|
|
| Im Pegnitzgrund bei Lauf |
|
 Am
Sonntag machen wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf zu der letzten
Etappe der Goldenen Straße von Lauf nach Nürnberg. Auf
idyllischen Pfaden geht es durch den Pegnitzgrund, oft wildromantisch
nahe am Ufer des Flusses entlang oder über Wiesen, die noch
unberührt aussehen.
Man kann es kaum glauben, daß wir uns hier
schon im Ballungsraum von Nürnberg mitten zwischen den Vororten
der Großstadt befinden. Über eine Straßenbrücke
geht es hinüber nach Rückersdorf, wo uns im Luitpoldpark
1. Bgm. Pleyer herzlich willkommen heißt und durch den Ort
führt. Dieser ist in den letzten Jahrzehnten durch Zuzug rasch
gewachsen. Bis zum 19. Jh. war der Herrensitz im Besitz der Tucher,
aber auch viele andere Nürnberger Patrizier waren hier begütert.
Auf naturbelassenen Wegen nach Rückersdorf
|
| In den vergangenen Jahren wurde das ehemalige Herrenhaus,
von außen kaum als solches zu erkennen, zum Heimatmuseum ausgestaltet;
der ehemalige Schmidtbauernhof wurde als ein Zentrum der Gemeinde
renoviert, dort findet am wiederhergestellten Backofen alljährlich
ein Backfest statt. |
| St. Georg in Rückersdorf |
|
 Der
florierende Handel zwischen Böhmen und Nürnberg gab dem
Ort seine Bedeutung. Hier war die letzte Station vor Nürnberg
und hier blieben die Fuhrleute über Nacht, um am nächsten
Morgen rechtzeitig zum Öffnen der Tore ihr Ziel zu erreichen.
So stehen auch heute noch der Hauptstraße entlang dicht aneinander
die Gasthäuser.
Gasthaus an der Goldenen Straße in
Rückersdorf
|
|
Die spätgotische Pfarrkirche St. Georg enthält
eine teilweise barocke Ausstattung und Epitaphien der Familie Tucher.
Von Rückersdorf geht es auf teils baumlosem,
teils wildromantischem Uferpfad nach Behringersdorf, wo wir zur
Mittagsrast einkehren.
|
|
Von
hier aus geht es weiter unserem Ziel Nürnberg zu. Der Sandabbau
in den Gruben der Fa. Zapf hat immer wieder Spuren vorgeschichtlicher
Besiedlung zutage gebracht, ein kurzer Abstecher bringt uns zu einer
davon, einem - an den heutigen Ort verlegten - Grab der Spätbronzezeit.
Die Seen in den jetzt aufgelassenen Gruben haben
sich inzwischen zu wertvollen Biotopen mit seltener Pflanzen- und
Tierwelt entwickelt. Vom Kohlbuck geht es nun bergab, wir queren
die Trasse der ehemaligen Ringbahn und erreichen in Erlenstegen
das Ende des markierten Wanderweges.
|
|
Am Naturschutzgebiet der Zapfweiher
Bildstock in Erlenstegen, die ehemalige
Grenze von Karls IV. Neuböhmen
|
|
Eine
Martersäule mit der Darstellung von Johannes und Maria unter
dem Kreuz markiert die ehemalige Grenze Neuböhmens, das somit
bis vor die Tore Nürnbergs reichte. Mehrfach versetzt, steht
eine Kopie heute vor der Toreinfahrt Erlenstegenstraße 118,
dem ehemaligen Kalbsgarten. Hier begrüßt uns H. Stadtrechtsdirektor
Dr. Frommer als Vertreter der Stadt Nürnberg. Eigentlich könnten
wir nun mit der Straßenbahnlinie 8 bis ins Zentrum der Stadt
fahren, doch wir ziehen es vor, auch die letzte Strecke unseres
Wegs entlang der Pegnitz und des aufgestauten Wöhrder Sees
zu Fuß zurückzulegen.
