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Schon im Vorfeld von Verfahren, die zu
Eingriffen in Natur und Landschaft führen, hat sich der
Arbeitskreis Naturschutz intensiv mit zwei Straßenbauvorhaben
des Bundes befasst, die kürzlich neu in den Bundesverkehrswegeplan
aufgenommen worden sind:
Die Umgehung von Reichenschwand im Zuge der Bundesstraße
14 wird, wenn sie gebaut wird (zurzeit ist kein Geld dafür
bereitgestellt), das Pegnitztal zwischen Henfenfeld und Ottensoos
völlig verändern. Die Brückenbauwerke machen hohe
Rampen und Dämme erforderlich, die nicht nur das Bild der
Fluss-Aue zerstören werden, sondern auch den Zugang zu ihr
wie schon ostwärts von Lauf erschweren. Unmittelbar betroffen
ist unser Rotpunkt-Weg Nr. 73. Die vorgesehene Streckenführung
wurde am 30. Juni begangen.
Das zweite gravierende Vorhaben ist die direkte Anbindung
des Nürnberger Flughafens an die Autobahn. Am 3. Juni wurde
das Gelände für die Tunnel-Lösung mit Vertretern des
Straßenbauamts
besichtigt, am 14. Juli folgte eine Besprechung mit dem Leiter
des Forstamts Nürnberg in der Waldarbeitsschule Buchenbühl.
Dabei wurden die Auswirkungen der diskutierten Baumaßnahme
hinterfragt: Hohe Rampen und Dämme und der Trog der Tunnelzufahrt,
Grundwasserabsenkung, Baumwaldverlust; der Wald hat dort Erholungsfunktion.
Nördlich der Autobahn ist die Waldfläche als wichtiges Vogelschutzgebiet
bei der Europäischen Union angemeldet. Die Zerschneidung der bisher
geschützten Landschaft am Kothbrunnengraben betrifft unmittelbar
unseren Grünstrich-Weg Nr. 89.
Bei der Tagfahrt am 30. Juni hat uns Frau Christine
Matern, die Vorsitzende der Kreisgruppe Nürnberger Land im Bund
Naturschutz begleitet und uns Erfolge und Misserfolge der Arbeit
im Landschaftsschutz aufgezeigt.
Die Stadt Altdorf legt sich jetzt zu ihren Gewerbegebieten
„Nord” und „Süd” ein
weiteres, „West”, bei Unterwellitzleithen zu; unmittelbar
betroffen ist unser Rotkreuz-Weg Nr. 47. Verhunzt ist das bisher
trotz der nahen Autobahn noch schöne Wiesental mit seinen Kirschhängen
unterhalb von Hegnenberg.
Auf dem Gugelhofgelände am alten Kanal war eine
zentrale Ausbildungsstätte der Bauinnung geplant. Diesen Landschaftseingriff
hat der Bund Naturschutz durch den Kauf eines 700 qm großen
Sperrgrundstücks und eine erfolgreiche Klage verhindert. Die
Bauschule konnte danach in einer früheren Militäranlage
bei Heidenheim unterkommen.
Nicht verhindern konnte der Bund Naturschutz die
Metallschmelze in der Kuppenalb nordwärts von Velden. Beim Schrödelberg,
den der Eigentümer weitgehend zu Schotter machen wollte, konnte
erreicht werden, dass die Aufsichtsbehörde das Landratsamt gezwungen
hat, den Gesteinsabbau, den es seit Jahren ohne Genehmigung geduldet
hatte, einzustellen.
Den Ausklang der Tagfahrt bildete ein Besuch auf
dem Obstlehrpfad, den der Bund Naturschutz am Aufstieg zum Rothenberg
angelegt hat. Der Sinn dieser Anlage ist auch, dass sie den Hang -
und die FAV-Wege Nr. 1 (Rotstrich) und Nr. 30 (Rotschrägkreuz)
- vor weiterer Verbauung schützt. Bei dem Gespräch war
unter anderem zu erfahren, dass der Markt Schnaittach durch das neue
Gewerbegebiet an der Autobahneinfahrt weder Gewerbesteuereinnahmen
noch zusätzliche Arbeitsplätze erlangt hat - entgegen den
Versprechungen, die diese Landschaftszerstörung vorher schmackhaft
gemacht haben.
Zum Reichswaldfest, veranstaltet vom Bund Naturschutz
e. V. am 5. und 6. Juli auf dem Schmausenbuck, waren die Wanderer
der Ortsgruppe Nürnberg wie in den vergangenen Jahren die stärkste
Wandergruppe. Lorenz Grüner und Manfred Lesser mit ihrem Team
betreuten vorbildlich den Informationsstand des FAV.
Thema im Herbst: Die Windräder und das Landschaftsbild.
Siehe dazu auch den Beitrag auf der Seite der Gruppe Rothenburg o.d.T.,
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