|
|
|

Um
uns den langweiligen Weg durch das Stadtgebiet zu sparen, fahren wir
zunächst mit der Stadtbuslinie 751 bis zur Haltestelle Obereichenbach
Schule. Von dort zunächst nach Norden bis zur Hauptstraße
nach Bruckberg und dieser nach rechts folgen. Achtung: Die Straße
ist stark befahren und ohne Gehsteig! Nach ca. 10 min sind wir am
Schwarzweiher und hier geht es nach rechts in einen Feldweg, auf dem
uns
den Waldrand entlang und bei der Gabel am Waldanfang nach links führt.
Nach weiteren 10 min achtgeben: kurz vor dem Waldrand führt die
Markierung auf einem überwachsenen Pfad bergab ins Tal, wo wir
auf einen Feldweg treffen, dem wir nach rechts folgen. Bald geht es
jedoch wieder nach rechts über den Bach und links in den Wald,
in dem wir gemächlich bergan steigen. Beim Austritt ins Freie
haben wir einen schönen Blick ins Tal und auf unser nächstes
Ziel Thurndorf, das wir auf der Straße, auf die wir bald treffen,
erreichen. Am Ortseingang von Thurndorf gleich mit
auf der Straße rechts bergan und dann über die Hochfläche
nach Frohnhof. |
| Hier
steht an der Straße noch (oder wieder) ein Wegweiser aus der
Zeit des Königreichs Bayern, der nicht nur die Richtungen anzeigt,
sondern auch die Gemeindezugehörigkeit des Ortes sowie die gerichtliche
und militärische der Einwohner. |
| Hinter
dem Ort biegt ein mit Gittersteinen gepflasterter Weg rechts ab ins
Tal. Vor uns erhebt sich am Hang gegenüber die neugotische Kirche
unseres nächstes Ziels Vestenberg, wohin uns der Weg über
Wiesen und durch einen Obstgarten führt. |
| Der
Ort war Stammsitz der Herren von Vestenberg, die in weitem Umkreis
begütert waren. Ihr Wappen, der grün-weiß-grüne
Schild mit dem Brackenkopf als Helmzier, ziert die Stützmauer
in der Ortsmitte. Ihre Burg lag oberhalb des Ortes an der Stelle der
heutigen Kirche, nur ein kleines Stück Mauer hat die Zeiten überdauert.
Oft wechselte sie ihre Besitzer: von den Vestenberg an die Dornberger,
dann die Heidecker und von diesen an die Herren von Eyb, die sie fast
300 Jahre lang besaßen, bis sie die Herrschaft 1724 an die Markgrafen
verkauften. Aus der Zeit der Eyb ist noch die alte Kapelle von 1466
erhalten, heute Gemeindehaus. Um die Bevölkerungsverluste des
Dreißigjährigen Krieges auszugleichen, wurden Mitte des
17. Jh. protestantische Glaubensflüchtlinge aus Oberösterreich
angesiedelt. |
| In
der Ortsmitte auf der Straße nach links bergan (Wegweiser nach
Frohnhof) und beim Sendemast auf der Höhe rechts o.M. mit dem
Feldweg nach Adelmannssitz. |
Dort
links zur Straße, diese queren und auf einem Feldweg mit
bergan. Sobald wir die Höhe erreicht haben, verlassen wir diese
Markierung wieder und gehen auf einem breiten Waldweg o.M. mehr oder
weniger gerade nach Osten. Nach ca. 15 min erreichen wir den Waldrand
und sehen vor uns die Kirche von Großhaslach. In einem weiten
Linksbogen erst den Waldrand entlang, dann bei einer Feldscheune rechts
übers freie Feld erreichen wir eine Straße, von da einen
Parkplatz und die Kirche. |
| 1144
wird Haslach erstmals urkundlich genannt, als die Pfarrei aus dem
Besitz des Klosters Heilsbronn in den des Bischofs von Würzburg
übergeht; dies Pfarrei muß damals schon bestanden haben,
seit wann wissen wir nicht. Später treten hier die Herren von
Haslach, die Vestenberg, die Bruckberg als Grund- und Burgherren auf,
doch bis 1308 gelingt es dem Kloster Heilsbronn, allen Besitz an sich
zu bringen. Aus dieser Zeit, dem 12./13. Jh., stammt der romanische
Taufstein, der sich heute im 'Bahrhaus', dem mittelalterlichen Beinhaus,
hinter der Kirche befindet. Der heutige Bau der Kirche stammt aus
dem Jahre 1783 von dem markgräflichen Hofbaumeisters Johann David
Steingruber, dem wir noch öfters begegnen werden. |
Ab
hier führt uns
bergab zum Marktplatz, den wir queren und zunächst auf einem
Dorfsträßchen aus dem Ort wandern. |
Nach
ca 10 min biegt die Straße rechts ab, wir gehen auf dem Feldweg
geradeaus und dann in einem Linksbogen leicht bergan, an der Kreuzung
an der Waldecke geradeaus und dann im Bogen auf den gegenüberliegenden
Wald zu. Ab hier geht es weiter auf einer schnurgeraden Forststraße,
die so gar nichts mit den heutigen Forststraßen gemein hat.
