Die Goldene Straße

Erste Etappe von Sulzbach-Rosenberg nach Hartmannshof

 
         
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Goldene Straße
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Logo Goldene StraßeSicher ist Ihnen schon einmal bei einer Wanderung östlich von Nürnberg das Zeichen des "Böhmischen Löwen" weiß auf rotem Grund, aufgefallen. Wir wollen Ihnen hier nun erzählen, was es mit diesem Zeichen der "Goldenen Straße" auf sich hat.
Böhmischer Löwe am Gasthaus
Krone in Sulzbach-Rosenberg

Statue des Hl. Wenzel an der Stadtkirche in SulzbachBöhmischer LöweDie "Goldene Straße" war seit dem 13. Jh. der wichtigste Handelsweg zwischen Nürnberg und Prag. Sie folgt einer schon in vorgeschichtlicher Zeit benutzten Verbindung, ihre große Zeit begann jedoch unter Kaiser Karl IV. (1346-1378) als Verbindung zwischen Böhmen und dem Westen des Reichs. Die Oberpfalz erlebte damals durch ihren Reichtum an Eisenerz eine Blütezeit als "Ruhrgebiet des Mittelalters".

Der Fränkische Albverein hat zum 950jährigen Jubiläum Nürnbergs einen 60 km langen Wanderweg entlang dieser Route markiert, der in vier Etappen eröffnet wurde.

Am 13. Mai starten 50 Wanderer aus allen Ortsgruppen des FAV von Nürnberg aus zum Beginn der Wanderung - der am weitesten angereiste Teilnehmer kam aus Würzburg. Nach kurzer Fahrt mit dem Pendolino ist Sulzbach-Rosenberg erreicht, wo uns 1. Bürgermeister Geismann und Heimatpfleger Vogel begrüßen. Eine Einführung in die Geschichte Sulzbachs und eine Stadtführung schließen sich an. Vom Turm der ev. Johanneskirche genießen wir den weiten Blick auf die Stadt und zur Wallfahrtskirche auf dem Annaberg.

Rathaus von SulzbachKeimzelle Sulzbachs ist die Burg der gleichnamigen Grafen, die nach neuesten Ausgrabungen bis ins 10. Jh. zurückgeht. Die Lage Sulzbachs an der "Goldenen Straße" führte zu seinem Aufstieg als Handelsstadt, das Vorkommen von Eisenerz zu seiner Bedeutung als Zentrum des Bergbaus in der Oberpfalz. Karl IV. machte Sulzbach zur Hauptstadt "Neuböhmens", seines "Lands in Baiern", das bis vor die Tore Nürnbergs reichte.

Das Rathaus von Sulzbach aus dem 14. Jh.

Vom Reichtum der Stadt im Mittelalter zeugen die Bauten im Stadtzentrum, die gotische Stadtkirche St. Marien mit einer Statue des böhmischen Nationalheiligen Wenzel am Chor, das Rathaus aus dem 14. Jh. mit Fensterrosette und einem Chörlein sowie gegenüber das ehemalige Gasthaus zur Krone, die frühere Stadtresidenz Kaiser Karls.

Das Schloß ist Ausdruck einer zweiten Blütezeit der Stadt. Sulzbach kam von Karl IV. an die Wittelsbacher und wurde Residenz einer eigenen pfälzischen Linie, die das Schloß im Barock großzügig ausbaute (1610 - 1742). Der letzte Herzog von Pfalz-Sulzbach, Carl Theodor, trat die Nachfolge in der Pfalz und 1777 auch in Bayern an.

Das Stieberfähnlein bei der Begrüßung
Das Stieberfähnlein bei der Begrüßung

Die Einrichtung des Simultaneums - Gleichberechtigung der evangelischen und katholischen Kirche - begünstigte eine offenere Haltung in einem konfessionsgebundenen Zeitalter, durch die sich eine Blüte der geistigen Kultur, der "Sulzbacher Musenhof", entwickelte. Genannt sei unter vielen anderen nur der Dichter Knorr von Rosenroth und die Druckerei von Johann Esaias Seidel.

