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Nach unserer Ankunft in Creußen gehen wir zunächst zur
Oberstadt, die frei auf dem Berg einen imponierenden Anblick bietet.
Den Raum in den Mauern füllte schon 1003 eine
Burg des Markgrafen von Schweinfurt, die bei dessen Aufstand gegen
Kaiser Heinrich II. zerstört wurde. 1251 gelangte Creußen
an die Burggrafen von Nürnberg und blieb im Besitz der Zollern
bis 1810.
Innerhalb der Stadtmauer fällt uns neben den
Fachwerkhäusern besonders die ev. Kirche und ihr Turm mit Zwiebelhaube
auf. Es ist eine alte Kirche - 1430 von den Hussiten zerstört,
1477 wieder aufgebaut, 1533 von Nürnbergs Truppen stark beschädigt.
In ihrer heutigen Form wurde sie 1701-10 von den Bayreuther Markgrafen
erbaut. Ein Besuch lohnt sich unbedingt wegen ihrer wertvollen Ausstattung.
Weit bekannt waren die "Creußener Krüge",
dunkelbraun glasiert und mit bunt bemalten Bildreliefs versehen
- berühmt waren die "Apostel-" und die "Planetenkrüge".
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Vorbei an den Resten der ehemaligen Burg gehen wir zum Hinteren
Tor, wieder hinab in die Unterstadt und zurück zum Bahnhof.
Kurz vorher begegnen wir erstmals dem noch jungen
Main, der als unscheinbares Gerinne ca. 6 km westlich im Lindenhardter
Forst entspringt.
Wir überqueren die Gleise und folgen nach links der Markierung
,
die uns von nun an begleiten wird. Ein schmaler Weg führt uns
durch lichten Wald immer an den Geleisen entlang, unterwegs ein
Blick auf die Hammermühle, bis wir nach etwa einer 3/4 Std.
zu einer Straße kommen, der wir rechts bergan folgen.
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Am Hof neben der Straße ist eine alte E-Lok abgestellt, dahinter
links in einen Feldweg, an einem Bauerhof unter der Scheune durch
und in den Ort Hagenohe. Dort am Ortsende in einem weiten Bogen
nach links wieder zurück zur Bahn, der wir noch ein kurzes
Stück bis zur Eimersmühle folgen.
Der Main biegt hier nach rechts ab, wir folgen ihm auf einer Forststraße,
die im Wald leicht ansteigt. Achtung: Nach etwa 10 min biegt im
Anstieg
nach links in einen schmalen Fußpfad ab, und nun geht es hoch
über dem tief eingeschnittenen Main dahin mit wildromantischen
Blicken in die Tiefe.
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Wieder auf der Forststraße hinab zum Main, den wir queren
und auf einem Fußpfad folgen, dann leicht bergan und auf einer
Forststraße nach rechts, bis nach einigen Biegungen eine Kreuzung
kommt. Hier nach rechts über die Lichtung, im Wald eine scharfe
Linkskurve und noch ein Stück geradeaus, bis es an einer Gabel
mit
nach rechts auf einen Fußpfad und steil hinab zum Main geht.
Hier folgen wir dem Main in einem lichten Auenwald zur Schlehenmühle,
wo wir ihn auf einer Brücke überqueren und ohne Weg steil
zur Straße hinaufsteigen. Hinter dem Gasthaus biegen wir wieder
nach links in eine Forststraße ab, die auf halber Höhe
oberhalb des Mains verläuft, bis wir etwa 1/2 Stunde nach
dem Gasthaus auf einem Fußpfad zum Main hinabsteigen, ihn
queren und drüben erst steil, dann eher gemächlich mit
wieder die Höhe erreichen. Etwa 1 Stunde nach der Schlehenmühle
kommen wir zum Waldrand, und vor uns breitet sich das weite Becken
aus, in dem Bayreuth liegt.
Nun geht es längere Zeit durch das Neubaugebiet von Aichig
bergab (auf
achten) bis zu einer großen Kreuzung, hier links, die Straße
queren und auf einem Sträßchen über die Bahn. Dann
geht es durch den Ort wieder bergauf und bei den Sportplätzen
am Ortsende haben wir den Park der Eremitage erreicht. Durch einen
Laubengang kommen wir zum Schloß und nehmen uns jetzt viel
Zeit zur Besichtigung des wunderbaren Parks und des Lustschlosses
der Markgräfin Wilhelmine.
Markgraf
Georg Wilhelm ließ 1715-18 den Tiergarten zu einer höfischen
Eremitage umwandeln und das Alte Schloß mit "Eremitenzellen"
errichten. Markgräfin Wilhelmine gestaltete den Park zum ersten
Landschaftsgarten außerhalb Englands um und ließ ihn
mit künstlichen Ruinenbauten (Theater, Grabmal ihres Lieblingshundes)
ausstatten. Höhepunkt war der Bau des Neuen Schlosses 1746-53,
im Zentrum der von einer Statue des Apoll gekrönte Sonnentempel,
von dem weit ausschwingend die Flügelbauten einen Brunnen umfassen.
Das Ensemble der Eremitage ist eines der hervorragendsten Denkmäler
der Kunst- und Geistesgeschichte des 18. Jh.
Von hier geht es mit dem Stadtbus oder zu Fuß mit
den Main entlang in die Innenstadt von Bayreuth. Vorbei am Neuen
und Alten Schloß, der Stadtkirche, der "Eule" (historisches
Gasthaus), durch die historische Altstadt samt markgräflichem
Opernhaus kommen wir zum Hauptbahnhof, dem Endpunkt unserer heutigen
Wanderung.
Bayreuth wurde erstmals 1194 urkundlich erwähnt,
1231 erhielt es das Stadtrecht. Von den Andechs-Meraniern erbten
1248 die Burggrafen das Bayreuther Gebiet und förderten stark
die Stadtentwicklung. 1430 wurde im Hussitensturm die Stadt total
zerstört. 1528 wurde durch die Markgrafen von Kulmbach die
Reformation eingeführt. 1603 verlegte der Markgraf seine Residenz
von Kulmbach hierher. Unter Markgraf Friedrich und seiner Gemahlin
Wilhelmine. der Schwester Friedrichs des Großen, erreichte
die bauliche Neugestaltung ihren Höhepunkt: 1745-48 das Opernhaus,
1753-64 das Neue Schloß, 1753-56 die Schloßkirche. 1769
kam durch Erbfolge die Markgrafschaft Kulmbach - Bayreuth an Ansbach,
wurde aber weiterhin von hier aus verwaltet. 1791 kam Bayreuth unter
preußische Herrschaft und 1810 zum Königreich Bayern.
1945 wurde Bayreuth durch Luftangriffe zu 36 % zerstört.
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