürnberg lag. 1704 erbten die in brandenburgischen Diensten zugewanderten Grafen Pückler den Unteren Sitz, errichteten dort 1734 ein Schloß und den Park und schließlich 1830 das heutige Schloß. 1923 wurde der Ort nach Fürth eingemeindet.
Zurück an der Kreuzung biegen wir in eine schmale Straße rechts ein, stoßen auf die Bahnlinie, die wir unterqueren, gehen in gleicher Richtung weiter und am Ortsende dann kurz links auf der 'Veitsbronner Straße', um gleich in den nächsten Feldweg rechts mit einzubiegen. Wir folgen der Markierung bis zum Waldrand, aber nicht, ohne den Ausblick rundherum zu genießen: Rechts der Albrand, hinter uns der Blick auf Nürnberg mit Burg und Fernmeldeturm sowie die Alte Veste bei Fürth, und links läßt sich gelegentlich die Kirchturmspitze von Veitsbronn sehen. Am Waldrand kurz links und dann rechts auf breitem Waldweg durch den Wald, quert, wir überqueren auf einem Brücklein die Zenn und gelangen nach Rothenberg. In der Ortsmitte auf der Hauptstraße kurz links und am Ortsende wieder mit in einen Feldweg. Nun geht es über freies Feld schnurgerade einer Gebüschreihe entlang, auch wenn hier kaum markiert werden kann, ist der Weg nicht zu verfehlen.
Kurz vor Untermichelbach sahen wir vor uns zusammengefaßt die Auswirkungen der globalisierten Industriegesellschaft: Blaublühende EU-subventionierte Brache und dahinter die Blöcke des aufwendig entschwefelten und dann stillgelegten Kraftwerks Franken II, der Schornstein ist nun schon Geschichte.
In Untermichelbach kurz rechts die Hauptstraße entlang (Achtung, stark befahren) und dann links auf einem Feldweg an einem Industriegelände entlang. Von nun an heißt es aufpassen, es gibt jetzt keine Markierung mehr. Der Feldweg geht in einen Teerweg über, vor uns die Höhe von Marloffstein, bei der nächsten Kreuzung (einzelner Baum) rechts in einen Feldweg. Nach 5 min kreuzt bei einem Wasserbehälter ein Feldweg, damit links, bis wieder ein Feldweg quert, auf diesem rechts zur Straße. Wir queren diese, drüben ein geteerter Flurbereinigungsweg und sofort auf dem nächsten Feldweg nach links zum Wald. Auf verwachsenem Weg gerade hindurch, am anderen Waldrand rechts den Rand entlang, ca. 50 m hinter der Waldecke wieder links in einen Feldweg zum gegenüberliegenden Wäldchen, dessen Rand nach rechts entlang und dann stoßen wir auf einen markierten Radweg, dem wir nach Kriegenbrunn folgen.
Mitten im Ort steht die gedrungene kleine Dorfkirche, eine malerische Chorturmanlage des 14. Jh.
Wer nun noch weitergehen will, folgt gegenüber der Kirche der 'Kriegenbrunner Straße' leicht bergab zum Bahnübergang der inzwischen nahezu stillhgelegten Bahnlinie nach Herzogenaurach, drüben wieder hinauf zu einer Straße, diese queren und den linken Radweg nehmen. Dieser führt uns in einem weiten Rechtsbogen unter der Autobahn hindurch dem Tal der Aurach entlang, die wir schließlich queren und durch das Gelände der Mälzerei hindurch die Kirche von Frauenaurach erreichen.
1267 gründete der Reichsmisteriale Herdegen von Gründlach hier ein Frauenkloster nach der Dominikanerregel, das von Engelthal aus besetzt wurde und seinerseits wieder das Katharinenkloster in Nürnberg gründete. Als Vögte fungierten die Nürnberger Burggrafen, schließlich die Kulmbacher Markgrafen, die das Kloster nach Einführung der Reformation 1548 säkularisierten. Seine große Blüte erlebte das Kloster im 15. Jh., danach wurde es in kriegerischen Auseinandersetzungen immer wieder zerstört. so im 2. Markgrafenkrieg und im 30jährigen Krieg. Heute ist von dr Klosteranlage nichts mehr zu sehen. An die große Zeit erinnert noch das spätromanische Nordportal, im Tympanon ein stark zerstörtes Relief mit Christus als Weltenrichter.
Von der Kirche aus folgen wir der Markierung des Radwegs nach Erlangen, unter dem Rhein-Main-Donau-Kanal hindurch, gleich links, bei der nächsten Abzweigung wieder rechts und dann in weitem Bogen zur Verbindungsstraße Bruck-Herzogenaurach, die wir bei der Regnitzbrücke erreichen. Von der Brücke aus ein Blick auf die Stauwehranlagen der ehemaligen Brucker Mühlen, und dann an der Kreuzung rechts ins Innere von Bruck.
1282 wird der Ort erstmals genannt, aber bereits aus dem 10./11. Jh. stammen die ergrabenen Fundamente einer Kirche. Die heutige Kirche mit den Scharwachttürmchen 1475 nach der Zerstörung des Ortes im 1. Markgrafenkrieg 1449 errichtet. Seit der Eingemeindung nach Erlangen 1924 hat Bruck sich zu einem Wohnvorort entwickelt.
Von der Kirche bringen uns verschiedene Buslinien entweder zum Brucker oder zum Erlanger Bahnhof.
 
