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Der Markgrafenweg - 2. Von Heilsbronn nach Cadolzburg |
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Am Ortseingang führt der Weg rechts durch(!) ein
Anwesen mit Links vom Weg erstreckt sich eine weite Wiese mit abgesteilten Rändern, Standort der ehemaligen Burg, von der aber keine Reste mehr zu finden sind. Wir folgen den Markierungen über die Hochfläche
und steigen hinab ins Tal nach Wendsdorf, dort hinter dem Ort bei einer
Feldscheune rechts mit Der eigentümliche Ortsname soll von mhd. 'brunst' = 'Brennen' kommen und somit auf eine Siedlung der hochmittelalterlichen Rodung hindeuten. Der Zusatz 'fern' von 'Föhren' kommt erst Ende des 16. Jh. auf. Hier verläßt uns Ammerndorf wird 1246 erstmals urkundlich erwähnt, wobei dem Kloster Heilsbronn Herrschaftsrechte bestätigt werden. Diesem gehören in der Folge fast alle Höfe im Ort. Eine Mühle kann bereits 1302 nachgewiesen werden, später kam eine zweite hinzu; die heutige Ammerndorfer Mühle mit ihrem reich mit Schnitzwerk verzierten Giebel (erbaut 1607) ist eines der bedeutendsten Fachwerkhäuser Mittelfrankens. Das Mehl wurde weithin verhandelt, parallel entwickelte sich ein bis Anfang des 19. Jh. für die Versorgung des Umlandes und der Städte Nürnberg und Fürth wichtiger Kornmarkt. Neben der Mühle besitzt Ammerndorf noch eine ganze Reihe weiterer schöner Fachwerkhäuser, so in der Ortsmitte den Gasthof Sonne. Eine Pfarrei besteht in Ammerndorf erst seit Mitte des 13. Jh., auf den Fundamenten der alten Chorturmkirche wurden 1730 der heutige Turm und 1787 das Langhaus errichtet. Das Innere zeigt sich in einem schlichten, gediegenen Markgrafenstil mit einer vollständigen Markgrafenwand aus dem Kanzelaltar und der darüber aufgestellten, nach dem Stifterehepaar benannten 'Bäckerorgel'. Von der Ortsmitte auf der Hauptstraße mit Der Pleikershof wird 1414 als 'Pleikerstorff' genannt; dies und die damalige Hofgröße von allein 72 Morgen Acker (ein Vollhof, eine 'Hube', hatte etwa 24) könnten darauf hindeuten, daß es sich um eine Wüstung des späten Mittelalters handelt, die zu einem Hof zusammengefaßt wurde. Über freies Feld kommen wir zu einem Teerweg am gegenüberliegenden Waldrand, dem wir kurz links folgen, aber gleich an der Ecke geht es mit unseren beiden Markierungen schräg rechts auf einem Feldweg auf Cadolzburg zu, immer in Richtung auf dessen Wahrzeichen, den Aussichtsturm. Bei schönen Wetter sollten wir es uns nicht entgehen lassen, ihn zu besteigen und den weiten Rundblick und die Sicht auf die Hohenzollernburg zu genießen. Von hier hinunter zum Ort und über den Marktplatz zur Burg. Ursprung Cadolzburgs ist vermutlich ein großer Einzelhof am Fuße des Burgfelsens, da im Mittelalter außer diesem 'Bauhof' noch zwei halbe Huben und sonst nur sehr kleine Höfe nachweisbar sind. Der Ort entstand also als Siedlung der zur Burg gehörigen Dienstleute. Ob der namengebende Cadolt identisch ist mit dem Gründer des Klosters Herrieden, ist unklar. Als Erbe kam Cadolzburg von den Abenbergern an die Zollern, Diese beuten die Burg in der Folgezeit aus und verlagerten ihre Residenz immer mehr hierher, wo sie eigenen Besitz hatten und nicht nur Verwalter des Königsguts waren wie auf der Nürnberger Burggrafenburg. Unter Burggraf Friedrich VI., dem ersten Markgrafen von Brandenburg, wurde um 1420 die Residenz vollständig hierher verlegt. In den Jahrhunderten davor war die Burg immer wieder aus- und umgebaut worden und Schauplatz glanzvoller Feste und hoher Besuche, auch der Kaiser. Um 1300 wurde, gleichsam als Vorburg, der Marktort auf der Höhe vor der Burg angelegt. Doch auch unter den kriegerischen Zeitläuften hatte Cadolzburg zu leiden: 1388 im Städtekrieg und 1449 im Ersten Markgrafenkrieg wurde der Markt jeweils niedergebrannt. Um 1456 jedoch wurde die Hofhaltung nach Ansbach verlegt, Cadolzburg diente nur noch als Nebenresidenz und Sitz der markgräflichen Amtes und teilte das weitere Schicksal des Markgraftums bis zum Übergang an Bayern. Noch in den letzten Kriegstagen, am 17. April 1945, brannte die Burg bei der Besetzung durch amerikanische Truppen vollständig aus, mit ihr viele ausgelagerte