Heilsbronn - die Grablege der Markgrafen

 
         
  Home > Wandern > Wandervorschläge > Markgrafenweg > Heilsbronn    
   
   
     
Diese Seite drucken
 
1000 Jahre
Erlangen
Wander-
programm
 
Übersicht
Ansbach
Ansbach -
Heilsbronn
Heilsbronn
Heilsbronn -
Cadolzburg
Cadolzburg -
Erlangen
Erlangen
Erlangen -
Baiersdorf
Kersbach -
Ebermannstadt
Streitberg -
Plankenfels
Plankenfels -
Fantaisie
Bayreuth
 
 

Der Aufstieg der Zollern gehört zu den Erfolgsgeschichten des Mittelalters. In 250 Jahren stiegen sie aus unbedeutenden Anfängen zu einer der bedeutendsten Familien des Reiches auf: um 1192 Ernennung zu Burggrafen von Nürnberg, 1363 Anerkennung als Reichsfürsten, 1415/17 Erwerb der Mark Brandenburg und der Kurwürde.
   Drei Grundsätze führten zu diesem Erfolg: tatkräftiger Einsatz für das Reich, d.h. den jeweils legitimen Kaiser, eine geschickte Heirats- und Erwerbspolitik und eine kluge Familienpolitik, die die Zersplitterung des Erworbenen verhinderte.

Von den 1200 ausgestorbenen Grafen von Abenberg erbten die Burggrafen deren Besitz um Abenberg und Cadolzburg und die Vogtei über Heilsbronn als Hauskloster. Wo die frühen Burggrafen begraben sind, ist ungewiß, angenommen wird das Schottenkloster St. Egidien in Nürnberg. Sicher belegt ist erst die Beisetzung Friedrichs III., des Enkels des ersten Burggrafen, in Heilsbronn.

Burggrafenwappen vom gotischen HochgrabFriedrich V. (reg. 1357-1397) war es dann, der die Hauptgrablege der Zollern an der Stelle errichten ließ, wo heute das Hochgrab von Markgraf Georg Friedrich d. Ä. steht. Dieses ähnelt in seinem Aufbau weitgehend dem älteren gotischen, von dem noch Wappentafeln in der Seitenwand des Münsters erhalten sind, darunter der schwarz-weiße Hohenzollernschild und das burggräfliche Wappen, der schwarze Löwe im goldenen Schild mit gestücktem Rand.

Friedrich V. mit seinen beiden SöhnenAn Friedrich V. erinnert weiter eine Tafel im nördlichen Seitenschiff. Darauf ist er mit seinen beiden Söhnen dargestellt; der jüngere, Friedrich VI., verschwägert mit dem Kaiserhaus, wurde 1417 mit der Mark Brandenburg belehnt. Friedrich I., wie dieser sich nun bezeichnete, mußte seine Zeit zwischen Franken und Brandenburg teilen. In der Zeit seiner Abwesenheit führte seine Gemahlin Elisabeth von Bayern-Landshut, genannt Schön-Else, die Regierungsgeschäfte, eine der hervorragendsten Frauengestalten der Zollern. Der Cadolzburger Altar, heute im Jagdschloß Grunewald, hat uns das Aussehen des Paars überliefert.

Gedenktafel für Burggraf Friedrich V.
der hintere (jüngere) Sohn der
spätere Markgraf Friedrich I.

Gedenktafel für Albrecht AchillesIhm folgte nach der Abdankung seines Bruders der jüngere Sohn Albrecht Achilles (reg. 1440-1486), eine der ganz großen Persönlichkeiten unter den Zollern. Er war ein vortrefflicher Heerführer, wendiger Diplomat und geschäftstüchtiger Finanzmann, der wegen seiner Persönlichkeit und seines großen Einflusses als "der Fürsten Haupt" bezeichnet wurde. Gescheitert sind seine Pläne, wieder ein Territorialherzogtum Franken aufzurichten.

Hochgrab der Anna von SachsenSeine zweite Gemahlin, Anna von Sachsen, überlebte ihn um 26 Jahre und starb 1512 auf ihrem Witwensitz Neustadt/Aisch. Ihr Hochgrab im Westteil des Münsters zeigt sie auf der Deckplatte in Witwentracht mit der Kette des Schwanenritterordens. An den Langseiten des Grabes die 14 Nothelfer und vier weitere Heilige, am Kopfende das Allianzwappen von Anna und Albrecht.

Grabmal der
Anna von Sachsen

Markgraf Friedrich d. Ä.Mit Albrechts Tod trat die 'Dispositio Achillea' in Kraft, nach der die Mark Brandenburg mit der Kurwürde dem Ältesten ungeteilt zufallen und das fränkische Land in höchstens zwei Linien aufgeteilt werden sollte. Friedrich d. Ä. (reg. 1486-1515), der Kulmbach und Ansbach erbte, war mit der polnischen Königstochter Sophia verheiratet und führte eine äußerst aufwendige Hofhaltung. 1515 wurde er von seinen beiden Söhnen wegen angeblicher Geistesschwäche auf der Plassenburg zur Abdankung gezwungen und inhaftiert. Erst nach dem Tod des älteren Bruders Kasimir (reg. 1515-1527) schenkte ihm sein zweiter Sohn Georg die Freiheit wieder und er verbrachte einen ruhigen Lebensabend in Ansbach.

