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Die ursprüngliche Grablege der fränkischen
Hohenzollern war ihr Hauskloster Heilsbronn, dessen Münster
und Grabstätten jedoch 1631 von Tillyschen Soldaten geplündert
und zerstört wurden. Markgraf Albrecht V. richtete daher 1660
die künftige Grablege in Ansbach unter dem Chor der Stadtpfarrkirche
St. Johannis ein. Im Lauf der Jahrhunderte wurden die Särge
durch die schlechten Umgebungsbedingungen stark beschädigt;
1976 wurden sie deshalb in das Gewölbe unter dem Chor der Stiftskirche
St. Gumbertus verlegt, wo die Bedingungen für ihre Erhaltung
besser sind. Die Restaurierung der Sarkophage ist bis heute nicht
vollständig abgeschlossen.
Hier sind - fast - alle Mitglieder der Ansbacher Markgrafenfamilie
seit 1643 bestattet. Ihre Sarkophage spiegeln die künstlerische
und geistige Entwicklung wider von den kraftvoll dekorierten Sarkophagen
der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg über die
prunkvollen Denkmäler des Hochbarock bis zu den schlichten
Särgen der Aufklärung. Einige wichtige sollen hier hervorgehoben
werden.
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Albrecht V.
(Reg. 1639 - 1667) erwarb sich große Verdienste um den Wiederaufbau
des zerstörten Landes nach dem Dreißigjährigen Krieg.
In seine Zeit fällt die Aufnahme österreichischer Glaubensflüchtlinge
aus dem Landl ob der Enns. Der wuchtige Zinnsarkophag ist am Deckel
beiderseits mit Wappenkartuschen geziert, mächtige Löwenköpfe
halten die Tragringe in Schlangenform. |
Georg
Friedrich d. J. ( Reg. 1694 - 1703) erlangte nach dem frühen
Tod seiner Brüder bereits mit 16 Jahren die Markgrafenwürde.
Doch er starb im Alter von nur 25 Jahren 1703 an einer Verwundung,
die er als kaiserlicher General im Spanischen Erbfolgekrieg in der
Schlacht bei Schmidmühlen erhalten hatte. Am Kopfende präsentiert
ein Putto das Bild des Verstorbenen, die Längsseiten zeigen Szenen
aus der Schlacht bei Schmidmühlen. |
Sein
Halbbruder Wilhelm Friedrich (Reg. 1703 - 1723) war der letzte, der
einen prunkvollen vergoldeten Sarkophag erhielt; dieser beherrscht
das Bild der Fürstengruft. Unter ihm wurde der barocke Umbau
des Schlosses begonnen, ihm und vor allem seiner Gemahlin Christiane
Charlotte von Württemberg verdankt die Barockstadt Ansbach im
wesentlichen ihr heutiges Aussehen. Das Kopfende schmückt ein
von Putten gehaltenes Porträtmedaillon, am Fußende ruht
auf einem Kissen der Fürstenhut. In diesem Sarkophag kommt die
Ausdruckskraft des späten Barock voll zur Geltung. |
Sein
Sohn und Nachfolger Carl Wilhelm Friedrich (Reg. 1726 - 1757), der
ihm dieses Denkmal setzte, ist selbst bereits nur noch in einem schlichten,
mit schwarzem Samt überzogenen Sarkophag bestattet. Bekannt als
"Wilder Markgraf", verkörpert er das spätbarocke
absolutistische Selbstverständnis eines Fürsten. Der wirtschaftliche
Auf- und Ausbau und die Wohlfahrt des Landes lagen ihm sehr am Herzen.
Doch die gleiche Großzügigkeit zeigte sich in seinem barocken
Lebensstil, bekannt sind seine Affairen und seine aufwendige Liebe
zur Falknerei. Das Scheitern der Ehe dieses impulsiven Charakters
mit Friederike Louise, der Schwester Friedrichs des Großen,
war vorgezeichnet. 1757 starb er mit 47 Jahren an einem Schlaganfall,
Friederike überlebte ihn bis 1784 und ist neben ihm bestattet.
Die vielen Schauergeschichten, die sich um ihn ranken, sind längst
als Märchen entlarvt. |
| Nicht mehr hier bestattet ist der letzte Markgraf
Carl Alexander (Reg. 1757 - 1791). Er regierte im Sinn eines aufgeklärten
Absolutismus, sanierte die Staatsfinanzen und kümmerte sich um
den Ausbau der Landwirtschaft. Umstritten ist sein Subsidienvertrag,
der fränkische Soldaten gegen die Vereinigten Staaten in den
amerikanischen Unabhängigkeitskrieg führte, doch das erhaltene
Geld floß vollständig in die Tilgung der Staatsschulden.
Seine Ehe blieb kinderlos, 1791 verkaufte er die fränkische Markgrafschaft
an das preußische Königshaus und zog sich mit seiner zweiten
Frau Lady Craven nach England zurück, wo er auf seinem Landsitz
Benham on Speen begraben ist. |
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Anfahrt: Ansbach ist von Nürnberg aus
halbstündlich, sonntags im Stundentakt mit der Regionalbahn oder
dem Regionalexpreß (VGN-Linie R7, Fahrplan) zu erreichen. Die Gumbertuskirche
ist vom Bahnhof nur wenige Minuten zu Fuß entfernt.
Karte: Einen Stadtplan finden Sie auf den
Seiten der Stadt Ansbach www.ansbach.de.
Info: Die Markgrafengruft ist geöffnet
vom 1.5. mit 31.9. feiertags, freitags, samstags und sonntags jeweils
von 15-17 Uhr, im Winter sonntags von 11-12 Uhr, Eintritt DM 1,-. Dort
ist ein Faltblatt mit Plan erhältlich, außerdem gibt es einen
ausgezeichneten, reich bebilderten Führer von Günther Schuhmann:
Die Hohenzollern-Grablegen in Heilsbronn und Ansbach, Verlag Schnell &
Steiner, 1989. Das Standardwerk über die Ansbacher Markgrafen ist
nach wie vor von Günther Schuhmann: Die Markgrafen von Brandenburg
- Ansbach, Historischer Verein für Mittelfranken, Ansbach 1980, leider
nur noch antiquarisch oder in Bibliotheken verfügbar. Eine kurzen
Abriß der Geschichte der Hohenzollern in Franken finden Sie auf
den Seiten des Hauses der Bayrischen Geschichte anläßlich der
Landesausstellung "Bayern und Preußen".
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