"Kalkrewt" -
Mit Dürer unterwegs in Franken

 
         
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Dürer: Tal bei Kalchreuth An einem warmen, sonnigen Tag im Spätsommer führt uns unser Weg nach Kalchreuth, in die fränkische Landschaft von zwei berühmten Landschaftsaquarellen Dürers.

Doch zunächst geht es durch den Bannwald, vorbei an der Gabermühle, einer der vielen Mühlen an der Schwabach, für die eine Mahlgerechtigkeit schon seit mehr als 500 Jahren belegt ist.

Gabermühle im Schwabachtal An den KreuzweihernAn den Kreuzweihern vorbei, die um diese Zeit des Jahres schon ruhig und idyllisch im Wald liegen, erreichen wir die offene Landschaft der Liasinsel um Kalchreuth und steigen den Hang zum Dorf empor.

An den Kreuzweihern

Der Blick zurück zeigt uns den Blick zum Rand der Fränkischen Alb, der Dürer als Motiv für sein Aquarell "Tal bei Kalchreuth" diente, heute leider durch das schöne Wetter etwas diesig.
Blick von Kalchreuth zum Albrand

Für Dürer waren diese Blätter wohl unfertig und nur eine Möglichkeit, Eindrücke festzuhalten, für uns bedeuten sie einen großen Schritt in der Entwicklung der Kunst. Zum Einen sind es die frühesten Beispiele von Aquarellmalerei, die erst im 18. Jh. in England zur Blüte kommt. Zum Anderen versteht es sich noch bis ins 18. Jh. für den Künstler durchaus nicht von selbst, direkt in der Natur zu malen.

Blick von Kalchreuth zum Albrand

Albrecht Dürer: KalkrewtSchließlich ist es trotz aller Hinwendung der Renaissance zur Natur durchaus ungewöhnlich, nur die Natur alleine zum Gegenstand eines Kunstwerks zu machen.

Das zweite Aquarell zeigt den Blick aus einem Fenster von Schloss Kalchreuth. Dürer war hier öfter bei der mit ihm befreundeten Patrizierfamilie Haller zu Gast, und bei einem dieser Besuche entstand wohl das Bild. Vor dem Hintergrund des Albrands breitet sich das Dorf aus.

Bauernhaus aus Höfstetten von 1367Die Häuser besitzen das typische, tief heruntergezogene Strohdach, das wir heute noch an dem Bauerhaus aus Höfstetten im Freilandmuseum Bad Windsheim betrachten können.

Bauernhaus aus Höfstetten von 1367, Freilichtmuseum Bad Windsheim

Tonfigurengruppe der 12 Apostel in der Kirche St. Andreas Spätgotischer Hochaltar in der Kirche St. Andreas Die Pfarrkirche St. Andreas hat ihre spätgotische Ausstattung in seltener Vollständigkeit bewahrt. Der Hochaltar von 1498 ist wohl aus der Werkstatt von Michael Wohlgemuth, dem Lehrer Dürers.

Spätgotischer Hochaltar in der Kirche St. Andreas

Er zeigt im Schrein die Figur der Madonna mit den Hll. Andreas, Wolfgang, Petrus und Ursula. Neben vielen weiteren Ausstattungsgegenständen kunsthistorisch bedeutend sind die Tonfiguren Christus und der Apostel von 1380/90, die einzige vollständig erhaltene Gruppe ihrer Art.

Albrecht Dürer: Heroldsberg, 1510, Silberstiftzeichnung Blick nach  Heroldsberg Der Rückweg führt uns durch die nun schon leicht herbstlich angehauchte Landschaft nach Buchenbühl bei Nürnberg. Unterwegs können wir noch einen Blick in Richtung auf Heroldsberg werfen.

Blick in die spätsommerliche Landschaft,
hinter dem Wald der Ort Heroldsberg

Auch von diesem Ort gibt es eine Silberstiftzeichnung Dürers von 1510, die die Kirche inmitten der Geuderschlösser zeigt.
 
       
   

Informationen über den Ort Kalchreuth findet man im Internet unter http://www.kalchreuth.de.

Für die Kirche St.Andreas gibt es einen ausführlichen Kirchenführer. Über die Landschaftsaquarelle Dürers kann man sich in den unzähligen Büchern zu Dürers Werken und Biographien orientieren, das klassische Standardwerk stammt von Walter Koschatzky: Albrecht Dürer - Die Landschaftsaquarelle, Wien und München 1973