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Nürnberg gehörte zu den für den Kaiser wichtigsten
Städten im Reich: Frankfurt als Ort der Wahl, Aachen als Ort
der Krönung, Nürnberg und Regensburg als Orte von Reichstagen
und so hatte Nürnberg zum Kaiser stets eine besondere Beziehung.
Bis ins 16. Jh. waren alle regierenden Kaiser in Nürnberg zu
Besuch, viele von ihnen mehrmals, so Ludwig der Bayer 74mal und
Karl IV. über 50mal. Der Kaiser brauchte das Geld der Stadt,
und die Stadt bekam dafür wirtschaftliche und politische Privilegien.
Ansicht der Stadt Nürnberg aus der Weltchronik
von Hartmann Schedel,
1494 bei Anton Koberger in Nürnberg gedruckt
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Der
Empfang des Kaisers war in der Zeit vor der Reformation vor allem
ein kirchliches Ereignis und ein besonders glanzvolles. Zwei Ratsherren
zogen dem Kaiser bis zum Ort seiner letzten Übernachtung entgegen.
Der Einzug des Kaisers erfolgte dann beim Spittlertor. An der Kirche
St. Jakob versammelten sich sämtliche Kleriker der Stadt und
die Schüler und gingen ihm in feierlicher Prozession entgegen.
Am Spittlertor empfing ihn eine Abordnung des Inneren Rates. Vor
Sankt Jakob war ein Altar mit den Hauptreliquien der Stadt, denen
der Heiligen Sebald, Cyprian und Deocar, aufgebaut. Der oberste
Geistliche der Stadt, der Abt von Sankt Egidien, berührte mit
ihnen als Segnung feierlich den Scheitel des Kaisers. Danach ging
die Prozession weiter zum Gottesdienst in Sankt Sebald, der Hauptkirche
der Stadt. Anschließend begab sich der Kaiser auf die Burg,
wo ihm Vertreter der Stadt Geschenke überreichten, meist Naturalien
wie Fleisch, Fische, Wein, es gibt aber auch Berichte von einem
mit Goldstücken gefüllten Pokal.
Kirche St. Jakob des 15. Jh.
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Am Tag nach dem Einzug besichtigte der Kaiser die Stadt, dabei wurden
ihm auch die Mauthalle, die ursprünglich als Kornhaus erbaut
war und das Zeughaus gezeigt. Beides war natürlich als Demonstration
der Wirtschaftskraft der Stadt gedacht. Im Kornhaus lagerten die
Vorräte für Notzeiten, im Zeughaus waren die Waffen zur
Ausstattung der Bürgerwehr aufbewahrt, die während des
Besuchs zum Teil an Bürger verteilt wurden, die für Ordnung
sorgen sollten.
Zu den Festlichkeiten zum Empfang des Kaisers
gehörten z.B. auch Tanzveranstaltungen.
Kaiser Maximilian I. von Albrecht Dürer
Die Mauthalle von Norden (1498 - 1502)
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| Vom Besuch Kaiser Maximilians
I. wird berichtet, daß die Damen der Stadt so großen Gefallen
daran fanden, daß sie seine Stiefel und Sporen versteckten,
um ihn an der Abreise zu hindern. Auch Wettschießen fanden statt,
an denen alle Bürger teilnehmen konnten; bei einem Besuch Maximilians
gewann ein Handwerksbursche das Schießen. |
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Aber auch die Kaiser fanden Gefallen an ihrem Aufenthalt in Nürnberg
, so daß sich Maximilian bis zu fünf Monate, sein Vater
Friedrich sogar neun Monate lang hier aufhielt. Der weitere Weg
führt zur Lorenzkirche. Bemerkenswert ist, daß die Kirchen
St. Sebald und St. Lorenz kaum kaiserliche Stiftungen
besitzen. So befindet sich in St. Sebald nur das Maximiliansfenster,
in St. Lorenz das sogenannte Kaiserfenster, das sein Vater
Friedrich III. 1487 stiftete. Der Entwurf dazu stammt von Michael
Wohlgemuth, dem Lehrer Dürers. Der Krell'sche Altar darunter
(ca. 1480), zeigt im Hintergrund die erste bekannte Darstellung
Nürnbergs.
Fassade der Lorenzkirche
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Der
Weg des Kaisers führte dann über die Hauptbrücke
der Stadt, die Fleischbrücke, zum Hauptmarkt. Der Name rührt
von den Fleischbänken her, nicht dem Schlachthaus, sondern
dem Ort, an dem das Fleisch verkauft wurde. Daran erinnert heute
noch der Torbogen mit dem Ochsen darüber. Erbaut wurde sie
von 1596/98 mit Anklängen an die Rialtobrücke vom Stadtbaumeister
Jakob Wolff d.Ä.
Die Fleischbrücke in einer alten Ansicht
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| Für die damalige Zeit
war es eine technische Meisterleistung, den Fluß in einem einzigen
Bogen zu überspannen. In der Mitte befinden sich zwei kanzelartige
Auskragungen, in denen Säulen aufgestellt wurden, die beim Kaiserbesuch
Girlanden und Fahnen als Dekoration trugen. Von hier aus geht der
Blick nach rechts über die Museumsbrücke zu unserem nächsten
Ziel, dem Heilig-Geist-Spital. |
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