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Über
die Gründung der Burg Hohenstein haben wir keine Nachrichten.
Zum ersten Mal wird sie 1163 genannt, als ein Sicolinus von Hohenstein
als Vogt über die Güter des Klosters Bergen in Hersbruck
eingesetzt wird. Er war vermutlich ein Ministeriale der Grafen von
Hirschberg, denn kurz vor deren Aussterben erwarb Kaiser Friedrich
Barbarossa von ihnen den Hohenstein und weitere Güter auf dem
Nordgau für das staufische Königshaus. Vor seinem tragischen
Italienzug vermachte der letzte Staufer Konradin den Besitz seinen
Onkeln Ludwig und Heinrich von Bayern, so daß ab 1269 der
Hohenstein im Besitz der Wittelsbacher war, mit einem kurzen Zwischenspiel
der Zugehörigkeit zu Karls IV. böhmischen Gebieten.
Der vertraute Anblick
noch mit Kran
Im Landshuter Erbfolgekrieg 1504 gelang es Nürnberg zwar nicht,
den Hohenstein zu erobern, doch war die Burg anschließend
ringsum von Nürnberger Gebiet umgeben, so daß die Reichsstadt
sie von Baiern kaufen konnte. Von da an bis zum Übergang Nürnbergs
an Bayern 1806 blieb der Hohenstein nürnbergisch und war die
meiste Zeit Sitz eines Pflegamts.
Über
die weiteren Schicksale unter bayrischer Herrschaft berichtete der
Vorsitzende des Fördervereins Sanierung der Burg Hohenstein,
Hans Vitzithum, in seinem Vortrag: 1808 richtete der Staat hier
eine Vermessungsstation ein, Teile der Burg und die zugehörigen
Besitzungen wurden verkauft, der Bergfried nach einem Blitzschlag
abgerissen. Erst mit der Mitte des 19. Jh legte man wieder mehr
Wert auf die Geschichte, und Bayern übernahm wiederholt Renovierungskosten.
Im Jahre 1900 wurde der Verschönerungsverein Hohenstein und
Umgebung gegründet, der sich um Erhaltung und Pflege der Burg
kümmerte.
Hans Vitzithum
Im
Krieg war hier eine Flugbeobachtungsstation eingerichtet, doch blieb
die Burg glücklicherweise vor größeren Schäden
bewahrt. Es gab danach verschiedene Vorschläge zu ihrer weiteren
Nutzung, doch setzte sich der Verschönerungsverein nachdrücklich
für die weitere allgemeine Zugänglichkeit ein, und 1983
gelang es ihm, die Burg zu erwerben. Fördermittel für
eine fällige Sanierung wurden aufgetrieben, und der Plan stand
kurz vor der Ausführung, als im Februar 2000 ein 40 qm großes
Stück aus der Südwand des Palas stürzte. In bespielloser
Geschwindigkeit gelang es, die Schadstelle provisorisch zu sichern,
die Sanierung in Gang zu bringen und die benötigten Geldmittel
aufzutreiben.
Die abgestürzte
Südwand des Palas
Architekt
Knoth berichtete von den Dimensionen der Arbeiten: allein für
die Notabstützung waren 25 cbm Bauholz nötig, in
15 Monaten Bauzeit wurden 60 cbm neu aufgemauert und 3000 kg
Injektionen eingebracht. Insgesamt 1,3 Mio DM kosteten die Arbeiten,
bis jetzt die Burg der Öffentlichkeit wieder zugänglich
gemacht werden konnte. Grußworte überbrachten u.a. Landrat
Reich, Bürgermeister Stief (Kirchensittenbach), Bezirksrat
Kühnlein und als Ehrengast Generalkonservator Dr. Greipl, der
hervorhob, daß es Ziel des Denkmalschutzes sei, Hilfe bei
der Bewältigung von Problemen zu leisten und nicht selbst Teil
des Problems zu sein.
Generalkonservator
Dr. Greipl
Am
Nachmittag konnte dann die Burg eingehend besichtigt werden; das
Faszinierendste war die Möglichkeit, sich von einer Gondel
am Kranausleger aus die Burg aus der Vogelschau zu betrachten und
einen noch weiteren Rundblick als sonst zu bewundern.
Burg Hohenstein aus der Vogelschau
Noch
sind weitere abschließende bestandssichernde Maßnahmen
durchzuführen, doch ist jetzt wieder gesichert, daß der
Hohenstein für viele Besucher der Hersbrucker Alb eine bleibende
Erinnerung ist.
Das Glockentürmchen
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