SandAchse Franken

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Wunderwelt Sand
SandAchse Franken
Lebensraum für Spezialisten
 
Lebendiger Sand an der Schwäbischen Rezat
Sandlebensräume an der Pegnitz
Lebensräume zwischen Sand und Wasser
Eiszeitliche Dünen zwischen Neumarkt und Sulzbürg
 
 
 

Unter der Trägerschaft von drei Naturschutzverbänden, dem Bund Naturschutz in Bayern (BN), dem Deutschen Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) ist durch den Zusammenschluß der sieben Landkreise Bamberg, Forchheim, Erlangen-Höchstadt, Fürth, Nürnberger Land, Roth und Weißenburg-Gunzenhausen sowie der fünf kreisfreien Städte Bamberg, Erlangen, Fürth, Nürnberg und Schwabach das größte Naturschutzvorhaben Bayerns entstanden. Ziel ist es, die mittelfränkischen Sandlebensräume zu erhalten und in der Bevölkerung und bei politischen Entscheidungsträgern das Bewußtsein für ihre Bedeutung zu wecken.
Die Dimensionen sind für ein Naturschutzprojekt einmalig, sowohl an der Zahl der beteiligten Gebietskörperschaften als auch an der Ausdehnung von über 2000 qkm und an der Vielfalt der beteiligten Partner.

Mit dieser Fläche von 2000 qkm besitzen wir das größte zusammenhängende Lockersandgebiet Süddeutschlands, dessen Existenz durch die Veränderungen der Landschaft jedoch stark bedroht ist, einmal durch die Intensivierung oder Aufgabe der Landwirtschaft, zum anderen aber durch den rasanten Landschaftsverbrauch durch Sandabbau und Bebauung. So sind in den letzten Jahrzehnten die sandtypischen Lebensräume auf 1 % ihrer ursprünglichen Größe geschrumpft.

Damit gehören sie zu den am meisten gefährdeten Biotopen in Bayern. Von ihren Bewohnern, hoch auf diese Umgebung spezialisierten Tier- und Pflanzenarten, findet sich eine extrem hohe Zahl von in der Roten Liste als gefährdet eingestuften Arten.

Eine dieser gefährdeten Arten ist die Blauflügelige Ödlandschrecke, die sich mit ihrer braunen Farbe gut tarnt und nur beim Auffliegen ihre blauen Flügel aufblitzen läßt. Sie besitzt damit eine Art von Symbolcharakter und ist zum Logo der SandAchse geworden; vielleicht sehen Sie sie einmal unterwegs bei einer unserer Wanderungen.

Blauflügelige Ödlandschrecke
in natura

So unscheinbar wie die Ödlandschrecke ist das Projektbüro SandAchse aber nicht geblieben; wichtig war in den vergangenen Jahren vor allem die Erzielung von Wirkung in der Breite, und die wurde durch Veranstaltungen für Erwachsene und für Kinder, durch Führungen, durch Beteiligung von Politikern, durch Erstellung von Informationsmaterialien und durch eine hohe Medienpräsenz erreicht. Dazu gehört u.a. auch die Ausstellung „Wunderwelt Sand“, die bis Ende Juni im Naturhistorischen Museum zu sehen und als Wanderausstellung konzipiert ist.
Dabei darf selbstverständlich die wissenschaftliche Aufarbeitung nicht zu kurz kommen: Es wurden Flächenaufnahmen durchgeführt, eine Fachtagung veranstaltet und derzeit laufen an mehreren Universitäten Diplom- und Doktorarbeiten zu sandspezifischen Themen.

Demgegenüber ist das, was auf den ersten Blick als die Aufgabe erscheint, nämlich der Schutz der Lebensräume, ein langwieriger Prozeß, für den bis jetzt erst ein Grundstein gelegt werden konnte. Dazu gehört die Erfassung noch existierender Flächen und die Artenkartierung. Aus den gewonnenen Erkenntnissen können dann Pläne zur Nutzung erstellt sowie Pflegevorschläge und Konzepte für die Beweidung oder eine andere Nutzung, die den Charakter der Flächen erhält, entwickelt werden. Leider sind gerade die Sandflächen als noch verbliebene Freiflächen einem erhöhten Nutzungsdruck ausgesetzt, für den interessierte Unternehmen auch die entsprechenden Preise zahlen, während aufgrund unzureichender Regelungen im Naturschutzgesetz die Kommunen ihre Vorkaufsrechte nur unzureichend wahrnehmen können.

Dennoch ist es gelungen, durch Ankauf und Pacht sowie durch Überzeugungsarbeit bei Privatpersonen und Unternehmen den Verbund an Sandlebensräumen um ca. 150 ha zu erweitern. Es ist ja wichtig, daß diese Schutzgebiete nicht isolierte Inseln bleiben, sondern miteinander verbunden werden.

Es bleibt also noch viel Arbeit zu tun, um die Lebensräume auf Sand zu erhalten und die dauerhafte, umweltgerechte Nutzung sicherzustellen. Hoffen wir, daß die Finanzierung dafür auch in Zukunft längerfristig gesichert bleibt!

Blühende Magerwiese

Um auch Sie in diese Wunderwelt Sand zu entführen, haben wir zusammen mit dem Projektbüro SandAchse einige Wandervorschläge für Sie zusammengestellt  >>
   
Weitere Informationen erhalten Sie beim Projektbüro SandAchse, Pfaffweg 4, 91054 Erlangen, Tel. 0 91 31 / 97 73 58, Fax 0 91 31 / 97 73 58, eMail projekt@sandachse.de, bei dem wir uns ganz herzlich für die Unterstützung bei diesem „Sand-Spezial“ bedanken. Besuchen Sie auch die interessante Website des Projektbüros unter www.sandachse.de, wo Sie viele weitere Informationen und schöne Ausblicke in die Welt des Sandes finden.