Übernahme der Stafette vom Oberpfälzer Waldverein in
Ensdorf
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"Am
Gleis 16 bitte einsteigen, Türen schließen selbsttätig,
Vorsicht bei der Abfahrt" hieß es pünktlich um 8.41
am 27. Juni und schon war die Gruppe unterwegs zum Etappenziel Ensdorf
im Vilstal. Der Linienbus am Amberger Bahnhof brachte die Gruppe
zum Ausgangspunkt Haselmühl am Stadtrand.
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Mit
blauem Schrägkreuz folgten wir dem Vilstalweg nach Theuern,
wo es nicht nur ein interessantes Bergbau-Museum gibt, sondern auch
das schöne Schloßhotel mit schattigem Garten, wo wir
uns für den Weitermarsch nach Ensdorf stärkten.
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 Inzwischen
stand die Sonne im Zenith eines heißen Spätjunitages.
Die Felder hatten den ersten Goldhauch angelegt, begrenzt von leuchtend
blauen Kornblumen und signalrotem Mohn. Kurze Trinkpausen halfen
uns, mit der Hitze fertig zu werden und schließlich spendete
das herrlich grüne Vilstal den ersehnten Schatten. Der markante
Kirchturm der St. Jakobskirche in Ensdorf aus ockergelbem Sandstein
und schieferblauem Zwiebelhelm begrüßte uns schon von
weitem.
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Kurz
nach unserem Eintreffen im Vilstaler Hof zu Ensdorf kamen nach dreitägiger
Wanderung von Tillyschanz auch die Wanderfreunde vom Oberpfälzer
Waldverein an. In der Hand des Vorsitzenden Lingl der Stafettenstab
mit den bunten Bändern der tschechischen Wandervereine und
des Waldvereins. Die Vorsitzenden der beiden Vereine, Lingl und
Baier von der OG Nürnberg, wechselten Begrüßungsworte
und würdigten die Idee der Sternwanderung Eurorando als Beitrag
zur Verständigung der Völker und Landsmannschaften.
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Dann
erfolgte die Übergabe der Stafette, die vor den Kameras der
Presse mit dem Band des Fränkischen Albvereins ergänzt
wurde.
Zehn Bänder trägt nun die Stafette auf ihrem weiteren
Weg auf dem Jakobsweg bis zur Übergabe an den Schwäbischen
Albverein am 14. Juli in Rothenburg.
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Text: Gerhard
Winkler
Fotos: Wolfram P. Gluth |
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Übergabe der Stafette an den Schwäbischen
Albverein
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Der weitere Weg führt nun auf dem Jakobsweg
über Kastl, Gnadenberg, Feucht, Nürnberg, Heilsbronn,
Weihenzell und Colmberg. Nach acht Wandertagen nähert sich
die Stafette nun ihrem Ziel Rothenburg o. d. T. und der Übergabe
an eine Gruppe des Schwäbischen Albvereins, die die Wanderung
in Richtung Straßburg fortsetzen wird.
Kurz
vor 10 Uhr starten dreißig Wanderer des Fränkischen Albvereins
in Schweinsdorf zu der letzten Etappe. Durch das weithin ursprünglich
gebliebene Steinbachtal erreichen wir das Tal der Tauber und folgen
ihm auf dem Main-Donau-Weg südwärts. Unterwegs ein kurzer
Halt bei der Kirche St. Peter und Paul in Detwang mit dem berühmten
Riemenschneideraltar. Hier schließt sich uns auch ein Reporter
des Bayerischen Rundfunks an. Gegen Mittag ziehen wir in Rothenburg
ein und treffen hier mit der Jugendgruppe des FAV zusammen. Sie
berichtet über ihre Kämpfe mit dem Unwetter, aber allen
Widrigkeiten zum Trotz hat sie das 'Eurofon' mitgebracht, einen
Holzstab mit eingebautem Aufnahmegerät, auf dem unterwegs Geschichten
und Erlebnisse gesammelt worden sind.
Einzug zur Jakobuskirche
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Um 14 Uhr begrüßt der Rothenburger Oberbürgermeister
Hachtel die versammelten Wanderer und reicht ihnen den traditionellen
Meistertrunk. Er stellt den Bezug zum heutigen Ereignis her: Der
Jakobsweg lief als ein das ganze Europa verbindender Pilgerweg ebenso
durch Rothenburg o.d.T. wie die mittelalterlichen Handelsstraßen
von Nürnberg nach Straßburg und von Frankfurt nach Ulm.
Auch
Frau Renate Weber, Vizepräsidentin des Verbandes Deutscher
Gebirgs- und Wandervereine, betont nochmals die Symbolkraft von
Eurorando für ein zusammenwachsendes und bald erweitertes Europa.
Die Ehrengäste: Links Fr. Weber, rechts H. Dr. Rauchfuß
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Der
Schutzpatron Jacobus und die Stafette |
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Dann
erfolgt die Übergabe der Stafetten an die Gruppe des Schwäbischen
Albvereins durch den 1. FAV-Vorsitzenden Wolfram Unger und die Hauptjugendwartin
Waltraud Stumpf. Der 1. Hauptvorsitzende des Schwäbischen Albvereins
Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß ist eigens zu diesem Zweck aus Plochingen
angereist. Umrahmt wird die Veranstaltung durch eine Ortsgruppe
des Schwäbischen Albvereins, die kunstvoll und historisch authentisch
Figuren des Fahnenschwingens darbieten, einer Kunstform der Landsknechte,
die sich auf die Gilden und Zünfte des Barock fortgepflanzt
hat.
Fahnenschwinger
des SAV
Nach einem Grußwort des Schirmherrn Dr. Ingo Friedrich,
Vizepräsident des Europäischen Parlaments, erteilt Pfarrer
Gussmann von St. Jakob den Reisesegen, und die Stafette zieht weiter
in Richtung Straßburg, wo am 30. September die Schlussveranstaltung
dieses großen Ereignisses der europäischen Wanderer stattfinden
wird.
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Text: Wolfram P. Gluth und Wolfram
Unger
Fotos: Wolfram P. Gluth |
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