Vielleicht handelt es sich hier noch um die alte Markgrafenstraße,
die Heilsbronn mit der Residenz Ansbach verband. Mitten im Wald biegt
die Markierung
nach rechts ab, wir gehen ohne Markierung gerade weiter, bis wir auf
die Bahnlinie stoßen und hier auf die - oder eine der - Schwabachquellen,
weitere finden wir nämlich neben und im Münster in Heilsbronn.
Noch kurz den Geleisen entlang, rechts unter der Bahn durch und zur
Stadtmitte und zum Münster. |
| Das
Kloster Heilsbronn wurde 1132 vom Bamberger Bischof Otto als Zisterzienserkloster
auf kurz zuvor erworbenem Grund, also als bischöfliches Eigenkloster,
gegründet. Die Vogtei übernahmen die Grafen von Abenberg,
und durch deren und andere Stiftungen - so hoben sie ihr eigenes Kloster
in Abenberg auf und stifteten die Güter dem Kloster Heilsbronn
- vergrößerte sich der Besitz sehr rasch. Dazu kam das
gute Wirtschaften der Mönche die, im Gegensatz zu anderen Mönchsorden,
viele ihrer Güter in Eigenregie betrieben, doch dazu mehr auf
unserer nächsten Etappe in Bonnhof. Die Kirche wurde Begräbnisstätte
der Abenberger Grafen, und, nach deren Aussterben 1200, die ihrer
Erben, der Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen
zu Ansbach. Heilsbronn war ein großes und bedeutendes Kloster,
u.a. mit einer beachtlichen Bibliothek, die sich heute in der Universitätsbibliothek
Erlangen befindet. In der Reformationszeit traten die Mönche
sukzessive zum lutherischen Glauben über, 1578 löste sich
das Kloster auf und wurde in das markgräfliche Klosterverwalteramt
übergeführt. Aus der Klosterschule ging die Fürstenschule
hervor, die von den Erträgen des Klosterbesitzes finanziert wurde
und bis 1736 der Ausbildung des Beamtennachwuchses diente. 1631 wurden
Kloster und Münster von Tillyschen Soldaten geplündert,
und von nun an war das Kloster dem Verfall preisgegeben. Die Kreuzgänge
wurden 1770 abgerissen, die Kirche durch Zwischenwände und Vermauerungen
verändert. Erst die Jahre 1851-66 brachten eine grundlegende
Restaurierung, erneut dann 1946-55. So konnte die Kirche im ursprünglichen
Hirsauer Stil wiederhergestellt werden und Strenge und Schlichtheit
des zisterziensischen Geistes kehrten wieder in das romanische Bauwerk
ein. Doch bevor wir gehen, noch ein Blick auf die hier versammelten
Grabmäler der Hohenzollern... |
| Vom
Kloster zurück über den Markt, rechts der großzügige
Fachwerkbau des markgräflichen Klosteramtsverwalterhauses, durchs
Tor, an der Ecke steht der große Meierhof, der die Keimzelle
des Dorfes Heilsbronn ist, den Postberg hinan, und bei der Ampel führt
uns halblinks die Bahnhofstraße zum Bahnhof. |
|
|
|
|
|
|
|
|
Anfahrt:
Ansbach erreicht man von Nürnberg mit Regionalbahn oder Regionalexpreß
(VGN R7, Fahrplanauskunft),
mit der gleichen Bahn dann von Heilsbronn wieder zurück. Vom
Bahnhof Ansbach ca. 5 min zu Fuß zum Schloß, davor startet
die Stadtbuslinie VGN 751 nach Obereichenbach.
Weglänge: Ca. 18 km, Gehzeit ca. 4,5 Std.
ohne Besichtigungen. Möglichkeiten zur Einkehr in Vestenberg
(Löwenbrauerei Dorn), Großhaslach und Heilsbronn.
Karte: UK 50-16/17 Naturpark Frankenhöhe des Bayerischen
Landesvermessungsamts
Info: Informationen zu Vestenberg, vor allem eine Geschichte
des Dorfes, finden Sie auf der offiziellen Homepage www.vestenberg.de.
Die Homepage von Großhaslach
bringt leider keine Informationen zu Sehenswürdigkeiten und
Geschichte (dafür einen Link zum Fränkischen Albverein,
danke!), auf der Seite der Gemeinde
Petersaurach, zu der Großhaslach gehört, sind die
Bereiche Sehenswürdigkeiten und Ortsteile noch nicht eingerichtet.
Die Lebensgeschichte von Johann David Steingruber können Sie
bei der Realschule
Ansbach nachlesen. Die Seiten von Heilsbronn auf www.heilsbronn.de
bieten einen gut gemachten Stadtrundgang zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.
Heilsbronn ist auch bekannt geworden durch den Fränkischen
Jakobsweg, den Pfarrer Geißendörfer initiiert und der
Fränkische Albverein markiert hat, auch dazu gibt es ein Faltblatt
mit Informationen im Internet.
Pfarrer Paul Geißendörfer hat auch ein ausgezeichnetes
Buch über Heilsbronn herausgegeben: "Heilsbronn - ein
Zisterzienserkloster in Franken", erschienen und erhältlich
beim C.
Schulist Verlag, 91560 Heilsbronn.
|
|
|