Durch das Waldgebiet der Oberen WagensaßNach der Führung begleitet uns das Stieber-Fähnlein mit mittelalterlicher Musik zur Einkehr und dann geht es hinaus auf den Weg der "Goldenen Straße". Bis ins 17. Jh. verlief diese auf der Route, die heute Postweg genannt wird, dann wurde sie dorthin verlegt, wo heute die B14 verläuft. Der Weg führt uns durch die einsamen und stillen Waldgebiete der Oberen Wagensaß, des Moskawitterberges und des Büchelberges. Die meisten Dörfer bleiben abseits des Weges liegen, wir durchqueren nur Bachetsfeld, wo ein altes Wegerecht noch auf die Goldene Straße hinweist, und Büchelberg.

Schließlich geht der Weg bergab nach Högen zur Mittagsrast.

Blick von der Hochfläche oberhalb von HaunritzNach einem ausgiebigen Mittagessen und wohlverdienter Rast - inzwischen ist es warm und sonnig geworden - geht es vorbei an dem kleinen Herrenhaus von Högen. Einige Zeit war es im Besitz des Sulzbacher Kanzlers Knorr von Rosenroth, dessen Lied "Morgenglanz der Ewigkeit" Eingang in das evangelische Gesangbuch gefunden hat. Hier wird die Route der Goldenen Straße verlassen und wir steigen hinauf auf die Hochfläche, von wo wir die herrlichen Blicke hinab ins Högenbachtal und hinweg über die Höhen des Oberpfälzer Jura genießen.

Kaiser Karl IV. auf ReisenSchließlich führt uns der Weg hinab nach Weigendorf, wo wir auf einer Brücke die Grenze der Oberpfalz nach Mittelfranken überschreiten. Entlang der B14, wieder dem alten Verlauf der Goldenen Straße folgend, erreichen wir unser heutiges Etappenziel Hartmannshof.

Auch wenn unsere Wandergruppe nicht so prunkvoll des Weges zog, so doch zum Schluß noch ein Bild aus der Goldenen Bulle, dem "Reichsgrundgesetz" Karls IV., das den Kaiser auf Reisen zeigt.

 
       
   

Zum Wanderweg Goldene Straße hat der Fränkische Albverein ein Faltblatt mit Wegbeschreibung und Informationen zu den Orten am Weg herausgegeben, das im Buchhandel, beim Fränkischen Albverein und in Gemeinden und Wirtschaften unterwegs erhältlich ist und das wir Ihnen hier auch zum Download als pdf-Datei (846 kB) anbieten. Eine Beschreibung des Wanderwegs finden Sie hier auf den Seiten des Fränkischen Albvereins.

Die einzelnen Etappen des Wegs sind bequem mit den Linien R3/R31 bzw. S1/R4 des VGN zu erreichen. Auch diesen Bericht können Sie hier als pdf-Datei (201 kB) erhalten. Den Acrobat-Reader, den Sie zum Lesen benötigen, können Sie in der neuesten Version hier herunterladen.

Informationen zu den Orten am Weg finden Sie auch im Internet:

- über den Landkreis Amberg-Sulzbach: http://www.amberg-sulzbach.de

- über die Stadt Sulzbach-Rosenberg: http://www.sulzbach-rosenberg.de

- über die Gemeinde Weigendorf: http://www.neukirchen-bei-sulzbach-rosenberg.de/weig/etz.htm

 

Suchen Sie auch nach den Ortsnamen und weiteren Informationen bei Argus, der Suchmaschine für Nordbayern.

 

Über Sulzbach-Rosenberg finden sich viele Informationen in der ausgezeichneten zweibändigen Stadtmonographie: Eisenerz und Morgenglanz, Hg. J. Hartmann und E. Vogl, Buch & Kunstverlag Oberpfalz, Amberg 1999, ISBN 3-924350-66-3, in der Schriftenreihe des Stadtmuseums Sulzbach-Rosenberg.