 
 
 
Anfahrt: Cadolzburg erreicht man von Nürnberg mit der Rangaubahn (VGN R11, Fahrplanauskunft) ab Fürth, Rückfahrt ab Erlangen-Bruck mit Regionalbahn oder ab Erlangen mit Regionalbahn oder Regionalexpreß (VGN R2, Fahrplanauskunft). Falls Sie die Wanderung schon in Kriegenbrunn beenden wollen, bringt Sie der Stadtbus VGN 281 nach Erlangen.
Weglänge: Ca. 18 km bis Kriegenbrunn, ca. 23 km bis Bruck, dazu evtl. 2,5 km für den Abstecher nach Seukendorf, Gehzeit ca 4,5 Std. bis Kriegenbrunn, ca. 6 Std. bis Bruck, jeweils ohne Besichtigungen. Möglichkeiten zur Einkehr in Cadolzburg, Seukendorf, Hiltmannsdorf, Burgfarrnbach, Rothenberg, Kriegenbrunn, Frauenaurach und Erlangen-Bruck.
Karte: UK 50-16/17 Naturpark Frankenhöhe des Bayerischen Landesvermessungsamts
Info: Cadolzburg finden Sie unter www.cadolzburg.de, dort auch eine ausführliche Geschichte des Ortes. Eine kürzere, tabellarische Zusammenfassung finden Sie hier. Führungen durch die Burg finden leider nur gelegentlich ohne feste Termine statt, Informationen im Rangau-Heimathaus, Pisendelplatz 1, Tel. 09103/7886, das auch sonst einen Besuch lohnt. Öffnungszeiten: Dez. - Feb. und Aug. nach Vereinbarung, sonst 1. und 3. Sonntag im Monat 10-12 und 13-17 Uhr und nach Vereinbarung. Über das Projekt Burgmuseum kann man sich auf den Seiten des Germanischen Nationalmuseums informieren und dort ein Dokument zum Museumskonzept herunterladen. Die Kirche in Seukendorf ist normalerweise geschlossen, Schlüssel im Pfarramt, Pfarrgasse 3, Tel. 0911/751720. Ausführliche Informationen zur Geschichte von Burgfarrnbach und zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes finden Sie unter www.burgfarrnbach.de. Auch von Obermichelbach gibt es eine Homepage mit Daten zur Geschichte www.obermichelbach.de. Für Kriegenbrunn und Frauenaurach finden Sie ausgezeichnete Kirchenführer im Internet. Das "Museum im Amtshausschüpfla" in Frauenaurach ist ebenfalls im Internet vertreten. Vom Erlanger Ortsteil Bruck finden Sie allerdings nur den sehr aktiven Karnevalsverein "Brucker Gaßhenker", der u.a. den alljährlichen Faschingszug in Erlangen organisiert. Das Jubiläumsprogramm der Stadt Erlangen schließlich finden Sie unter www.er2002.de, darunter eine Geschichte der Stadt.
 
         
    Wanderung: Manfred Müller
© Text: Dr. Wolfram P. Gluth und Karl Rümmelein
© Fotos: Dr. Wolfram P. Gluth