Kostbarkeiten des Germanischen Museums. Seit 1978 bis heute läuft der Wiederaufbau, und es bleibt zu hoffen, daß die anhaltenden Querelen um eine museale Nutzung auch endlich zu einem befriedigenden Ende gelangen. Neben den heute nicht mehr bestehenden Steinbrüchen und der immer noch florierenden Holzindustrie hatte sich Cadolzburg seit dem 19. Jh. zu einem Zentrum des Obstbaus entwickelt, der bis in die sechziger Jahre nochmals einen Höhepunkt erlebte. Heute ist der traditionelle Ausflug in die 'Blöih' nur noch eine nostalgische Erinnerung. Bekannt ist der Adventsmarkt, der seit 1948 auf dem Marktplatz abgehalten wird. Wir gehen zurück, hinter dem äußeren Tor zum Rangau-Heimatmuseum und von dort auf Stufen und dann Straße hinunter zur Markgrafenkirche. Vorgänger war eine gotische Cäcilienkirche wohl des 13. Jh., deren Vorgänger wiederum vermutlich die Burgkapelle war, jedenfalls wurden bei den Restaurierungsarbeiten dort die Reste eines Ortsfriedhofs aufgedeckt. Obwohl die Kirche im Laufe der Zeit schwer schadhaft geworden war, wurde erst 1750 die Genehmigung zum Neubau erteilt, Bauleiter wurde der Ansbacher Landbaudirektor Johann David Steingruber. Er entwirft hier den Höhepunkt seiner umfangreichen Bautätigkeit, insgesamt gehen 196 Sakral- und Profanbauten im Markgraftum Ansbach auf ihn zurück. Wie meist, handelt es sich um eine Chorturmkirche mit einem Saalbau als Langhaus und zwei rundumlaufenden Emporen, auf der N-Seite abgetrennt der Raum für die markgräfliche Familie, gegenüber für die Hofbeamten. Klassisch der Altar mit der Kanzel darüber, was die Bedeutung von Abendmahl und Predigt in der evangelischen Liturgie zum Ausdruck bringt; darüber noch die Orgel. Die Restaurierung von 2000 hat auch die ursprüngliche, schlichte und elegante Farbigkeit wieder hergestellt. Im Vorgängerbau befand sich auch der spätgotische sog. 'Cadolzburger Altar', eine Stiftung des Markgrafen Friedrich I, der später ins Jagdschloß Grunewald gelangte; ihm verdanken wir Porträts des Markgrafen und seiner Gemahlin 'Schön Else'. Wir sollten den Weg bergab noch weiter fortsetzen und unten im Tal einige Schritte auf der Straße Richtung Gonnersdorf gehen, um den beeindruckenden Anblick der Burg vom Tal noch einmal voll in uns aufzunehmen.Zurück zum Museum, links dahinter führt ein schmaler Weg nach Osten (nochmals schöner Blick auf Burg und Kirche!) und immer in der gleichen Richtung in ca. 15 min zum Bahnhof. |
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Anfahrt: Heilsbronn erreicht man von Nürnberg mit Regionalbahn oder Regionalexpreß (VGN R7, Fahrplanauskunft), von Cadolzburg zurück fährt die Rangaubahn (VGN R11, Fahrplanauskunft) nach Fürth. Weglänge: Ca. 20 km, Gehzeit ca. 5 Std. ohne Besichtigungen. Möglichkeiten zur Einkehr in Heilsbronn, Bonnhof, Bürglein, Wendsdorf (nicht immer geöffnet), Ammerndorf und Cadolzburg. Karte: UK 50-16/17 Naturpark Frankenhöhe des Bayerischen Landesvermessungsamts Info: Zu Heilsbronn siehe die vorherige Etappe unserer Wanderung. Das Buch von Pfarrer Geißendörfer enthält auch eine ausführliche Beschreibung von Bonnhof und der Wirtschaftsweise von Zisterzienserklöstern im Allgemeinen. Die Kirche in Bürglein ist in der Regel geschlossen (Schlüssel: Ev.-luth. Pfarramt, Kirchenweg 7, Tel. 09872/7504), in der Kirche liegt ein Faltblatt auf. Ammerndorf finden Sie unter www.ammerndorf.de oder unter einer privaten Homepage. In der Kirche ist ein Führer erhältlich. Cadolzburg finden Sie unter www.cadolzburg.de, dort auch eine ausführliche Geschichte des Ortes. Eine kürzere, tabellarische Zusammenfassung finden Sie hier. Führungen durch die Burg finden leider nur gelegentlich ohne feste Termine statt, Informationen im Rangau-Heimathaus, Pisendelplatz 1, Tel. 09103/7886, das auch sonst einen Besuch lohnt. Öffnungszeiten: Dez. - Feb. und Aug. nach Vereinbarung, sonst 1. und 3. Sonntag im Monat 10-12 und 13-17 Uhr und nach Vereinbarung. Über das Projekt Burgmuseum kann man sich auf den Seiten des Germanischen Nationalmuseums informieren und dort ein Dokument zum Museumskonzept herunterladen. |
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Wanderung: Klaus Lämmermann |