Nürnberg wurde vermutlich um 1040 gegründet; die erste
Nennung ist die Sigena-Urkunde von 1050, die Anlaß des Stadtjubiläums
ist. Im 13. und 14. Jh. erreichte die Stadt Privilegien und die
Reichsfreiheit; der Handel brachte große Wirtschaftskraft.
Die Stadt erfreute sich der Förderung durch die Kaiser, besonders
Ludwig den Bayern und Karl IV., an den noch der Bau der Frauenkirche
erinnert. Hier wurde auch sein Sohn und Thronfolger Wenzel geboren.
Unser Weg in die Stadt führt am neuen Business Tower vorbei,
einem sichtbaren Zeichen, daß jede Zeit zu einer Stadt ihren
Teil beiträgt.
|
|
 Der
Abschluß unserer Wanderung ist im Kreuzigungshof des Heilig-Geist-Spitals,
wo wir uns ein letztes Mal versammeln, um das Grab des Stifters
Konrad Groß. Dieser, als Reichsschultheiß und Reichsmünzmeister
einer der mächtigsten und reichsten Männer seiner Zeit,
stiftete das Spital 1332 für sein Seelenheil, um das er als
Parteigänger des gebannten Kaisers Ludwigs des Bayern fürchtete.
Von 1424 bis 1796 war hier der Aufbewahrungsort der Reichskleinodien.
Und so schließt sich zuletzt der Kreis von Sulzbach, der Hauptstadt
von Kaiser Karls IV. "Land in Bayern", bis zu Nürnberg,
das er in seiner Goldenen Bulle zum Ort des ersten Reichstags eines
jeden Deutschen Kaisers bestimmte.
Der Business-Tower
Kreuzigungshof des Heilig-Geist-Spitals
|
|
|
| |
|
|
Zum Wanderweg Goldene Straße hat der
Fränkische Albverein ein Faltblatt mit Wegbeschreibung und
Informationen zu den Orten am Weg herausgegeben, das im Buchhandel,
beim Fränkischen Albverein und in Gemeinden und Wirtschaften
unterwegs erhältlich ist und das wir Ihnen hier auch zum Download
als pdf-Datei (846 kB) anbieten. Die einzelnen Etappen des Wegs
sind bequem mit den Linien R3/R31 bzw. S1/R4 des VGN zu erreichen.
Eine Beschreibung
des Wanderwegs finden Sie hier auf den Seiten des Fränkischen
Albvereins.
Auch diesen Bericht können Sie hier als
pdf-Datei (453 kB) erhalten.
Den Acrobat-Reader,
den Sie zum Lesen benötigen, können Sie in der neuesten
Version hier herunterladen.
|
|
Informationen zu den Orten am Weg finden Sie
auch im Internet:
zum Landkreis Nürnberger Land gleich drei
Adressen:
- http://www.lau-net.de,
http://www.nuernberger-land.de
und http://www.nbg-land.com
- die Homepage von Rückersdorf ist seit
Ende März unter http://www.rueckersdorf.de
zu erreichen, außerdem gibt es eine private Informationsseite,
auch mit Veranstaltungskalender, unter http://www.rdorf.de.
Das Heimatmuseum
ist nach Vereinbarung geöffnet (tel. Anmeldung unter 0911/5706332
oder 5705426). Das Backfest am Schmidtbauernhof findet am 1. Wochenende
im August statt.
- zu Behringersdorf einige Informationen zur
Geschichte unter http://www.lau-net.de/K.Friedlein/history.htm.
- zu Nürnberg gibt es vielfältige
Informationen; am besten suchen Sie zur Stadt allgemein unter http://www.nuernberg.de,
Informationen zum Fremdenverkehr unter http://www.tourismus.nuernberg.de.
- Museen und Ausstellungen finden Sie unter
http//www.webmuseen.de
und http://www.museen-in-bayern.de.
Suchen Sie auch nach den Ortsnamen und weiteren
Informationen bei Argus,
der Suchmaschine für Nordbayern.
|
| |
| © 2000 Dr. Wolfram P. Gluth |
| |
|
|
|