Epitaph für Friedrich d. Ä. und Georg d. FrommenGeorg (reg. 1527-1543) führte in seinen Landen die Reformation ein und wurde im Reich zum Mitstreiter Luthers, so auf dem Augsburger Reichstag, was ihm den Beinamen "der Fromme" einbrachte. Auf ihn geht der Erlaß der ersten Verfassung einer lutherischen Landeskirche, der brandenburgisch-nürnbergischen Kirchenordnung, zurück. Für sich und seinen Vater Friedrich d. Ä. ließ er ein Marmorepitaph errichten, ein Meisterwerk des Eichstätter Bildhauers Loy Hering.

Georg der Fromme mit 39 Jahren

Georg der Fromme im
Alter von 39 Jahren

Albrecht AlcibiadesIm nördlichen Seitenschiff hängt das Gedächtnisbild für Kasimirs einzigen Sohn Albrecht Alcibiades (reg. 1541-1557). Von zügellosem Ehrgeiz und verstrickt in die wankelmütige Macht- und Religionspolitik seiner Zeit, ging er als "fürstlicher Mordbrenner" in die Geschichte ein, verfiel der Reichsacht und starb im Exil in Pforzheim.

Georg Friedrich (reg. 1556-1603), der einzige Sohn Georgs des Frommen, übernahm die Regierung in beiden Fürstentümern und wurde in seiner fast 50jährigen Regierungszeit zum Neuorganisator seiner Lande.

Hochgrab Georg Friedrichs

Als Fürst der Reformationszeit organisierte er die Staatsverwaltung, das Kirchen- und Schulwesen, förderte Wissenschaften und Kunst und stiftete Wohltätigkeitsanstalten. Er hinterließ mustergültig verwaltete Staaten und verstarb 1603 kinderlos. Begraben ist er im Hochgrab, das er schon zu Lebzeiten hatte erneuern lassen. Seine zweite Gemahlin Sophia von Braunschweig überlebte ihn lange und starb erst 1639 in Nürnberg, wo sie in der Lorenzkirche begraben liegt.

Georg Friedrich

Markgraf
Georg Friedrich

Hochgrab Joachim ErnstsDamit fielen die fränkischen Lande an die jüngeren Brüder des brandenburgischen Kurfürsten. Ansbach erhielt Joachim Ernst (reg. 1603-1625). Bekannt als General der protestantischen Union, verstarb er bereits mit 42 Jahren. Die Erstellung seines in Nürnberg in Auftrag gegebenen Grabmals zog sich wegen des Dreißigjährigen Krieges lange hin, und erst 1726 war es in dem Zustand, den wir heute sehen. Mit Joachim Ernst fand der letzte Zollernfürst seine Grablege in Heilsbronn.

Im November 1631 fielen nämlich streifende Reiter aus Tillys Heer in Heilsbronn ein, plünderten die Kirche und zerstörten die Grabstätten. Dies veranlaßte Albrecht V. (reg. 1639-1667), den Sohn und Nachfolger Joachim Ernsts, die künftige Grablege nach Ansbach zu verlegen. Lange blieb das Münster in einem desolaten Zustand, und spätere Baumaßnahmen waren eher Bausünden. Erst die Jahre 1851-1866 brachten eine gründliche Restaurierung der Kirche und die Grablegen wurden würdig wiederhergestellt. Die sterblichen Überreste der Zollernfamilie ruhen nun neben dem Zinnsarg Georg Friedrichs unter dessen Grabmal in einem Sammelsarkophag .
 
 
 
 

Anfahrt: Heilsbronn erreicht man von Nürnberg mit Regionalbahn oder Regionalexpreß (VGN R7, Fahrplanauskunft), mit der gleichen Bahn dann wieder zurück.

Info: Die Seiten von Heilsbronn auf www.heilsbronn.de bieten einen gut gemachten Stadtrundgang zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, darunter auch dem Münster. Pfarrer Paul Geißendörfer hat ein ausgezeichnetes Buch über Heilsbronn herausgegeben: "Heilsbronn - ein Zisterzienserkloster in Franken", erschienen und erhältlich beim C. Schulist Verlag, 91560 Heilsbronn, das auch auf die Grablegen der Hohenzollern und des im Münster bestatteten fränkischen Adels eingeht. Außerdem gibt es im Münster einen ausgezeichneten, reich bebilderten Führer von Günther Schuhmann: Die Hohenzollern-Grablegen in Heilsbronn und Ansbach, Verlag Schnell & Steiner, 1989. Das Standardwerk über die Ansbacher Markgrafen ist nach wie vor von Günther Schuhmann: Die Markgrafen von Brandenburg - Ansbach, Historischer Verein für Mittelfranken, Ansbach 1980, leider nur noch antiquarisch oder in Bibliotheken verfügbar.